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Umstrittener Auftritt

Kritik an Rede Alfred Grossers bei Gedenkveranstaltung zur Progromnacht

Alfred Grosser  (AP)
Alfred Grosser (AP)

In der Frankfurter Paulskirche fand eine Gedenkveranstaltung für die Opfer der Pogromnacht von 1938 statt. Überschattet wurde die Gedenkfeier vom Streit um den Hauptredner Alfred Grosser.

Der Publizist Micha Brumlik hat die Rede des deutsch-französischen Publizisten Alfred Grosser bei der Veranstaltung scharf kritisiert. Sie sei "unangemessen" gewesen und habe "das Thema völlig verfehlt", sagte er im Deutschlandfunk.

Grosser hatte vor seiner Rede im Deutschlandfunk beklagt, dass offensichtlich keiner seiner Kritiker sein Buch "Von Auschwitz nach Jerusalem" gelesen habe, und bedauert, "dass jetzt keine richtige Diskussion stattfindet, nur ununterbrochen Verleumdungen." Ihm gehe es darum, dass"die Menschenrechte überall bewahrt werden", und in Israel sei dies "nicht der Fall".

Der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats, Salomon Korn, hatte im Vorfeld der Veranstaltung im Deutschlandfunk erklärt, Grosser kritisiere "Israel obsessiv einseitig und sehr einäugig."

Die Forderung, den 85-jährigen Grosser, der aus einer jüdischen Frankfurter Familie stammt und 1975 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, wieder auszuladen, hat die Frankfurter Bürgermeisterin Petra Roth allerdings abgelehnt.

Vor 72 Jahren hatten in der Nacht vom 9. auf den 10. November Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen in Brand gesetzt und Geschäfte und Wohnungen von Juden verwüstet.


Mehr zum Thema:
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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:38 Uhr

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