Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

UNO fordert von Israel Stopp des Siedlungsbaus

Appell des Sicherheitsrats mit Ausnahme der USA

Der UNO-Sicherheitsrat in New York (picture alliance / dpa)
Der UNO-Sicherheitsrat in New York (picture alliance / dpa)

Alle Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrats haben von Israel einen Verzicht auf den Bau weiterer Siedlungen in den palästinensischen Gebieten verlangt – außer den USA. Das Vorgehen mache jegliche Chancen auf Verhandlungen über eine Zwei-Staaten-Lösung zunichte, so die 14 Staaten.

Israel sieht sich wegen seines Siedlungsbaus in palästinensischen Gebieten ungewöhnlich scharfer Kritik im UNO-Sicherheitsrat gegenüber. Mit Ausnahme der USA verurteilten alle Mitglieder die angekündigten Baumaßnahmen Israels. In getrennten Erklärungen betonten die vier europäischen Mitglieder (Frankreich, Großbritannien, Deutschland und Portugal), acht blockfreie Staaten sowie Russland und China, dass der Siedlungsbau illegal sei und jegliche Chancen auf Verhandlungen über eine friedliche Zwei-Staaten-Lösung zunichte mache. Die blockfreien Staaten sprachen von einem Bruch des Völkerrechts.

Mehr als 3000 neue Wohnungen genehmigt

Bau jüdischer Siedlungen in Ostjerusalem (picture alliance / dpa / Jim Hollander)Bau jüdischer Siedlungen in Ostjerusalem (picture alliance / dpa / Jim Hollander)Der israelische UNO-Botschafter Ron Prosor betonte, es könnten Jahre vergehen, bis seine Regierung dem Beginn der tatsächlichen Bauarbeiten zustimme. Er sagte außerdem, dass die Siedlungen nicht das Haupthindernis für den Frieden seien und verlangte von den Palästinensern, ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte Israel auf, diesen "gefährlichen Weg" nicht fortzusetzen. Seit der Aufwertung der Palästinenser zum Beobachterstaat bei den Vereinten Nationen durch die UNO-Vollversammlung Ende November hat Israel den umstrittenen Siedlungsbau in den besetzten Palästinensergebieten wieder vorangetrieben. In den vergangenen Tagen wurden weitere Projekte abgesegnet, sodass inzwischen der Bau von mehr als 3000 neuen Wohnungen genehmigt wurde. Die geplanten Bauten zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim würden tief in das Westjordanland hineinreichen und dieses de facto in einen Nord- und einen Südteil spalten.


Mehr zum Thema:

Tim Aßmann im Deutschlandfunk
Israel dreht am GeldhahnKorrespondentengespräch zur aktuellen Situation in Israel
"Die israelische Politik versteht keine leisen Töne" - Der Historiker Moshe Zimmermann zum deutsch-israelischen Verhältnis
Verspannungen im deutsch-israelischen Verhältnis - Israels Ministerpräsident Netanjahu zu Besuch in Berlin
Historiker begrüßt Anerkennung Palästinas als Beobachterstaat - Segev sieht Fehler in der israelischen Haltung

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:03 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Literatur

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Rittel/Karwelat: "Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidad"Schockierende Einblicke in eine sadistische Sekte

Cover von "Lasst uns reden. Frauenprotokolle aus der Colonia Dignidad" von Heike Rittel und Jürgen Karwelat. (EFE/EPA/Mario Ruiz/Schmetterling Verlag)

Sie mussten Misshandlungen und Folter ertragen – und viele schauten weg. In "Lasst uns reden" von Heike Rittel und Jürgen Karwelat berichten Frauen über den menschenverachtenden Alltag der Colonia Dignidad in Chile.

Europapolitik der Bundesregierung"Dieses Zaudern und Zögern ist gefährlich"

Der schleswig-holsteinische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) spricht in Neumünster bei einem Parteitag. (dpa / Carsten Rehder)

Europa drohe, zu verfallen, sagte Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, im Dlf. Das zögerliche Verhalten der Bundesregierung sei gefährlich, denn für etwas Neues stehe nur ein sehr knappes Zeitfenster zur Verfügung - es gehe um die Zukunft des Westens.

"Eldorado"-Regisseur Markus Imhoof"Das Erste ist, dass es um Menschlichkeit geht"

Eldorado-Protagonist Akhet Téwendé (v.l.n.r.), Regisseur Markus Imhoof und Eldorado-Protagonist Raffaele Falcone.  (Maurizio Gambarini/dpa)

Der Ist-Zustand Europas werde sich durch die Geflüchteten zwangsläufig verändern, meint Markus Imhoof. Das sei auch richtig, so der Regisseur. Für seinen Film "Eldorado" hat er die Mare-Nostrum-Mission zur Seenotrettung begleitet.

Reformprojekt EuropaEine Chance für die Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Präsident Emmanuel Macron  (picture alliance/dpa/Foto: Kay Nietfeld)

Der französische Staatschef Macron profiliert sich mit Reformideen, die Bundeskanzlerin zögert. Doch trotz ihrer Differenzen wollen Paris und Berlin bis zum Sommer Vorschläge für eine EU-Reform vorlegen. Die Chance sollte Merkel nutzen, meint Peter Kapern.

Koschyk zu NordkoreaErfolg der internationalen Gemeinschaft

Hartmut Koschyk (CSU), Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten (imago / reportandum)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Aussetzung seines Atom- und Raketenprogramms verkündet. Dass damit Bewegung in die verfahrene Lage auf der koreanischen Halbinsel gekommen sei, liege am Zusammenhalt der internationalen Gemeinschaft, erklärte CSU-Politiker Hartmut Koschyk im Dlf.

Eine Lange Nacht über Vorbilder in der MusikGlühend verehrt, schmerzlich entzaubert

Der amerikanische Trompeter und Bandleader Harry James  (picture alliance/dpa/Foto: Heinz-Jürgen Göttert)

Der amerikanische Jazztrompeter Harry James war einer der ersten Vorbilder für Trompeter Manfred Schoof. Für die Cellistin Tanja Tetzlaff war musikalisch gesehen Heinrich Schiff prägend. Vorbilder können fördern und fordern. Doch nicht jeder ist auch zum Vorbild berufen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Sonderparteitag  SPD wählt neue Vorsitzende | mehr

Kulturnachrichten

Schauspieler Verne Troyer ist tot | mehr

 

| mehr