Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Türkei will Syrien-Konferenz ausrichten

Brüssel prüft Evakuierung von EU-Bürgern

Will eine Assad-kritische Syrienkonferenz organisieren: der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu (AP)
Will eine Assad-kritische Syrienkonferenz organisieren: der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu (AP)

Die Türkei will eine internationale Konferenz zur Beendigung des Konflikts in Syrien einberufen. An ihr sollen nach den Worten von Ministerpräsident Recep Tayib Erdogan nur Länder teilnehmen, die "an der Seite des syrischen Volkes stehen und nicht auf der des Regimes". Russlands Vermittlungsversuch bekommt damit Konkurrenz.

Außenminister Ahmet Davutoglu sagte in Ankara, Ministerpräsident Erdogan werde noch heute über den Vorschlag mit dem russischen Präsidenten Medwedjew telefonieren; er selbst werde nach Washington reisen, um dort mit Außenministerin Hillary Clinton über die Lage zu beraten. Es hat sich schon seit einiger Zeit angekündigt, dass Ankara eine aktivere Rolle im Syrien-Konflikt spielen will.Die USA hatten zuletzt erklärt, sie planten derzeit nicht, die syrische Opposition zu bewaffnen, planen aber offenbar im Geheimen mögliche Militärschläge gegen Syrien.

Eine Syrerin vor dem Flüchtlingslager im türkischen Boynuyogun nahe der syrischen Grenze. (AP)Eine Syrerin vor dem Flüchtlingslager im türkischen Boynuyogun nahe der syrischen Grenze. (AP)

Brüssel prüft Evakuierung und neue Sanktionen

Bei der EU wird geprüft, wie schnell die mehreren tausend EU-Bürger notfalls aus Syrien evakuiert werden könnten. Experten seien hierzu nach Beirut und Amman gereist, teilten Diplomaten in Brüssel mit. Gleichzeitig stehen neue Sanktionen zur Debatte, etwa das Einfrieren der Konten der syrischen Nationalbank in Europa oder ein Importstopp für syrisches Phosphat. Etwa 40 Prozent des Exports dieses Rohstoffs aus Syrien gehen in die EU. Bundes-Außenminister Westerwelle hat auch vorgeschlagen, kommerzielle Flüge von und nach Syrien zu untersagen. Andere Mitgliedsstaaten bezweifeln offenbar, ob dies zweckmäßig ist, weil ein Flugverbot auch eine eventuelle Evakuierung von EU-Bürgern behindern könnte.

Putin: Westen in Syrien wie Elefant im Porzellanladen

Russland kritisierte die Haltung des Westens im Syrienkonflikt. Ministerpräsident Putin warf dem Westen vor, sich in Syrien zu verhalten wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen. Die Syrer müssten selbst einen Weg zur Beilegung des Konflikts finden. Kerstin Müller, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, warf Russlands Syrienpolitik im Deutschlandradio Kultur Zynismus vor.

Wieder Gewalt gegen Aufständische und Zivilisten

Die syrische Armee setzte unterdessen offenbar ihre Angriffe gegen Aufständische und Zivilisten fort. In Homs sollen nach Angaben syrischer Oppositioneller etwa 20 Personen gezielt getötet worden sein; in der Stadt Daraa an der Grenze zu Jordanien habe die Armee eine Offensive gegen Deserteure eingeleitet. Auch hier gab es offenbar Tote.

Haftbefehle gegen mutmaßliche Assad-Spione erwartet

In Berlin wurde am Mittag erwartet, dass der Bundesgerichtshof Haftbefehl gegen die zwei gestern festgenommenen mutmaßlichen Agenten des Assad-Regimes erlässt. Sie sollen syrische Oppositionelle in Deutschland bespitzelt haben.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:47 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 09:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 09:07 Uhr Im Gespräch

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

USASchüsse, die ein Land verändern könnten

New Yorker Boulevardblätter berichten groß über die tödlichen Schüsse vor laufender Kamera auf zwei Reporter.  (imago / Levine-Roberts)

Nachdem am Mittwoch in den USA zwei Fernsehreporter während eines Live-Interviews erschossen worden waren, werden die Waffenproblematik, die Rassendiskriminierung und die Rolle der neuen Medien diskutiert. 

Flüchtlinge"Die Mehrheit der Menschen wird bleiben"

Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl, spricht am 21.05.2014 bei einer Pressekonferenz in Berlin zum Thema "Flüchtlinge aus Syrien - woran scheitert eine schnelle Aufnahme?" (picture-alliance / dpa / Christoph Schmidt)

Die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge müssten schneller anerkannt werden, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt im DLF. Die Mehrheit der Menschen werde ohnehin hier bleiben: "Es gibt gute Gründe, sie aufzunehmen und sie zu schützen."

Ausländerfeindlichkeit in Sachsen"Verheerende Auswirkungen" auf den Wissenschaftsstandort

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) (dpa/picture alliance/Matthias Hiekel)

Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, Pegida, NPD - dadurch entstehe auch einen enormer Imageschaden für Sachsen, beklagt Eva-Maria Stange. "Das schreckt ausländische Wissenschaftler erheblich ab", so die die sächsische Wissenschaftsministerin.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Flüchtlingsdrama in Österreich  Mehr als 70 Tote in LKW | mehr

Kulturnachrichten

Opernregisseur Nikolaus Lehnhoff ist tot  | mehr

Wissensnachrichten

Medizin  Forscher berechnen, was ein Medikament wirklich wert ist | mehr