Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

UN-Sicherheitsrat berät über Syrien-Resolution

Russland hat aufgrund anhaltender Gewalt mögliche Zustimmung signalisiert

UNO-Sicherheitsrat in New York (picture alliance / dpa)
UNO-Sicherheitsrat in New York (picture alliance / dpa)

Nach der weiteren Eskalation in Syrien verhandeln die Vereinten Nationen seit Dienstag wieder über eine Resolution gegen Damaskus. Unterdessen geht der syrische Präsident Assad trotz des Fastenmonats Ramadan weiter mit brutaler Härte gegen die Regime-Gegner vor.

Wie Teilnehmer laut Medienberichten sagten, seien die Gespräche "zäh" verlaufen. Allerdings sei es ein Fortschritt, dass nach dem blutigen Einsatz des syrischen Militärs überhaupt wieder über eine Resolution gesprochen wird, mit der das Verhalten von Damaskus verurteilt werden würde. In der Vergangenheit war dieser Vorstoß regelmäßig am Votum von Russland, China und anderen Ländern gescheitert. Wie die russische Delegation am Dienstag verlauten hieß, werde man unter bestimmten Bedingungen einer UN-Resolution zu Syrien zustimmen. Die USA betonten, dass es eine militärische Intervention wie in Libyen nicht geben werde.

Gernot Erler, SPD-Fraktionsvize im Bundestag, kritisierte die Bundesregierung für ihre mangelnde Durchsetzungfähigkeit in Sachen Syrien. Er könne nicht verstehen, dass die Bundeskanzlerin und Außenminister Westerwelle ihre "exzellenten Beziehungen" zu Moskau und China nicht nutzten, um auf eine schnelle UN-Resolution zu drängen.

Wie Deutschlandradio-Korrespondent Jens Wiening berichtet, geht das Militär in Syrien mit unveränderter Härte gegen die Gegner von Präsident Assad vor. Trotz des Fastenmonats Ramadan beschossen Panzer am Dienstag wieder die seit Wochen belagerte Rebellen-Hochburg Hama. Auch in anderen Städte soll es Angriffe schwer bewaffneter Soldaten auf Demonstranten gegeben haben.

Laut Angaben von Menschenrechtsgruppen sind seit Samstag rund 137 Menschen getötet worden, davon allein 93 in Hama. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur berichtet dagegen von "bewaffneten Terroristengruppen", die acht Polizisten erschossen hätten. Die EU hat aufgrund der weiteren Eskalation ihre Sanktionen gegen Syrien weiter verschärft.

Heiko Wimmen, Nahostexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, hat vor einem Bürgerkrieg in Syrien gewarnt. Wenn Präsident Assad nicht aufhöre, die Opposition mit brutaler Gewalt niederzuschlagen, werde es außerdem zu massiven Flüchtlingsströme in Richtung Türkei kommen, sagte Wimmen im Deutschlandradio Kultur.


Links auf dradio.de:

Interview vom 2.8.2011: "Die ganze Welt schaut jetzt auf den Sicherheitsrat" - SPD-Politiker Erler drängt auf Resolution gegen Syrien

Interview vom 2.8.2011: Nahostexperte warnt vor Bürgerkrieg in Syrien - Wimmen: Sanktion syrischer Ölexporte in die EU könnte Druck auf Damaskus ausüben

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:43 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 17:05 Uhr Kulturfragen

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 17:05 Uhr Studio 9 kompakt

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 14:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

KaltwetterStarthilfe mit Kabel und Seil

Es ist kalt geworden. Toll! Sagen die einen. Da schmeckt der Glühwein besser. Doof! Finden die anderen. Weil sie morgens (noch) früher aufstehen müssen, um Autoscheiben zu kratzen. Eis weg, Motor an… Denkste. Nur ein unmotiviertes Restgeräusch ist zu hören. Diagnose: Batterie leer. Aber keine Sorge, wir helfen euch …
      

"Falter"-Chefredakteur zur Wahl in Österreich"Der Wahlkampf hat die Leute mürbe gemacht"

Zwei Wahlplakate der Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen in Wien. (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)

Österreich sei bei der heutigen Bundespräsidenten-Wahl "gespalten", sagt "Falter"-Chefredakteur Florian Klenk. Mit Ex-Grünen-Chef Van der Bellen und FPÖ-Kandidat Hofer treten zwei "äußerste Pole" im politischen Spektrum gegeneinander an.

RE: Das Kapital (4/6)Der Niedergang des Kapitalismus

Die Warenterminbörse New York Mercantile Exchange (Nymex) in New York City von oben.  (imago/UPI Photo)

Marx hielt den Sieg des Proletariats für unvermeidlich. Doch wie lange wird es dem Kapitalismus noch gelingen, seinen Niedergang zu verhindern? Mit dieser Frage befasst sich der Wirtschaftsjournalist Paul Mason im vierten Teil der Sendereihe "Das Kapital".

Altenpflege"Die Generation, die gerade gepflegt wird, hat tierisch Bock auf Poesie"

Heike Jakobi vom ehrenamtlichen Kranken-Lotsendienst schiebt einen Patienten zur Therapie im Albertinen-Haus in Hamburg. (dpa / Christian Charisius)

Er ist Poetryslammer und ist mit Redensarten bekannt geworden. Das ist aber nur eine Seite von Lars Rüppel. Er beschäftigt sich nämlich auch mit Demenz. Und wie Gedichte und Poesie bei dieser Erkrankung helfen können.
      

Vier Fassbinder-Darstellerinnen in einem "Tatort""Ein bisschen wie Parfüm-Mischen"

Isolde (Irm Hermann), Margarethe (Margit Carstensen) und Catharina (Hanna Schygulla) freuen sich gemeinsam mit Klara (Eva Mattes) an ihrem nächtlichen Feuerritual. Im Bodensee-Tatort "Wofür es sich zu leben lohnt". (SWR-Pressestelle/Fotoredaktion)

Im letzten Bodensee-"Tatort" kommen die vier Fassbinder-Schauspielerinnen Hanna Schygulla, Margit Carstensen, Irm Hermann und Eva Mattes zusammen. Das gleiche einer Parfüm-Mischung, sagt Schygulla. Jede habe "ihren eigenen Duft".

CSU-Politiker Söder"Europa ist heute so schwach wie noch nie"

Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) (picture-alliance / dpa / Matthias Balk)

Europa habe durch Deutschlands Grenzöffnung für die Flüchtlinge im vergangenen Jahr Schaden genommen, sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) im Deutschlandfunk. Europa sei zudem so zerstritten wie noch nie und nicht in der Lage, mit einer Stimme auf Herausforderungen zu reagieren.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Linkspartei  Bartsch und Wagenknecht zu Spitzenkandidaten gekürt | mehr

Kulturnachrichten

Weimarer Herderkirche wieder eröffnet  | mehr

Wissensnachrichten

Steigende Nachfrage  Der Kirche fehlen die Exorzisten | mehr