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Tuaregs in Timbuktu, Ultimatum an Militärs

Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft besorgt über Lage in Mali

Tuareg-Rebellen unweit der Stadt Kidal im Norden Malis (picture alliance / dpa / str)
Tuareg-Rebellen unweit der Stadt Kidal im Norden Malis (picture alliance / dpa / str)

Während im Norden die Tuaregs die Sezession vorantreiben, gerät in der Hauptstadt die Militärjunta in Bedrängnis: Rund eineinhalb Wochen nach dem Staatsstreich in Mali wird die Lage in dem westafrikanischen Land immer brisanter.

Heute läuft ein Ultimatum aus, das die Nachbarländer den Putschisten gestellt hatten. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) hatte den Anführern des Coups Ende vergangener Woche mit scharfen Sanktionen gedroht, sollte sie die Macht im Land nicht innerhalb von 72 Stunden an eine zivile Regierung zurückgegeben und die verfassungsmäßige Ordnung wiederherstellen.

Hauptmann Amadou Sanogo hatte sich vor eineinhalb Wochen mit zahlreichen meuternden Soldaten an die Macht geputscht und Präsident Amadou Toumani Touré gestürzt. Die Putschisten begründeten ihren Staatsstreich mit der Schwäche der Armee gegenüber den Tuareg-Rebellen, die im Norden Malis nach Autonomie streben. Damit war der seit 1992 laufende Demokratisierungsprozesses in dem westafrikanischen Land gestoppt - er hatte bis dahin als beispielhaft gegolten.

Verfassung wieder für gültig erklärt

Die Ecowas-Staatschefs wollen in der senegalesischen Hauptstadt Dakar über das weitere Vorgehen beraten, berichtete der Rundfunksender Radio France International (RFI). RFI zufolge kam Juntaführer Amadou Sanogo am Sonntag den Ecowas-Forderungen zumindest teilweise nach und erklärte die Verfassung und alle staatlichen Institutionen wieder für gültig. Jedoch war unklar, wann es demokratische Wahlen geben wird.

Eine Delegation der Putschisten war am Wochenende ins angrenzende Burkina Faso gereist, um Gespräche mit Präsident Blaise Campaoré zu führen, der von der Ecowas als Vermittler eingesetzt worden war. Nach Informationen der Nachrichtenagentur APS ist die Organisation gegen eine Zerstückelung des malischen Staatsgebiets durch die Abspaltung eines Teilgebiets.

Nördliche Städte in Tuareg-Hand

Tuareg-Rebellen übernehmen jedoch nach und nach den Norden Malis. Am Sonntag nahmen sie die historische Karawanenstadt Timbuktu ein. Sie ist die letzte Stadt im Nordosten des Landes, die noch von der Armee gehalten wurde. Zuvor waren die Kämpfer bereits nach Gao und Kidal eingedrungen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind bereits mehr als 80.000 Menschen aus dem Norden Malis in die Nachbarländer geflüchtet.

Die für Autonomie kämpfenden Tuareg hatten Mitte Januar in Nord-Mali die größte Offensive seit 2009 gestartet. Zu den Kämpfern gehören auch Tuareg, die zuvor als Söldner für den inzwischen getöteten libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi kämpften. 1,5 Millionen Menschen gehören dem Nomadenvolk an. Sie leben in Algerien, Burkina Faso, Libyen, Mali und im Niger.

Auswärtiges Amt gibt Reisewarnung aus

Das Auswärtige Amt in Berlin hat eine aktualisierte Reisewarnung für Mali ausgegeben und deutsche Staatsbürger vor Reisen in das westafrikanische Land gewarnt. "Im Land aufhältigen Deutschen wird dringend geraten, die gegenwärtig noch bestehenden kommerziellen Möglichkeiten zur Ausreise umgehend zu nutzen", heißt es auf der Website des Amts.



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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

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