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Tschechen wählen Zeman zum Präsidenten

Ehemaliger Regierungschef siegt in Stichwahl

Der frühere Regierungschef Milos Zeman ist neuer Präsident Tschechiens
Der frühere Regierungschef Milos Zeman ist neuer Präsident Tschechiens (picture alliance / dpa / Tomas Hajek)

Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Tschechien hat der frühere Regierungschefs Zeman gewonnen. Er kommt nach Auszählung aller Stimmen auf knapp 55 Prozent. Sein Konkurrent, Außenminister Schwarzenberg, erreicht gut 45 Prozent.

Milos Zeman steht als neuer Präsident fest. Der linke Politiker besiegte Außenminister Karel Schwarzenberg bei der Stichwahl am Freitag und Samstag. Die Tschechen entschieden zum ersten Mal in einer Direktwahl über ihr Staatsoberhaupt. Der 68-jährige Zeman löst den Euroskeptiker Vaclav Klaus am 7. März im Amt ab. Klaus konnte nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten.

Meinungsforscher gingen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus, sahen aber den linken Ex-Regierungschef Zeman leicht im Vorteil.

Vertreibung als Wahlkampf-Thema

Tschechiens Präsident Václav KlausNimmt Abschied: der bisherige Präsident Václav Klaus (picture alliance / dpa / Filip Singer)Ein zentrales Thema im Wahlkampf waren die Benes-Dekrete zur Vertreibung von Millionen Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg, berichtet Stefan Heinlein im Deutschlandfunk. "Die Vertreibung war für uns kein Ruhmesblatt", hatte Karel Schwarzenberg betont und dafür scharfe Kritik geerntet. Gegen ein ehrverletzendes, ganzseitiges Zeitungsinserat vom Wahltag will sein Team juristisch vorgehen. "Ich habe nie in meinem Leben Kriegsverbrecher verteidigt", erklärte ein sichtlich empörter Schwarzenberg im Hinblick auf die NS-Zeit. Der Politologe Robert Schuster maß der Debatte um die Benes-Dekrete eine hohe Bedeutung für den Wahlausgang zu: "Dieses Thema wird sicherlich zur Mobilisierung der Wähler beitragen. Und insofern kann es indirekt wahlentscheidend sein", sagte er im Deutschlandfunk.

Während Zeman sich als linker Kandidat präsentierte und ein skandinavisches Wohlfahrtsmodell propagierte, ist Fürst Schwarzenberg Vizechef einer nach harten Sparmaßnahmen unbeliebten Mitte-Rechts-Regierung. Für Erstaunen hatte am ersten Wahltag gesorgt, dass Schwarzenberg an seinem Wohnort Sykorice eine ungültige Stimme abgab. Offenbar hatte der adlige Minister im Medienrummel vergessen, seinen Stimmzettel in den obligatorischen Umschlag einzutüten.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:05 Uhr

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