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Tote und Verletzte bei Kämpfen in Libyen

Milizen schießen auf Demonstranten

Die Bürger der libyschen Hauptstadt Tripolis wollten gegen bewaffnete Revolutionsbrigaden demonstrieren, aber die Milizen schossen in die Menge. Die Gefechte dauern offenbar an. Der Regierungschef forderte die Brigaden auf, die Stadt zu verlassen.

Hunderte Menschen waren nach dem Freitagsgebet zum Stützpunkt der Brigaden marschiert und forderten sie zum Rückzug aus Tripolis auf. Dabei sollen Milizionäre auf die Demonstranten geschossen haben. Mindestens 22 Menschen wurden dabei getötet, außerdem gab es etwa 130 Verletzte. Die staatliche Nachrichtenagentur Lana zitierte zwei Krankenhausmitarbeiter, die diese Zahlen nannten.

Als Reaktion darauf stürmten Anwohner die Quartiere der Milizen. Auch sollen sie die Häuser teilweise angezündet haben. Später rückte die Armee an, um die Gruppen zu trennen. Die Gefechte hielten am Abend weiter an, berichtete das staatliche Fernsehen.

Milizen weigern sich, die Stadt zu verlassen

Der libysche Ministerpräsident Ali Seidan machte sowohl Milizionäre als auch Demonstranten für die Gewalt verantwortlich. Die Demonstranten seien bewaffnet gewesen, erklärte er. Aber er stellte auch klar, dass er die bewaffneten Milizen aus der Stadt vertreiben möchte. "Der Gebrauch von Waffen außerhalb des Militärs und der Polizei ist gefährlich", sagte Seidan vor Journalisten.

Die Revolutionsbrigaden hatten gegen die Truppen des früheren langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi gekämpft, der 2011 gestürzt wurde. Sie tragen teilweise noch heute Waffen und weigern sich, sie abzugeben. Auch der Aufforderung der Zentralregierung, die Hauptstadt zu verlassen, widersetzen sie sich bislang.

Im Oktober hatte eine Miliz Regierungschef Seidan mehrere Stunden in ihre Gewalt gebracht. Sie übte damit Vergeltung für die Festnahme eines Top-Al-Kaida-Mitglieds.


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Letzte Änderung: 15.11.2013 23:10 Uhr

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