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Union braucht wohl neuen Koalitionspartner

CDU/CSU verfehlen offenbar knapp eigene Mehrheit im Bundestag

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) freut sich über den deutlichen Wahlsieg der Union. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) freut sich über den deutlichen Wahlsieg der Union. (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Zeitweise konnte die Union auf die absolute Mehrheit der Sitze hoffen, inzwischen liegt sie laut Hochrechnungen leicht darunter und muss sich möglicherweise doch einen Koalitionspartner suchen. SPD und Grüne verfehlen den angestrebten Machtwechsel.

Die Hochrechnungen zur Bundestagswahl haben auch Stunden nach Schließung der Wahllokale kein eindeutiges Ergebnis für die mögliche Regierungsbildung gebracht. Infratest Dimap für die ARD sah CDU und CSU bei 296 von 598 Sitzen (Stand: 0.24 Uhr) - und damit vier Mandate unterhalb einer absoluten Mehrheit von 299 Sitzen. Die Forschungsgruppe Wahlen geht für das ZDF von 606 Sitzen inklusive Überhang- und Ausgleichsmandaten aus und rechnet mit 301 für die Union (Stand: 0.09 Uhr).

Grundlage für die Berechnungen ist ein Parlament mit vier Fraktionen: CDU/CSU, SPD, Linke und Grüne. Die FDP verfehlt den Einzug; auch die Anti-Euro-Partei AfD, die bei beiden Sendern bei 4,8 Prozent liegt, wird bis zum Ende der Stimmenauszählung wohl nicht mehr den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen. In den verschiedenen Hochrechnungen der beiden Sendern lag sie kein einziges Mal darüber.

Damit sieht es im Bundestag eher nach einem Patt aus. Die Union steht ohne ihren bisherigen Koalitionspartner da und sieht sich den drei bisherigen Oppositionsparteien gegenüber. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF, von einer absoluten Mehrheit für ihre Parteien gehe sie nicht aus.

FDP erstmals in ihrer Geschichte nicht im Bundestag

FDP-Anhänger zeigen sich bei der Berliner Wahlparty entsetzt über den Wahlausgang. (picture alliance / dpa / Frederico Gambarini)FDP-Anhänger zeigen sich bei der Berliner Wahlparty entsetzt über den Wahlausgang. (picture alliance / dpa / Frederico Gambarini)Für die FDP wiederholt sich ihr Trauma der Bayern-Wahl. Sie fliegt nicht nur aus der Regierung, sondern gleich auch aus dem Parlament. In den jüngsten Hochrechnungen kommt sie höchstens auf 4,8 Prozent der Stimmen; kurz vor Ende der Auszählung wird es immer unwahrscheinlicher, dass sie es noch in den Bundestag schafft.



Keine Mehrheit für Oppositionsparteien

Die SPD hat ihren historischen Tiefstand von 2009 überwunden. Von den damaligen 23,0 Prozent kletterte sie aber nur leicht auf knapp unter 26 Prozent. Grüne und Linkspartei müssen dagegen für ihre Verhältnisse große Verluste hinnehmen. Die Grünen erreichen nur noch etwas mehr als 8 statt 10,7 Prozent; die Linkspartei kommt auf kaum mehr (2009: 11,9 Prozent). Durch das schlechte Abschneiden der FDP kann die Linke trotzdem einen historischen Erfolg feiern: Sie ist zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung dritttstärkste Kraft im Bundestag.


Bei der Wahlbeteiligung zeichnete sich nach dem Negativrekord von 70,8 Prozent vor vier Jahren ein leicht verbesserter Wert von etwa 72 Prozent ab.


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:17 Uhr

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