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Thierse: Aufarbeitung von SED-Unrecht noch lange nicht beendet

Gedenken an Mauerbau 1961

Mauerteilstück an der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße in Berlin. (AP)
Mauerteilstück an der Mauer-Gedenkstätte in der Bernauer Straße in Berlin. (AP)

Das jetzt aufgefundene Dokument zum DDR-Schießbefehl belegt nach Ansicht von Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse, dass die Aufarbeitung des DDR-Unrechts noch lange nicht beendet ist. Eine Verharmlosung dieses Unrechts durch ehemalige SED-Funktionäre dürfe nicht zugelassen werden, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk.

Die Erinnerung an diesen Teil der deutschen Geschichte müsse in der Öffentlichkeit und auch im Schulunterricht wach gehalten werden. Nur dann könne man begreifen, wie kostbar Demokratie und Freiheit seien, betonte der SPD-Politiker. (Text/ MP3-Audio)

Der frühere DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz lehnt es ab, einen Schlussstrich unter die Verbrechen des DDR-Regimes zu ziehen. "In Italien werden bis heute noch Täter bestraft, die Ende des Zweiten Weltkriegs für Hinrichtungen verantwortlich waren. Und die Erschießungen von Flüchtlingen an der Mauer waren nichts anderes als Hinrichtungen", sagte der Grünen-Politiker der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse".

Die Debatte um den Schießbefehl zeigt nach Ansicht des Journalisten Karl-Wilhelm Fricke, dass der Tod an der Mauer bis heute als empörend empfunden wird. Die Haltung von Egon Krenz, der bis heute die Existenz eines Schießbefehls leugne, sei stellvertretend: "Die meisten Ehemaligen verdrängen ihre Vergangenheit." (Text / MP3-Audio)

Wowereit legt Kranz nieder

Inmitten einer neuerlichen Diskussion über einen Schießbefehl an der früheren innerdeutschen Grenze wurde heute in Berlin an den Bau der Mauer vor 46 Jahren erinnert. Am 13. August 1961 hatte die DDR mit der Abriegelung der Grenzen zu West-Berlin begonnen und damit die deutsche Teilung besiegelt, die erst mehr als 28 Jahre später am 9. November 1989 mit dem Fall der Mauer zu Ende ging.

Nach neuen Erkenntnissen starben zwischen 1961 und 1989 allein an der Berliner Mauer 133 Menschen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit legte an der Gedenkstätte in der Bernauer Straße einen Kranz nieder.

Am Wochenende hatte der Fund eines uneingeschränkten Stasi-Schießbefehls auf DDR-Flüchtlinge für Wirbel gesorgt. Die Chefin der Stasi-Unterlagenbehörde, Marianne Birthler, bezeichnete das Dokument als wichtig, auch wenn ein ähnliches Dokument bereits vorgelegen hat. Ihr selbst sei die frühere Veröffentlichung eines Stasi-Schießbefehls im Jahr 1997 "vor zwei Tagen noch nicht bewusst" gewesen: "Wir erleben immer wieder, dass Dokumente neu gefunden und bewertet werden." sagte Birthler in Berlin.

Birthler war in die Kritik geraten, weil sie den Schießbefehl für Angehörige einer Stasi-Spezialeinheit als Neuigkeit eingestuft hatte. Dann stellte sich heraus, dass ein fast identischer Befehl von einem Wissenschaftler der Behörde schon 1997 dokumentiert worden war.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:24 Uhr

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