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Türkei sperrt Luftraum für syrische Flugzeuge

Grenzkonflikt spitzt sich weiter zu

Auslöser des Streits ist die erzwungene Landung eines syrisches Flugzeugs auf dem Flughafen von Ankara. (picture alliance / dpa / Cem Oksuz / Anadolu Agency)
Auslöser des Streits ist die erzwungene Landung eines syrisches Flugzeugs auf dem Flughafen von Ankara. (picture alliance / dpa / Cem Oksuz / Anadolu Agency)

Die Reaktion kam prompt: Erst macht Syrien seinen Luftraum für türkische Flugzeuge dicht - nun verkündet die Türkei ihrerseits ein Überflugverbot für Maschinen aus dem Nachbarland. Auslöser der jüngsten Spannungen ist der Streit um ein abgefangenes syrisches Flugzeug.

Die Spannungen zwischen der Türkei und Syrien verschärfen sich weiter: Der türkische Luftraum ist für syrische Flugzeuge gesperrt worden. Das gab der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu bekannt. Zur Begründung hieß es, das Regime in Damaskus missbrauche zivile Flüge für den Transport militärischer Ausrüstung. Zuvor hatte Syrien seinerseits seinen Luftraum für türkische Maschinen gesperrt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle mahnte die Türkei bei einem Besuch in Instanbul zur Zurückhaltung. Bei einem Treffen mit Außenminister Davutoglu forderte er den Nato-Partner auf, den bisherigen "besonnenen Kurs" fortzusetzen. Zugleich betonte er: "Die Türkei steht nicht allein, sondern hat auch die Solidarität der Bundesregierung."

Erdogan fordert Reform des Sicherheitsrates

Davutoglu bedankte sich ausdrücklich für die deutsche Unterstützung. Er fügte jedoch hinzu, bei weiteren schweren Grenzverstößen durch Syrien werde die Türkei selbstverständlich "ein Handeln entgegensetzen". Dabei gehe es auch um Abschreckung. Zugleich erinnerte er an die Beistandspflichten innerhalb der Nato. Wörtlich sagte er: "Die türkische Grenze hat den gleichen Stellenwert wie die norwegische Grenze."

Der türkische Regierungschef Erdogan forderte eine Reform des UNO-Sicherheitsrats. Wegen der anhaltenden Vetos der beiden ständigen Ratsmitglieder Russland und China gegen alle Syrien-Resolutionen verliere das Gremium zunehmend an Legitimität, sagte Erdogan.

Im türkischen Grenzgebiet schlagen immer wieder Granaten aus Syrien ein. Die Türkei feuert zurück. Aus Syrien selbst wird eine weitere Gewalttat gegen Regierungsgegner gemeldet. Nach Angaben der Opposition explodierte in der Nähe von Damaskus ein Sprengsatz. Dabei seien mindestens acht Menschen ums Leben gekommen. "Human Rights Watch" kritisierte, die syrische Luftwaffe setze im Kampf gegen die Aufständischen auch Streubomben ein. Dies belegten Videos und Berichte von Augenzeugen, teilte die Menschenrechtsorganisation in New York mit. Syrien müsse den Einsatz dieser rücksichtslosen Bomben sofort beenden.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:59 Uhr

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