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UNICEF ohne Spendensiegel

Aberkennung nach Verstoß gegen Standards

Das Logo und der Schriftzug der Hilfsorganisation UNICEF an der Zentrale in Köln. (AP)
Das Logo und der Schriftzug der Hilfsorganisation UNICEF an der Zentrale in Köln. (AP)

Dem deutschen Komitee des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF wird das Spendensiegel aberkannt. Das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen in Berlin erklärte zur Begründung, es sei in mehreren Punkten gegen die erforderlichen Standards verstoßen worden. Unter anderem seien Provisionen an Spendenwerber verschwiegen worden.

Von 2004 bis 2007 soll die Organisation drei professionelle Spendenwerber erfolgsabhängig bezahlt, dies aber nicht gemäß der in den Spenden-Siegel-Kriterien verankerten Darlegungspflicht offengelegt haben. "Dieses Urteil trifft uns hart", sagte der amtierende UNICEF-Vorsitzende Reinhard Schlagintweit. UNICEF will das Spendensiegel so schnell wie möglich zurückgewinnen, was aber frühestens für 2010 möglich ist.

Thomas Kreuzer, Leiter der Fundrainsing-Akademie in Frankfurt am Main, hatte eine mögliche Zahlung von Provisionen im Fall des Spendenskandals bei UNICEF als inakzeptabel bezeichnet. Noch vor wenigen Tagen hatte Edith von Welser-Ude, Mitglied im deutschen UNICEF-Komitee, für einen Neuanfang bei der deutschen Sektion des Kinderhilfswerks plädiert. Sie forderte eine rasche Beseitigung der Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung.

Das Spendensiegel ist ein Gütezeichen, das gemeinnützigen Organisationen verliehen wird und die ordnungsgemäße Verwendung der Spenden garantiert. Eine Organisation kann nach dem Entzug des Spenden-Siegels nach Ablauf eines vollständigen Geschäftsjahres das Siegel erneut beantragen.

Die Vorsitzende Heide Simonis und der Geschäftsführer Dietrich Garlichs waren bereits nach wochenlangen Negativschlagzeilen über zu großzügige Honorare für externe Berater zurückgetreten.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:27 Uhr

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