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Twitter-Aktion #aufschrei mit Grimme Online Award ausgezeichnet

Weitere Preise unter anderem für die Internetseiten "Der Postillon" und "Netz-gegen-Nazis.de"

Die Twitter-Aktivistinnen Nicole von Horst (l-r), Anna-Katharina Meßmer, Anne Wizorek und Jasna Strick und Laudator Jan Hofer (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)
Die Twitter-Aktivistinnen Nicole von Horst (l-r), Anna-Katharina Meßmer, Anne Wizorek und Jasna Strick und Laudator Jan Hofer (picture alliance / dpa / Henning Kaiser)

#aufschrei – unter dem diesem Schlagwort gab es bei Twitter eine riesige Empörungswelle über Sexismus in der Gesellschaft. Zahlreiche Frauen machten mit Kurzmitteilungen ihrem Ärger über männliches Macho-Gehabe Luft. Nun wurde die Twitter-Aktion mit einem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Zum ersten Mal ist mit #aufschrei ein Twitter-Schlagwort mit dem Grimme Online Award prämiert worden. Damit würdigte die Jury "eine gesamtgesellschaftlich in aller Breite geführte Diskussion, die im Web mitgezündet wurde", hieß es bei der Preisvergabe in Köln. Durch die Twitter-Aktion habe der Gedankenaustausch eine Dynamik erhalten, die ihn über alle Mediengrenzen hinweg gehen ließ.

An Fahrt gewonnen hatte die Aktion vor allem durch die zeitgleich begonnene Debatte um Äußerungen von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle gegenüber der Stern-Journalistin Laura Himmelreich. Innerhalb weniger Tage sammelten sich unter dem Stichwort"#aufschrei" fast 60.000 Kurzmitteilungen.

"Eine Auszeichnung für alle, die sich beteiligt haben"

Die Initiative zu dem Twitter-Hashtag (so heißt das Doppelkreuz vor einem Begriff) geht unter andrem auf die Netzaktivistin Anne Wizorek alias @marthadear zurück. Sie nahm den Preis zusammen mit ihren Mitstreiterinnen Nicole von Horst, Anna-Katharina Meßmer und Jasna Strick entgehen. Der Nachrichtenagentur dpa sagte Wizorek: "Der Preis ist insofern toll, als dass er an alle gerichtet ist, die sich konstruktiv an dieser Debatte beteiligt haben." Außerdem sei er all jenen gewidmet, die den Mut hatten, ihre Geschichten zu teilen. Die Laudatio hielt Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer.

Darüber hinaus wurden in Köln sieben Websites für ihre "herausragende publizistische Qualität im Netz" ausgezeichnet. Grimme-Direktor Uwe Kammann erklärte, die prämierten Angebote des 13. Online Awards belegten eindrücklich die vielfältigen Möglichkeiten des Netzes.

"11freunde" siegt in der Kategorie Unterhaltung

!Der Publikumspreis ging an die Politsatire-Website "Der Postillon", die auch den Jurypreis in der Kategorie Information erhielt. In der Kategorie Kultur und Unterhaltung prämierte die Jury den Liveticker der Fußball-Internetseite "11Freunde". In der Kategorie Webangebote erhielten "Netz-gegen-Nazis.de" und "no-nazi.net" der Amadeu Antonio Stiftung einen Preis.

In der Kategorie Wissen und Bildung wurden drei Online-Angebote prämiert. Das Multimedia-Special "Plan B" der Deutschen Welle porträtiere in fünf europäischen Krisen-Ländern "selbstbewusste junge Menschen, die sich nicht aufgeben, konstruktiv mit Arbeitslosigkeit und Geldmangel umgehen und dabei erfolgreich ihren 'Plan B' in die Tat umsetzen", hieß es in der Begründung. Ausgezeichnet wurde auch die vierzigminütigen ARTE-Web-Dokumentation "Alma", in der eine 26-jährige Gang-Aussteigerin den brutalen Alltag in ihrer Heimat Guatemala schildert. In dem dritten prämierten Beitrag "Soziopod" böten die Autoren eine breite Themenauswahl und Zwiegespräche über soziologische und philosophische Fragen.

Ausgewählt wurden die Gewinner von einer Fachjury der Initiative "klicksafe", einem gemeinsamen Projekt der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) Rheinland-Pfalz und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM).


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:13 Uhr

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