Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Tokio wird wieder Olympiastadt

Klare Entscheidung bei Stichwahl des IOC

Das Olympiagelände in Tokio (picture alliance / dpa / EPA / Christopher Jue)
Das Olympiagelände in Tokio (picture alliance / dpa / EPA / Christopher Jue)

Die Olympischen Sommerspiele 2020 finden in Tokio statt - die japanische Hauptstadt, nur 220 Kilometer vom Atomunfallort Fukushima entfernt, setzte sich klar gegen Istanbul durch.

<p>In einer Stichwahl am Samstagabend stimmten 60 Delegierte des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für Tokio, aber nur 36 für die türkische Metropole, teilte der Präsident der Organisation, Jacques Rogge, in Buenos Aires mit. Die spanische Hauptstadt Madrid fiel bereits im ersten Wahlgang durch. <br /><br />Es ist nach 1964 das zweite Mal, dass Tokio die Sommerspiele ausrichtet. Japans Hauptstadt war als Favorit in die Endrunde gegangen und hatte mit einer aufwändigen und kostspieligen Bewerbung für Aufsehen gesorgt.<br /><br />Eigens war Ministerpräsident Shinzo Abe nach Buenos Aires gereist, um Sorgen vor einer radioaktiven Verseuchung der Hauptstadtregion zu zerstreuen. Ein Erdbeben und ein verheerender Tsunami hatten im März 2011 zum Reaktorunglück von Fukushima geführt - der Unglücksort liegt 220 Kilometer von Tokio entfernt. Die Situation sei "unter Kontrolle", sagte Abe den Delegierten.<br /><br /></p><p><strong>Krisenplan gegen Wasserverseuchung</strong></p><p><papaya:media src="815d4c53bd99f574a584b1b6d388ce78" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Reiste nach Buenos Aires: Japans Ministerpräsident Shinzo Abe" popup="yes" />Die Betreiberfirma des defekten Atomkraftwerks, Tepco, hat die Schäden bislang nicht in den Griff bekommen. Lecks in Kühltanks, durch die verseuchtes Wasser austritt, sorgen für Beunruhigung. Die japanische Regierung hatte vor wenigen Tagen einen <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="260290" text="Notfallplan beschlossen, um selbst das Krisenmanagement in die Hand zu nehmen." alternative_text="Notfallplan beschlossen, um selbst das Krisenmanagement in die Hand zu nehmen." /><br /><br />In seiner Präsentation vor dem IOC verwies Abe auch auf die Bedeutung von Sport für die Überlebenden der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe. "Heute spielen unter dem blauen Himmel von Fukushima Jungen Fußball und blicken in die Zukunft und nicht in die Vergangenheit."<br /><br /><div><img src="http://www.dradio.de/images/ 99268/landscape/" width="480" alt="Alt-Text (Bild: Christopher Jue)" border="0" /><span style="font-size: 0.8em" class=" Jubel in Tokio nach dem Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2020 (Bild: Christopher Jue) ">Jubel in Tokio nach dem Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2020<br>(Bild: dpa/picture alliance/Christopher Jue)</span></div><br /><br />Neben den Olympischen Sommerspielen 1964 fanden auch die Olympischen Winterspiele 1972 und 1998 in Japan statt. Abe hob besonders die Nähe der geplanten Spielstätten zum bestehenden olympischen Dorf hervor. Tokio verfüge über eine gute Verkehrsinfrastruktur, lobte das IOC.<br /><br />In der japanischen Hauptstadt löste die Entscheidung Jubel aus. Obwohl es dort 5.20 Uhr am Sonntagmorgen war, verfolgten viele Menschen gemeinsam die Übertragung aus Buenos Aires.<br /><br /></p><p><strong>Enttäuschung in Istanbul und Madrid</strong></p><p>Enttäuschung herrschte in Istanbul. Eine Veranstaltung vor der Hagia Sophia, wo hunderte Menschen die Abstimmung verfolgten, löste sich nach der Verkündung des Ergebnisses in Windeseile auf. Offenbar hatte die gewaltsamen Niederschlagung von Protesten gegen die türkische Regierung im Sommer für zu viel Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Auch die Nähe der Türkei zum Bürgerkriegsland Syrien wirkte sich auf die Entscheidung aus.<br /><br />Auch Spaniens Hauptstadt Madrid erhielt eine Absage und fiel bereits in der ersten Wahlrunde aus dem Rennen. Zu groß war die Sorge, dass das Land aufgrund seiner schwachen Wirtschaft mit einem Großereignis wie den Olympischen Spielen überfordert wäre. <br /><br /><br /><em>Mehr auf dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="259933" text="Die verspielte Bewerbung?" alternative_text="Die verspielte Bewerbung?" /><br />In der Türkei sucht man schon jetzt die Schuldigen für eine Olympianiederlage<br /> <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="233967" text="Tokio, Madrid oder Istanbul" alternative_text="Tokio, Madrid oder Istanbul" /><br />Bewerber-Trio für Olympische Sommerspiele 2020</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:17 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:10 Uhr Das Wochenendjournal

