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Troika kontrolliert erneut Griechenland

Medien: Viele rote Karten für Athen

Die Experten von IWF, EZB und EU-Kommission waren zuletzt Anfang Juli in Griechenland (picture alliance / dpa / Katia Christodoulou)
Die Experten von IWF, EZB und EU-Kommission waren zuletzt Anfang Juli in Griechenland (picture alliance / dpa / Katia Christodoulou)

Kann sich Griechenland in der Eurozone halten? Die Troika aus IWF, EZB und EU prüft wieder, wie die Regierung in Athen bei den geforderten Sparprogrammen vorankommt. Derweil hat die Äußerung von Wirtschaftsminister Rösler zu einem Euro-Austritt Griechenlands hohe Wellen geschlagen.

<p>Wie kann das griechische Finanzloch von 11,5 Milliarden Euro binnen zwei Jahren gestopft werden? Kann das Land weitere <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="214441" text="Sparmaßnahmen" alternative_text="Sparmaßnahmen" /> schultern? Unter anderem sollen dutzende Behörden geschlossen werden. Die Troika muss die Fragen beantworten und soll damit klären, ob weitere Milliarden nach Athen fließen oder ob das Land bankrott geht.<br /><br />Am Freitag wollen sich die Finanzexperten dann mit <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="209767" text="Ministerpräsident Antonis Samaras" alternative_text="Ministerpräsident Antonis Samaras" /> treffen. Doch das griechische Volk muss sich gedulden, denn mit ersten Ergebnissen wird nicht vor Ende August gerechnet. <br /><br />In Athen ist es kein Geheimnis, dass viele Auflagen bei weitem nicht erfüllt sind. "Die Troika hat viele rote Karten im Gepäck", schrieb die Sonntagszeitung "To Vima" auf ihrer Internetseite.<br /><br /></p><p><strong>Neue Debatte über Ende des Euro in Griechenland</strong></p><p>Die Debatte über die Griechen und den Euro ist wieder hoch gekocht: Der ehemalige griechische Regierungssprecher Evangelos Antonaros appellierte an Geldgeber und Gläubiger, Griechenland längere Fristen für Reformen einzuräumen. Ein Land, dessen Wirtschaft seit fünf Jahren um jeweils sieben Prozent geschrumpft sei, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="216261" text="brauche Zeit, um sich zu erholen" alternative_text="brauche Zeit, um sich zu erholen" />, sagte Antonaros im Deutschlandradio Kultur. <br /><br />Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) schloss solche Zugeständnisse aus. Es werde weder ein drittes Hilfspaket noch mehr Zeit geben, sagte der CDU-Politiker der "Bild"-Zeitung. Der Meinung sind auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle und der Generalsekretär der FDP, Patrick Döring. <br /><br />Der Börsenexperte Dirk Müller geht hingegen nicht davon aus, dass Athen seine Sparauflagen überhaupt erfüllen kann. Zudem <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="215574" text="passe der Euro nicht zur Leistungsfähigkeit Griechenlands" alternative_text="passe der Euro nicht zur Leistungsfähigkeit Griechenlands" />, sagte Müller im Deutschlandfunk.<br /><br />Lutz Goebel, Vorsitzender des Verbandes der Familienunternehmer, hält einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone ohnehin für verkraftbar. "Die einzige Chance, die es dort gibt, ist, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="215569" text="dass sie aus dem Euro aussteigen" alternative_text="dass sie aus dem Euro aussteigen" /> und somit wieder wettbewerbsfähig werden können", sagte Goebel im Deutschlandfunk.<br /><br /></p><p><strong>Scharfe Kritik an Rösler</strong></p><p><papaya:media src="317471df352ab1672d93463f6be5fdb3" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="FDP-Chef Philipp Rösler" popup="yes" />Allerdings ist Bundeswirtschaftsminister Phillip Rösler (FDP) wegen seiner Äußerungen zu Griechenland in den Reihen der Koalition und in Athen selbst in die Kritik geraten. Der finanzpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Klaus-Peter Flosbach, sagte dem "Handelsblatt Online", die Spekulationen über einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone hätten sofort Folgen auch für Deutschland. Das zeige sich an der <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="215036" text="Neubewertung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Moody's" alternative_text="Neubewertung der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Moody's" />. <br /><br />Auch Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin führte den Schritt auf Röslers Aussage zurück. Er warf dem FDP-Politiker vor, verantwortungslos daher geschwätzt zu haben. Ähnlich äußerte sich SPD-Haushaltsexperte Carsten Schneider. Er forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, den Minister aus dem Kabinett zu entlassen. <br /><br /><papaya:media src="4f2a004261b55dad0484e07efa4ff89f" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Jorgo Chatzimarkakis, Europaparlamentarier (FDP)" popup="yes" />Röslers Äußerungen seien <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="215572" text="&quot;grob fahrlässig&quot;" alternative_text="&quot;grob fahrlässig&quot;" />, meint sogar der FDP-Europapolitiker Jorgo Chatzimarkakis. Wenn in Griechenland die Mehrwertsteuer auf 23 Prozent steige, könne man nicht behaupten, dort sei nichts passiert, sagte Chatzimarkakis im Deutschlandfunk. Als Vizekanzler und Wirtschaftsminister hätten Röslers Worte Gewicht an den Börsen. Deshalb müsse er auch die Verantwortung für daraus folgende negative Entwicklungen an den Märkten übernehmen, so der Abgeordnete im Europaparlament.<br /><br /><br /></p><p><strong>Samaras greift Befürworter des Euro-Austritts an</strong></p><p>Scharfe Worte kamen vom griechischen Ministerpräsident Samaras. Er kritisierte die Äußerungen einiger europäischer Politiker zum möglichen Euro-Austritt Griechenlands. "Ich sage es offiziell: Es handelt sich um Untergraber unserer nationalen Bemühungen", sagte er bei seiner Rede vor einem Parlamentsausschuss. "Wir tun, was wir können, damit das Land wieder auf eigenen Beinen stehen kann, und sie tun alles, was in ihrer Macht steht, damit wir scheitern", sagte Samaras.<br /><br /><br /><br /><strong>Mehr auf dradio.de:</strong><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="209520" text="Eine Chance für Europa?" alternative_text="Eine Chance für Europa?" /> - Nach der Wahl in Griechenland<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="215566" text="Trittin warnt vor Hysterie wegen Griechenland" alternative_text="Trittin warnt vor Hysterie wegen Griechenland" /> - Grünen-Fraktionschef will Bericht der Troika abwarten<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="215524" text="&quot;Es darf keine Rabatte auf Reformen geben&quot;" alternative_text="&quot;Es darf keine Rabatte auf Reformen geben&quot;" /> - Bundeswirtschaftsminister besorgt über Reformtempo in Griechenland<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="209676" text="&quot;Am Nasenring lassen wir uns nicht herumführen&quot;" alternative_text="&quot;Am Nasenring lassen wir uns nicht herumführen&quot;" /> - Rainer Brüderle (FDP) über notwendige Reformen in Griechenland</LI_1788871><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="215867" text="Griechenland will Privatisierungswelle einläuten" alternative_text="Griechenland will Privatisierungswelle einläuten" /> - Die linke Opposition kündigt spricht von "Ausverkauf" in Athen</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

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