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UN-Vollversammlung erhöht Finanzhilfen für Pakistan

Mehrheit der Deutschen will nicht spenden

Eine pakistanische Frau versucht, mit ihren zwei Kindern den Fluten zu entkommen. (AP)
Eine pakistanische Frau versucht, mit ihren zwei Kindern den Fluten zu entkommen. (AP)

Während international die Staaten ihre Hilfszusagen für die Opfer der Flutkatastrophe in Pakistan weiter aufstocken, bleiben die deutschen Bürger in ihrer Spendenbereitschaft zögerlich. Doch der "Tsunami in Zeitlupe" fordert alle nur erdenklichen Hilfsmöglichkeiten.

Die internationale Hilfe für die Opfer der Flutkatstrophe in Pakistan wird noch einmal aufgestockt. Mehrere Staaten kündigten auf der Sondersitzung der UN-Vollversammlung am Donnerstagabend die Erhöhung ihrer Hilfen an. Laut Außenministerin Hillary Clinton werden die USA ihre Soforthilfen von 90 auf 150 Millionen Dollar ausweiten. Deutschland steigert seine Hilfen um weitere zehn Millionen auf 25 Millionen Euro. Auch die EU und Großbritannien stockten ihre Hilfszusagen noch einmal auf.

Die "Financial Times" berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Islamabad, dass sich Pakistan unterdessen um günstigere Bedingungen für einen milliardenschweren Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) bemüht. Das Land sieht sich nicht in der Lage, die 2008 vereinbarten Konditionen für den Kredit in Höhe von zehn Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) zu erfüllen. Der pakistanische Finanzminister Abdul Hafeez Shaikh werde deshalb in der kommenden Woche nach Washington reisen, um eine Restrukturierung des Darlehens oder neue Finanzierungsmöglichkeiten zu erreichen.

Vor Ort bleibt die Lage weiter angespannt. "Das muss man sich mal vorstellen. Wenn Sie das auf Deutschland übertragen: Ein Drittel der Fläche wäre überflutet. Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, Ludwigshafen, Koblenz, Köln, alles unter Wasser, unglaublich viele Menschen betroffen. Man redet davon, dass eine Million Häuser zerstört sind. Fünf, sieben Millionen Leute wohnen in diesen Häusern",erklärte Markus Löning, Menschenrechtsbeauftragter der deutschen Regierung, die Situation in Pakistan im Deutschlandfunk-Interview.

Deutsche weiter nur zögerlich zum Spenden bereit


Geldstücke (Stock.XCHNG / Bart Zwan)Die Deutschen bleiben beim Spenden zurückhaltend. (Stock.XCHNG / Bart Zwan)Allerdings lehnt die Mehrheit der Deutschen (58 Prozent) laut einer Umfrage Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe weiter ab. Wie das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend ermittelte, haben nur zwölf Prozent der Bürger bereits gespendet, 24 Prozent erklärten sich bereit, noch zu helfen. Wie das ARD-"Morgenmagazin" berichtete, hatten nach dem Tsunami 2005 zu einem ähnlichen Zeitpunkt bereits 62 Prozent der Deutschen Geld gespendet.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zu Beginn der UN-Vollversammlung erneut zu einer schnelleren Hilfe für die Flutopfer aufgerufen. Die Katastrophe sei ein wichtiger Prüfstein für die internationale Solidarität, sagte er. Zudem verglich er die Flutkatastrophe mit einem "Tsunami in Zeitlupe", dessen "Kraft der Zerstörung sich mit der Zeit verstärkt".

Auch Markus Löhning richtete im Deutschlandfunk-Interview noch einmal einen Spendenaufruf an die Deutschen: "Ich kann da nur ausdrücklich noch mal appellieren, wirklich an die Kinder zu denken, an die Frauen und Familien zu denken, die davon betroffen sind, und daran zu denken: Wenn jetzt geholfen wird, dann kann verhindert werden, dass sich Krankheiten ausbreiten, und dann kann auch verhindert werden, dass viele Kinder sterben."

Mehr zum Thema auf DRadio:

"Damit nicht nur dann die anderen als die Helfer und die Gutmenschen dastehen" - Ehemaliger deutscher Botschafter in Pakistan: Westen muss helfen, sonst profitieren die Taliban (19.08.2010 Deutschlandradio Kultur)

"Diese Katastrophe kommt jetzt erst zu ihrer vollen Entfaltung" - Der Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck zur zurückhaltenden Spendenbereitschaft (19.08.2010 Deutschlandfunk)

Mehr Vertrauen schaffen - Welthungerhilfe begrüßt Bereitschaft Pakistans zu internationalen Kontrollen (18.08.2010 Deutschlandfunk)

Pakistan: Versäumnisse im Umweltschutz - Ausmaß der Krise ist nicht nur durch Klimaveränderungen zu erklären (18.08.2010 Deutschlandfunk)

Weitere Informationen:

Spendenkontenübersicht auf ard.de für Pakistan-Flut

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:37 Uhr

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