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:05 Uhr Im Gespräch

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Early Bird

Aus unseren drei Programmen

Neuer US-Präsident Trump "Wir werden Amerika wieder großartig machen"

Donald Trump leistet den Amtseid als 45. US-Präsident (20.01.2017). (AFP / Mandel Ngan)

Donald Trump ist als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt worden. In seiner Antrittsrede rief er zu einem "neuen Nationalstolz" auf, der die Spaltung des Landes heilen werde. Am Rande der Zeremonie kam es in Washington zu Ausschreitungen.

US-Präsident"Hysterische Reaktionen auf Trump sind fehl am Platz"

Friedrich Merz (CDU), Vorsitzender der Atlantikbrücke (dpa / picture-alliance / Revierfoto)

Kurz vor der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat der Vorsitzende der "Atlantik-Brücke", Friedrich Merz, zu mehr Gelassenheit aufgerufen. Trump habe sich schließlich nicht ins Amt geputscht, sagte der CDU-Politiker im DLF.

Jüdischer Glaube und die ShoaWo war Gott in Auschwitz?

Auschwitz-Birkenau (picture-alliance/ dpa)

Das Gedenken an den Holocaust dreht sich meist um die Frage, wie der Mord an sechs Millionen Juden möglich war. Gott spielt dabei zunächst keine Rolle. Unser Autor Jens Rosbach hat sich damit beschäftigt und den Einfluss der Shoah auf den jüdischen Glauben beleuchtet.

PROTESTAKTIONEN ZUR AMTSEINFÜHRUNGMit Joints, Liebe und Musik gegen Trump

Es ist DER Tag für Donald Trump: Ab 12 Uhr Ortszeit wird er in Washington auf den Stufen des Kapitols als neuer, 45. Präsident der USA vereidigt. Ein guter Tag für ihn – für viele andere aber nicht. Gestern Abend gab es schon ein paar Proteste in New York. Heute gehen die Leute dann in Washington auf die Straße oder starten andere Protestaktionen.

Lage in Syrien"Es fehlt fast alles für ein normales Leben"

DRK-Generalsekretär Christian Reuter (imago / Jens Jeske)

Knapp sechs Jahre nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs bleibt die humanitäre Lage im Land prekär. Der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Christian Reuter, sagte im DLF, in ganz Syrien fehle es an elementaren Dingen - auch dort, wo nicht gekämpft werde.

75 Jahre Wannsee-KonferenzDie Vorbereitung des Massenmords

Das Haus der Wannsee-Konferenz (imago/McPHOTO )

Vor 75 Jahren wurde in einer Villa am Wannsee über die Vernichtung der Juden beraten. Knapp zwei Stunden dauerte die Besprechung. Ziel der Wannsee-Konferenz war es, einen Plan zur Deportation und Vernichtung der Juden aus westeuropäischen Ländern festzulegen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Rechtspopulisten  Barley ruft zum Widerstand auf | mehr

Kulturnachrichten

Bayerischer Filmpreis für Bruno Ganz  | mehr

Wissensnachrichten

Neuer US-Präsident Trump  "Von heute an gilt 'America first'" | mehr