Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Tunesiens ungewisse Zukunft

Premier Jebali droht mit Rücktritt

Generalstreik in Tunesien mit mehr als 1,4 Millionen Teilnehmern (picture alliance / dpa)
Generalstreik in Tunesien mit mehr als 1,4 Millionen Teilnehmern (picture alliance / dpa)

Kräftemessen in Tunesien: Gestern mobilisierte die tunesische Opposition zehntausende Menschen zu einem Generalstreik. Heute folgten Tausende dem Aufruf der Regierungspartei zur Gegendemonstration.

In Tunis demonstrierten heute mehrere tausend Unterstützer der regierenden Ennahda-Partei, um die Legitimität der Verfassungsgebenden Versammlung zu verteidigen und die Einmischung Frankreichs in innere Angelegenheiten zu kritisieren.

Der Protest der Ennahda-Anhänger richtete sich auch gegen Premierminister Hamadi Jebali, der selbst der Regierungspartei angehört. Jebali hatte die Führung seiner Partei mit dem Vorstoß verärgert, das Kabinett aufzulösen und die Politiker durch Experten zu ersetzen. Er sagte in Tunis, er wolle bis Mitte nächster Woche ein neues Kabinett vorstellen. Für den Fall, dass diese Regierungsumbildung scheitert, kündigte Jebali seinen Rücktritt an. Die islamistische Ennahda-Partei hatte sich zuvor mehrfach ablehnend zu dem Vorhaben geäußert.

Zehntausende bei Generalstreik

Nach dem Generalstreik gesternhatten heute wieder Geschäfte und Restaurants geöffnet. Zehntausende Menschen hatten sich gestern an den Trauerfeierlichkeiten für den ermordeten Oppositionspolitikers Chokri Belaïds beteiligt. Die Ennahda-Partei wird von vielen Tunesiern für das Attentat verantwortlich gemacht. Zugleich legte ein Generalstreik das öffentliche Leben vielerorts lahm. Das tunesische Innenministerium sprach zunächst von 1,4 Millionen Teilnehmern, korrigierte die Zahl jedoch später auf 40.000 Menschen.

Trauer um Oppositionspolitiker Belaïd (picture alliance / dpa / EPA)Trauer um Oppositionspolitiker Belaïd (picture alliance / dpa / EPA)Der Trauerzug für den entschiedenen Ennahda-Kritiker Belaid entwickelte sich zum Massenprotest gegen die amtierende Regierung. Die Trauernden riefen "Das Volk will eine neue Revolution" und "Das Volk will den Sturz des Regimes". Die gezielte Ermordung des bekannten Regierungskritikers Belaïd war die erste derartige Tat seit der tunesischen Revolte von 2011, die den sogenannten Arabischen Frühling einleitete.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 11:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 11:30 Uhr Musiktipps

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Malawi zwischen Dürre und FlutHunger im Land der Wetterextreme

Menschen erhalten am 15.3.2016 an einem Verteilungspunkt des UN World Food Programme nordwestlich von Lilongwe, Malawi, Lebensmittelhilfe. (picture alliance / dpa / Unicef / Chipiliro Khonje)

Im April hat die Regierung in Malawi wegen der Hungerkrise den Notstand ausgerufen: Derzeit sind mehr als acht Millionen Menschen in dem afrikanischen Land von Lebensmittelhilfe abhängig. Diszipliniert stehen sie in der brennenden Sonne Schlange.

RaumfahrtWeltraumbahnhof, teilmöbliert, in ruhiger Lage zu vermieten

Spaceport America. Das klingt nach Raumfahrt, Rakten, Weltall. Die Raumfahrtsache im ganz großen Stil. Tatsächlicher aber warten und hoffen sie dort auf irgend wen, der den Spaceport nutzen will. Für den Flug ins All, als Partylocation oder auch als Filmkulisse. Hauptsache Geld kommt rein.

Kriminalität im PflegesystemGut gepflegt - oder gepflegt betrogen?

Krankenhaus (imago/Gerhard Leber)

Rund 14.000 ambulante Pflegedienste gibt es in Deutschland, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen zu alten oder kranken Menschen ins Haus und pflegen sie dort. Doch nicht immer wird geleistet, was bezahlt wird. Der Abrechnungsbetrug ist so lukrativ, dass sich schon die organisierte Kriminalität dafür interessiert. Eine Gesetzesänderung soll Abhilfe schaffen.

WirtschaftRussland spürt die Brexit-Folgen schon

Ein Skateboardfahrer fährt an der Anzeigetafel einer Wechselstube in Moskau vorbei. Im Hintergrund moderne Hochhäuser. (EPA/SERGEI ILNITSKY)

Angesichts der drohenden wirtschaftlichen Folgen hat Russlands Präsident Wladimir Putin zurückhaltend auf das britische Referendum reagiert. Doch russische Kommentatoren sind sich sicher, das britische Nein zur EU hat im Kreml für Hochstimmung gesorgt. Denn viele meinen: Erst zerfällt die EU, dann die NATO.

Niederländische Leseclubs in BerlinTanzen, trinken, diskutieren

Die niederländische Schriftstellerin Bregje Hofstede beim MAG-Festival am 24.6.2016 in Berlin (Deutschlandradio / Gesa Ufer)

Mit ihrer Kombination aus Party, Lesung und Gespräch sind die Lesefestivals des MAG-Verlags in den Niederlanden eine Legende. In der vergangenen Woche fand auch in Berlin ein solches Lesefestival statt.

Fußball-TaktikNationaltrainer denken vor allem defensiv

Joachim Löw (3. von rechts) spricht während des Trainings in Ascona mit den Spielern der deutschen Nationalmannschaft. (picture alliance / dpa / Christian Charisius)

Tore sind Mangelware. Diese Europameisterschaft ist bisher alles andere als ein Offensivspektakel. Taktikexperte Tobias Escher erklärt, warum das so ist und wieso die DFB-Elf eine Ausnahme darstellt.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Merkel im Bundestag  Brexit-Referendung führt zu schwerster Krise in EU | mehr

Kulturnachrichten

Marcel Beyer erhält Georg-Büchner-Preis  | mehr

Wissensnachrichten

Fremde Arten  Indischer Rotfeuerfisch erobert Mittelmeer | mehr