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Umstrittener Anti-Koran-Film im Internet

Weltweit Distanzierung vom Werk des niederländischen Politikers Wilders

Screenshot des Islamfilms von Geert Wilders (liveleak.com)
Screenshot des Islamfilms von Geert Wilders (liveleak.com)

Seit Monaten wurde in den Niederlanden über einen Film debattiert, den es noch gar nicht zu sehen gab: Der Rechtspopulist Geert Wilders hatte angekündigt, in einem Film die Gefahren durch den Islam darstellen zu wollen.

Am Donnerstag hat Wilders seinen Film nun auf dem Internetportal LiveLeak veröffentlicht, doch die befürchteten Proteste von muslimischer Seite blieben bislang zumindest aus. In dem 15-minütigen Film mit dem Titel "Fitna" ("Zwietracht") setzt Wilders den Islam mit dem Faschismus gleich und verlangt ein Verbot des Korans. Gezeigt werden dabei Bilder der Terroranschläge in New York und Madrid sowie die umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen.

Regierung distanziert sich

Der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende kritisierte, das Stück setze den Islam mit Gewalt gleich. Der Fraktionsvorsitzende der regierenden Christdemokraten, Pieter van Geel, nannte den Film "gemein und verletzend". Eine Sprecherin der mitregierenden Sozialdemokraten sagte, Wilders stelle bereits bekannte Szenen so zusammen, dass sie "angsteinflößend" wirken. In den vergangenen Wochen hatte die Regierung Befürchtungen geäußert, der Film könne in muslimischen Ländern zu ähnlichen Ausschreitungen führen wie vor zwei Jahren die zuerst in dänischen Zeitungen abgedruckten Mohammed-Karikaturen.

Politiker und Islamgelehrte in Indonesien bezeichneten das Stück als "voller Rassismus". Das iranische Außenministerium sprach von einem "Kreuzzug" westlicher Länder gegen den Islam.

Das Bundeskriminalamt zeigte sich besorgt über mögliche Folgen der Ausstrahlung des Films. Das Video könne zu einer weiteren Verschärfung der Sicherheitslage führen, sagte BKA-Abteilungsleiter Klaus Wittling in Wiesbaden. (Volker Finthammer fasst die Reaktionen auf den Film zusammen, MP3-Audio)

Geert Wilders, ehemaliger Liberalkonservativer (AP Archiv)Geert Wilders (AP Archiv)Niederländische Muslim-Verbände erklärten, der Film sei nicht so schlimm wie erwartet. Sie hatten befürchtet, Wilders würde in dem Video den Koran verbrennen oder ihn in Stücke reißen. Dies sei aber nicht der Fall.

Die Islamwissenschaftlerin Katajun Amirpur betonte im Deutschlandfunk, der Film wirke unglaublich bedrückend und löse Angst aus. Er enthalte "unglaublich viel Konfliktpotenzial". Es sei nicht auszuschließen, dass von einigen Regierungen in der islamischen Welt dieser Film benutz werde, um Front gegen die westliche Welt zu machen. (Text / MP3-Audio)

Kritik kam auch von unerwarteter Seite: Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard will mit einer einstweiligen Verfügung ein Verbot des Werkes erreichen. Westergaard bezeichnete es als Missbrauch, dass in dem Film seine Mohammed-Karikaturen gezeigt würden. Diese hatten heftige Reaktionen in der muslimischen Welt ausgelöst.



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"Wir müssten viel mehr diskutieren"

 

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:28 Uhr

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