Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

UNESCO feiert "Welttag des Radios"

Ehrentag für ein kleines Stück Technik

Altes Radiogerät
Altes Radiogerät (picture alliance / dpa /Jens Kalaene)

Kein Medium erreicht ein größeres Publikum als das Radio – trotz Internet. Dabei ist Radio mehr als Begleitung zum Zähneputzen. In vielen Ländern der Welt stellt es den einzigen Zugang zu Informationen dar. Selbst in der Katastrophenhilfe kommt es zum Einsatz.

Die Zahl aus dem Weltbildungsbericht der UNESCO ist beeindruckend: Mindestens 75 Prozent aller Haushalte in Entwicklungsländern haben Zugang zu einem Radiogerät. In Westafrika beispielsweise ist Radio das "Massenmedium Nummer Eins", wie der Berliner Medienethnologe Tilo Grätz in Deutschlandradio Kultur meint. Der Wissenschaftler forscht über die Bedeutung von Radio in westafrikanischen Staaten.

Radiohörer in AfrikaRadiohörer in Afrika (picture alliance / dpa / epa Bishop Asare)" Einerseits sind Geräte relativ preiswert. Fürs Radiohören braucht man keinen Strom, das geht mit Batterien, und vor allem: Man muss keine Lese- und Schreibfähigkeit haben, die man vielleicht fürs Zeitung lesen braucht."

Grätz meint, in einigen Staaten, zum Beispiel in Sierra Leone, hätten Radiosender sogar zur nationalen Integration und Versöhnung beigetragen.


Prominente Unterstützung

"Die simple Idee, mit Hilfe einer kostengünstigen Technologie wie dem Radio, den Menschen in Afrika eine Stimme zu geben, ist unglaublich mächtig und effektiv." Colin Greenwood, Bassist der britischen Rockband Radiohead, besitzt eine tiefe Leidenschaft für das Radio - und er engagiert sich für das Projekt Children's Radio Foundation. Er ist einer von elf Prominenten, die den Weltradiotag mit einer persönlichen Botschaft unterstützen. Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon erzählt in einer Videobotschaft seine ganz eigene Radiogeschichte:

"Ich wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einem Dorf, kurz nach Ende des Koreakriegs auf. Wir hatten nicht viel, kein Telefon, kein Fernsehen. Aber wir hatten etwas, dass uns mit der Welt verband. Wir hatten ein Radio."





Zahllose Menschen ohne Zugang zu Radio

Bei aller Freude über die Bedeutung des Radios: Immer noch haben laut der UNESCO bis zu einer Milliarde Menschen bislang keine Möglichkeit, Radio zu hören - auch darauf soll der heutige Tag aufmerksam machen.

Mit dem heutigen Datum erinnert die UNESCO außerdem an die Gründung des "United Nations Radio" am 13. Februar 1946. Dort wird mehrsprachiges Hörfunkprogramm zum Thema UNO produziert und kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die UNESCO ruft weltweit dazu auf, sich zu beteiligen: Auf der offiziellen Internetseite nennt die UNESCO 15 Ideen den "World Radio Day" zu feiern. Ein Vorschlag: "Nimm eine eigene Botschaft auf und veröffentliche sie auf www.wrd13.com".

Wenn Sie das Programm des Deutschlandradios gerne mitnehmen wollen, empfehlen wir Ihnen unsere Podcasts.

Zur Geschichte des Radios: Kalenderblatt - Vor 75 Jahren starb der italienische Funkpionier Guglielmo Marconi

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:05 Uhr Corso - Kultur nach 3

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Jugendarbeit gegen Islamismus Frust über Diskriminierung muss raus

Fußgänger gehen durch Berlin-Kreuzberg

Die Erfahrung der Diskriminierung kann jugendliche Migranten zu möglichen Opfern für islamistische Rekrutierer machen. Das sagt der Islamwissenschaftler Jochen Müller, der mit seinem Verein "ufuq.de" auf präventive Gesprächsangebote setzt.

Energiewende von untenEin Dorf erzeugt seinen Strom selbst

Hinter dem Ortsschild von Feldheim (Brandenburg) drehen sich die Windräder. In dem Ortsteil von Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) können die 145 Einwohner sich selbst mit Strom und Wärme versorgen - erzeugt aus Windkraft- und Biogasanlagen.

Die Schwankungen bei Wind- und Sonnenenergie sind eine der großen Herausforderungen der Energiewende. Ausgerechnet ein kleines Dorf in Brandenburg wird dabei zum Vorreiter: Bis 2015 will Feldheim einen riesigen Lithium-Ionen-Akku bauen.

Frage des TagesWer hat das Recht an diesem Bild?

Das Foto eines Affen aus einem indonesischen Nationalpark hat die Juristen beschäftigt. Es ist eine Aufnahme, die das Tier selbst geschossen hat. Doch der Besitzer der Kamera meldete Copyright-Ansprüche an. Worum geht es in dem Streit?

Russland-Ukraine-Konflikt Ein Ticket in den Krieg

Blick auf Bahngleise

Am Moskauer Bahnhof sind in diesen Spätsommertagen auffällig viele junge Männer zu sehen. Ausgestattet mit Reisetasche oder Rucksack wollen sie in den Süden: nicht in den Urlaub, sondern in den Krieg. Sie reisen in die Ostukraine.

Türkische TextilindustrieMiese Maschen

Arbeiter und Arbeiterinnen bei Gülen Tekstil in Izmir fertigen Hosen und Röcke für den deutschen Markt.

Alle großen internationalen Modeketten lassen in der Türkei fertigen. Die unrühmlichen Kennzeichen der Textilindustrie des Landes sind: zu geringe Löhne, Betrug bei Sozialabgaben und Zwang zu übermäßigen Überstunden.

InternetAlles nur geklaut

Das Klauen von fremden Inhalten im Netz ist so alt wie das Netz selbst. Normalerweise geht es um Filme, Musik oder Fotos. Dass jemand aber einen kompletten Webauftritt eins zu eins kopiert - das ist doch ganz schön happig.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Ukraine  will russischen Hilfskonvoi nicht angreifen | mehr

Kulturnachrichten

Totenbuch des KZ Sachsenhausen  geht online | mehr

Wissensnachrichten

Dengue-Fieber  Spanien und Adria laut Mückenkarte bald Hochrisikogebiet für Dengue-Fieber | mehr