Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Transall-Maschinen auf dem Weg nach Mali

EU stellt Ausbilder bereit - "Nein" zu Militäreinsatz

Transall im Fliegerhorst Penzing (Isabella Kolar)
Transall im Fliegerhorst Penzing (Isabella Kolar)

Die Bundeswehr hat mit ihrem Mali-Einsatz begonnen. Zwei Transall-Maschinen starteten von Schleswig-Holstein aus zunächst nach Frankreich. Zuvor hatten die EU-Außenminister in Brüssel beschlossen, sobald wie möglich Militärausbilder nach Mali zu schicken.

Deutschland unterstützt den Militäreinsatz in Mali mit Flugzeugen vom Typ "Transall". Sie sind für den Transport von Truppen aus den westafrikanischen Nachbarstaaten der Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS vorgesehen. Zwei Maschinen machten sich am Abend zunächst ins französische Évreux auf. Dort sollen die Flugzeuge mit Sanitätsmaterial beladen werden, bevor sie in die malische Hauptstadt Bamako weiterfliegen. Eine dritte Maschine startet morgen in Bayern.

"Europa ist mit Mali und der Aktion Frankreichs solidarisch"

Bei den Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel war es zuvor ziemlich schnell gegangen. Die Sitzung hatte kaum begonnen, da hatten sich die Staaten bereits entschieden, Militärausbilder ins Krisenland Mali zu schicken. Wie viele es sind, wird im Beschluss nicht genannt. Diplomaten sagen, zunächst gehe man von bis zu 250 Militärausbildern aus, die durch etwa 200 Soldaten geschützt werden sollen.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius erklärte nach der Sitzung, er fühle sich von den 26 EU-Partnern komplett unterstützt. "Europa ist mit Mali und der Aktion Frankreichs solidarisch", sagte er. Die Ausbildung des malischen Militärs für Kampfeinsätze solle in den kommenden Tagen beginnen. "Wegen der Dringlichkeit hat man beschlossen, direkt anzufangen." Die EU hatte schon vor Längerem beschlossen, Ausbilder nach Mali zu schicken - auf Grundlage einer Resolution des UNO-Sicherheitsrates. Wegen des begonnenen französischen Militäreinsatzes wird die Mission beschleunigt.Mit Unterstützung der französischen Armee kämpfen die malischen Regierungstruppen derzeit gegen islamistische Rebellen im Norden des Landes.

"In erster Linie afrikanische Kräfte"

Außenminister Guido Westerwelle am Flughafen von Bamako (dpa / Michael Kappeler)Außenminister Guido Westerwelle (dpa / Michael Kappeler)Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte, der Einsatz müsse in erster Linie von malischen und afrikanischen Kräften getragen werden, berichtet Brüssel-Korrrespondent Jörg Münchenberg: "Aber wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass die Afrikaner und dass auch die malischen Kräfte dazu in der Lage sind." Der Umfang der deutschen Beteiligung steht Westerwelle zufolge noch nicht fest und soll in der Bundesregierung erörtert werden. Zuvor müsse aber zwischen den Europäern gesprochen werden, "wer welche Beiträge leistet." Auch die Niederlande stellen im Zusammenhang mit dem Kampf gegen bewaffnete Islamisten in Mali Transportflugzeuge bereit. Hier folge man dem Beispiel der Bundesrepublik, sagte der niederländische Außenminister Frans Timmermans im Deutschlandfunk.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Geiselnahme in Algerien: Islamisten bringen Ausländer in ihre Gewalt - Entführer fordern Ende des Militäreinsatzes in Mali

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Stigmatisierung in DeutschlandDer Rassismus tobt nicht nur am rechten Rand

Eine türkische Mutter mit ihrer Tochter in Berlin-Kreuzberg (imago/Steinach)

Der Rassismus in Deutschland sei in den Strukturen der Gesellschaft tief verankert, meint Schirin Amir-Moazami. Die Gleichheit vor dem Gesetz scheine wenig daran zu ändern, dass für Ayse oder Mohammed der soziale Aufstieg steiniger verläuft als für Marie oder Moritz.

NahtodWahrheit oder Hirngespinst

Ein heller Tunnel, gleißendes Licht, Landschaften wie im Paradies: Menschen mit Nahtoderfahrungen schildern ihre Erlebnisse in den schönsten Farben und Gefühlen. Viele von ihnen freuen sich sogar, wenn sie wieder ins Leben zurückgekehrt sind, auf den späteren Tod.

Über Mord und Tod im FernsehenAll die schönen Toten

Eine junge Frau liegt mit geöffneten Augen auf dem Boden. (Imago / Westend61)

Deutsche Fernsehkultur ist Todeskultur. Auf den Bildschirmen wird in einer Tour gestorben und gemordet. Allerorten liegen Leichen, fließt Blut, stets stellen Ermittler die gleichen Fragen, verkünden Rechtsmediziner einen ungefähren Todeszeitpunkt. Im Fernsehen ist der Tod omnipräsent - doch woher kommt diese als Fiktion verkleidete Faszination des Todes?

Kultur des TodesWenn der Friedhof stirbt

Jahrhundertelang war er der einzige Ort, um die Toten zu bestatten. Doch allmählich stirbt der Friedhof selbst. Immer mehr Menschen finden ihn als letzte Ruhestätte zu teuer und die strengen Vorgaben nicht zeitgemäß. Sie lassen ihre Asche lieber übers Meer verstreuen, sich unter einem Baum beerdigen oder neben dem geliebten Haustier.

Soziologe Khosrokhavar über Terror in EuropaWarum der Dschihadismus weiter andauern wird

Der iranisch-französische Soziologe Farhad Khosrokhavar ist Studienleiter an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. (AFP / Damien Meyer)

Seit fast 30 Jahren erforscht Farhad Khosrokhavar das Phänomen der Radikalisierung unter Moslems. Europa werde das nächste Jahrzehnt mit dschihadistischem Terror leben müssen, ist sich der iranisch-französische Soziologe sicher.

Unruhen in IndienDie Wut der Jugend von Kaschmir

Jugendliche werfen Steine auf ein indisches Polizeiauto während der Unruhen in Srinagar, der Sommerhauptstadt des indischen Teils Kaschmirs. (picture alliance / dpa / Farooq Khan)

Seit dem 8. Juli gehören Tote und Verletzte zum traurigen Alltag im indischen Teil Kaschmirs. Damals erschossen Soldaten den Kämpfer Burhan Wani. In den Augen der indischen Regierung ein Terrorist, für viele Jugendliche ein Held und Märtyrer. Seitdem gehen seine Anhänger regelmäßig demonstrieren - doch immer seltener geht es dabei friedlich zu.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  Hilfslieferungen für vier eingeschlossene Städte | mehr

Kulturnachrichten

Ex-Ärzte-Bassist Hagen Liebing gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Ozean-Müllabfuhr  Schiff sammelt Plastikabfall ein | mehr