Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Tote und Verletzte nach Anschlägen in Norwegen

Bombenexplosion erschüttert Oslo, Schießerei bei Parteijugend-Lager

Militärpolizisten versorgen einen Verletzten in Oslo (picture alliance / dpa)
Militärpolizisten versorgen einen Verletzten in Oslo (picture alliance / dpa)

Ein Land steht unter Schock: Bei einem Bombenanschlag in Norwegens Hauptstadt Oslo wurden mehrere Menschen getötet. Kurz darauf kam es in einem norwegischen Jugendlager zu einer Schießerei - auch dort soll es Todesopfer gegeben haben. Die Polizei glaubt an einen Zusammenhang.

Eine schwere Explosion hat das Regierungsviertel sowie das Zentrum der norwegischen Hauptstadt Oslo erschüttert. Nach Polizeiangaben wurden dabei mindestens sieben Menschen getötet und mehrere zum Teil schwer verletzt. Über mögliche Täter und ihre Motive gibt es bislang keine Informationen.

Bei der Explosion im Zentrum von Oslo wurden mehrere Gebäude verwüstet - darunter auch das Regierungsgebäude von Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg. Stoltenberg blieb unverletzt und soll sich in Sicherheit befinden. Nach Angaben seines Büros hielt er sich zum Zeitpunkt der Explosion nicht am Regierungssitz auf.

Bei einem Bombenanschlag in Oslo wurden mehrere Menschen verletzt und Gebäude beschädigt (AP)Beim Bombenanschlag wurden mehrere Menschen verletzt. (AP)Wie die Polizei bestätigte, wurde die Explosion durch einen Sprengsatz ausgelöst. Ob es sich um eine Autobombe gehandelt hat, wie Augenzeugen behaupten, ist bislang noch unklar.

Die Polizei rief die Bevölkerung dazu auf, große Menschenmengen und das Stadtzentrum Oslos zu meiden. Wie der staatliche Rundfunk NRK berichtet, wurden Oslos Hauptbahnhof, mehrere Einkaufszentren und Medien-Redaktionen evakuiert.

Auf der Fjordinsel Utoya fielen bei einem Jugendlager der Jungsozialisten Schüsse (AP)Auf der Fjordinsel Utoya fielen bei einem Jugendlager der Jungsozialisten Schüsse (AP)

Tote bei Schießerei in Sommerlager von Norwegens Jungsozialisten

Kurz nach dem Anschlag in Oslo soll es in einem Jugendlager auf der Fjordinsel Utoya zu einer Schießerei gekommen sein. Ein als Polizist verkleideter Mann soll bei einem Treffen der Jungendorganisation der Arbeiterpartei von Ministerpräsident Stoltenberg das Feuer eröffnet haben. Dabei wurden nach Medienberichten mindestens vier Menschen getötet. An dem Sommerlager der Jungsozialisten nahmen über 500 Menschen teil. Stoltenberg war als Gastredner zu der Veranstaltung eingeladen. Laut Polizeiangaben besteht ein Zusammenhang zwischen der Schießerei und dem Anschlag in Oslo.

Eine Stadt im Schockzustand

Der Journalist Asmud Willersrud von der norwegischen Zeitung "Aftenposten" berichtete im Deutschlandfunk über die Lage in Oslo. Die Stadt befinde sich in einem Schockzustand. Im Vorfeld des Anschlages habe es keinerlei Warnungen gegeben. Norwegen sei auf eine derartige Situation nicht vorbereitet gewesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte die Anschläge und sprach den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus. "Die norwegische Regierung und das norwegische Volk sollen wissen, dass die Bundesregierung und die Deutschen solidarisch an ihrer Seite stehen", heißt es in einer Erklärung.

Norwegen war bisher noch nie von Terroranschlägen heimgesucht worden. Im Nachbarland Schweden hingegen sprengte sich im Dezember 2010 ein Mann in der Fußgängerzone in die Luft, der in einem Ausbildungslager für Terroristen in Pakistan war.

Über die aktuellen Entwicklungen in Norwegen berichten auch die Nachrichten bei dradio.de und DRadio Wissen.

[url=http://www.dradio.de/aktuell/1510781/bilder/image_main/ title="Weitere Bilder der Explosion in Oslo" target="_self]Weitere Bilder



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

ItalienTote und Verletzte bei Erdbeben

Verletzte werden nach dem Erdbeben in Amatrice geborgen (FILIPPO MONTEFORTE / AFP)

Bei einem Erdbeben in Zentralitalien sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Unter Trümmern werden weitere Opfer befürchtet. Das Epizentrum des Bebens mit einer Stärke von mehr als 6 auf der Richterskala lag rund 150 Kilometer nordöstlich von Rom.

Loyalitätsdebatte"In zweiter und dritter Generation haben wir Probleme mit klarem Bekenntnis zu Deutschland"

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak. (imago stock&people)

Der Vorsitzende der Jungen Union, Paul Ziemiak, hat den Loyalitäts-Appell der Bundeskanzlerin an die Deutschtürken begrüßt. "Wer hier lebt, muss sich zu unserer Gesellschaft bekennen", sagte Ziemiak im DLF. Er vermisse dieses Bekenntnis insbesondere von türkischstämmigen Bürgern der zweiten und dritten Einwanderergeneration.

Debatte über israelische AuswandererDeutschland als gelobtes Land?

Ein Mann mit Kippa steht am 16. Dezember 2014 in Berlin vor dem Brandenburger Tor. Hier wurde am Abend der Chanukka-Leuchter entzündet. (dpa / picture alliance / Lukas Schulze)

Junge Israelis wandern verstärkt nach Deutschland und vor allem nach Berlin aus. Manchen alten Kämpfern und Aktivisten gilt das als Verrat. Der Musiker und Autor Ofer Waldmann beobachtet ein vergiftetes politisches Klima in Israel.

Paralympics in Rio"Gut, dass alle russischen Athleten ausgeschlossen werden"

Der Speerwerfer Mathias Mester beim 6. Integrativen Leichtathletik-Sportfest in Leverkusen.  (imago sportfotodienst)

Der Paralympics-Speerwerfer Mathias Mester hat den Ausschluss der russischen Sportler von den Paralympics in Rio begrüßt. Dies sei auf jeden Fall ein Statement in die richtige Richtung gegen Doping, sagte er im DLF. Es gebe aber auch noch andere "schwarze Schafe und andere Länder".

Patiententherapie Erfundene Krankheiten und sinnlose Pillen

Ein Arzt hält Tabletten in der Hand. (imago/STPP)

Gibt es die Wechseljahre von Männern wirklich? Das sei eine von der Pharmaindustrie erfundene Krankheit, kritisiert Dirk Ruiss vom Verband der Ersatzkassen in Nordrhein-Westfalen. Solche erfundenen Krankheiten werden zunehmend zum Problem für die Krankenkassen.

Französischer Chansonnier Léo FerréRebell und Ausnahmemusiker

(picture alliance / dpa / AFP)

Léo Ferré hob das französische Chanson in den Rang der Kunst, brach mit allen Klischees und Konventionen. Er konnte aus einem Gedicht von Rimbaud ein viertelstündiges Orchesterwerk machen und schuf Musik von zeitloser Schönheit. Vor 100 Jahren wurde er geboren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Italien  Mindestens 37 Tote durch Erdbeben | mehr

Kulturnachrichten

Rheinischer Kulturpreis für Regisseur Wim Wenders  | mehr

Wissensnachrichten

Ernährungswissenschaften  Urgetreide gegen Blähungen | mehr