Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

UNO ernennt Brahimi zum Sondervermittler für Syrien

Erfahrener Krisendiplomat wird Nachfolger von Kofi Annan

Lakhdar Brahimi (picture alliance / dpa)
Lakhdar Brahimi (picture alliance / dpa)

Nun ist es offiziell: Der algerische Diplomat Lakhdar Brahimi wird Nachfolger von Kofi Annan und übernimmt die Rolle des Sondervermittlers für Syrien. Er steht vor einer schwierigen Aufgabe.

Die Vereinten Nationen und die Arabische Liga haben ihren neuen Sondervermittler für Syrien nun offiziell ernannt. Der algerische Krisendiplomat Lakhdar Brahimi tritt die Nachfolge von Kofi Annan an, der aus Enttäuschung über ausbleibende Fortschritte sein Mandat zum Monatsende niedergelegt hatte. In der vergangenen Woche gab Meldungen aus Diplomatenkreisen über die bevorstehende Ernennung Brahimis.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte nach Angaben eines Sprechers die Bereitschaft von Brahimi, sein Talent und seine Erfahrung in den Dienst dieser entscheidenden Aufgabe zu stellen. "Er wird dafür die starke, klare und gemeinsame Unterstützung der internationalen Gemeinschaft - inklusive des Sicherheitsrats - brauchen, die er zu Recht erwartet." Für die Vereinten Nationen habe die Diplomatie zur friedlichen Beilegung der Krise weiterhin Vorrang.

Schwierige Aufgabe für den erfahrenen Diplomaten

Brahimi übernimmt eine schwierige Aufgabe: Die fünf-Vetomächte im Weltsicherheitsrat können sich in der Syrien-Frage auf keine gemeinsame Linie einigen. Ein geplantes Treffen der Syrien-Aktionsgruppe wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. In Syrien kämpfen Regierungstruppen und Aufständische weiter um die Macht. Weil beide Seiten Gewalt und Blutvergießen nicht beenden, besiegelte der UNO-Sicherheitsrat am Donnerstag das endgültige Ende der Beobachtermission Unsmis. An ihre Stelle soll ein Verbindungsbüro in Damaskus treten, in dem rund 30 bis 40 Menschen arbeiten sollen.

Unterdessen gingen die Kämpfe in Syrien weiter. Aktivisten berichteten von Explosionen und Gefechten rund um den Militärflughafen Al-Messe im Westen von Damaskus. Die Regierungstruppen sollen Panzer und Helikopter eingesetzt haben. Die Bevölkerung im Viertel Al-Messe sei verängstigt und schockiert, hieß es in den Berichten. Auch von der südlichen Peripherie der Hauptstadt wurden Kämpfe gemeldet.

Damaskus weiter heftig umkämpft

Die Truppen des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad hatten die Aufständischen der Freien Syrischen Armee (FSA) vor mehr als zwei Wochen aus Damaskus verdrängt. Seitdem greifen die Rebellen immer wieder mit Nadelstichaktionen verschiedene Wohnviertel von Regierungsmitgliedern und Funktionären an.

Nach UNO-Angaben sind inzwischen 2,5 Millionen Menschen in Syrien auf Hilfe angewiesen. Seit Beginn des Syrienkonflikts im März 2011 starben nach Schätzungen der Vereinten Nationen mindestens 18.000 Menschen, Oppositionsgruppen sprechen längst von mehr als 20.000 Toten. 150.000 Menschen flohen nach laut UNO in Nachbarländer.


Mehr zum Thema:

Konfliktzone Syrien-Iran-Türkei - Das Ringen um den neuen Nahen Osten
"Sie sehen Blut, sie sehen Tote" - Der Therapeut Salah Ahmad über das Leiden der Menschen in Syrien
Grünen-Chefin hält Lage in Flüchtlingslagern für "verzweifelt" - Claudia Roth besucht Grenzgebiet zur Türkei
Syrien: USA und Türkei wollen enger zusammenarbeiten - Clinton plant für Zeit nach Assad

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 14:35 Uhr Campus & Karriere

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 14:07 Uhr Kompressor

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Aarhus-Projekt Dänemarks Umgang mit jungen Islamisten

Menschen erinnern am 14. Februar 2016 mit einer Lichterkette an die Anschläge vor einem Jahr in Kopenhagen. (dpa / picture alliance / Claus Bech)

Dialog und harte Hand - so beschreibt der Bürgermeister der dänischen Stadt Aarhus das erfolgreiche Projekt, Syrien-Rückkehrern die Chance zu geben, zurück in ein normales Leben zu finden. Gemeinsam mit muslimischen Mentoren geht die Polizei mit den islamistischen Extremisten in den Dialog.

Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat"Ein Comic-Manifest erklärt die Medienwelt

Ausschnitt aus der deutschen Übersetzung der Graphic Novel "Der Beeinflussungsapparat", geschrieben von Brooke Gladstone und gezeichnet von Josh Neufeld (Correctiv / David Schraven)

Der Journalismus hat zurzeit Probleme mit seiner Glaubwürdigkeit. Ob die Medien sogar fremdgesteuert sind, ist Thema von "Der Beeinflussungsapparat". Die Recherchegruppe Correctiv hat die Graphic Novel aus den USA nun auf Deutsch herausgegeben.

ChinaAKW Hualong 1 für den Sudan

China exportiert Reaktortechnik und baut im Sudan das erste Atomkraftwerk des Landes. Für China ist das der Auftakt. Geplant ist der Export von 30 Reaktoren bis 2030.

Kritik zum Katholikentag"Die christlichen Kirchen werden massiv privilegiert"

Teilnehmer der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) haben sich am 24.05.2016 in der Kongresshalle in Leipzig (Sachsen) versammelt. (picture alliance / dpa / Sebastian Willnow)

Staat und Kirche müssten konsequenter getrennt werden, fordert der konfessionslose Jurist Maximilian Steinhaus anlässlich des Katholikentages. Die Gesellschaft sei so vielfältig, dass der Staat die unterschiedlichen Weltanschauungen gar nicht gerecht fördern könne.

LandwirtschaftAntibiotika kurbeln Produktion von Treibhausgasen an

Rinder in einem Stall in Deutschland. (imago stock&people)

Antibiotika werden in der Landwirtschaft nicht nur bei Krankheiten von Nutztieren verabreicht, sondern auch als Wachstumsbeschleuniger eingesetzt. Forscher warnen immer wieder davor, dass so antibiotikaresistente Krankheitserreger entstehen. Aber es gibt wohl noch einen weiteren Nebeneffekt.

TV in Russland Sex, Klatsch und viel Propaganda

 Russlands prominente Sex-Beraterin im Fernsehen: Anfisa Chekhova. (imago)

Das russische Fernsehen ist weitgehend unter staatsnaher Kontrolle. Aber anders als zu Sowjetzeiten, als staatstragende Medien öde und langweilig waren, wird die Propaganda heute in beliebte Unterhaltung verpackt - die einen großen Teil der Bevölkerung erreicht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Mittelmeer  Bundeswehr berichtet von steigenden Flüchtlingszahlen | mehr

Kulturnachrichten

Grab von Aristoteles wahrscheinlich entdeckt  | mehr

Wissensnachrichten

Raumfahrt  Raumstation ISS bekommt heute aufgeblasenes Zimmer | mehr