Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

UNO-Generalsekretär fordert Chemiewaffen-Kontrolle für Syrien

USA: Syrien soll "in geringen Mengen" C-Waffen eingesetzt haben

Eine Artilleriegranate auf einer Straße in einem Wohnviertel von Homs, Syrien (picture alliance / dpa / David Manyua / UNO)
Eine Artilleriegranate auf einer Straße in einem Wohnviertel von Homs, Syrien (picture alliance / dpa / David Manyua / UNO)

UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon forderte Damaskus auf, Chemiewaffen-Kontrolleure ins Land zu lassen. Anlass sind Hinweise der USA auf einen "geringen Einsatz" solcher Waffen im Kampf der syrischen Armee gegen Aufständische.

<p>Er habe seinen dringenden Appell an die Regierung erneuert, um Vorwürfe zum Einsatz von Chemiewaffen in dem Konflikt zu prüfen, ließ er über seinen Sprecher Martin Nesirky mitteilen. Ein entsprechendes Team von UNO-Kontrolleuren könnte demnach innerhalb von 24 bis 48 Stunden in Syrien sein.<br /><br />US-Verteidigungsminister Chuck Hagel hatte zuvor bei einem Besuch der Vereinigten Arabischen Emirate gesagt, die syrischen Streitkräfte hätten offenbar "in geringen Mengen" chemische Waffen benutzt. Der Minister bekräftigte, dass ein solcher Chemiewaffen-Einsatz "nicht akzeptabel" sei. Allerdings stehe noch nicht abschließend fest, dass Assads Truppen für den Angriff verantwortlich seien. Nach Erkenntnissen der US-Geheimdienste wurde vermutlich Sarin-Gas eingesetzt. <br /><br /></p><p><strong>Auch das Weiße Haus will Anhaltspunkte haben</strong></p><p><papaya:media src="21cd4443ccb9fad009130684b0899ecf" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="US-Minister Chuck Hagel" popup="yes" />Auch das Weiße Haus sammelte konkrete Anhaltspunkte für einen Chemiewaffeneinsatz in Syrien und gab diese Informationen bereits an den US-Kongress weiter. In einem am Donnerstag veröffentlichten Brief der US-Regierung an die Abgeordneten klingt das Thema aber noch sehr vage: Es könne mit "unterschiedlichen Graden der Sicherheit" gesagt werden, dass das Gift "in einem kleinen Maßstab" zur Verwendung gekommen sei. Und, als sei das alles noch nicht vorsichtig genug: Sicher sei es nicht, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad das Nervengift Sarin gegen die Rebellen eingesetzt habe und unter welchen Bedingungen dies geschehen sei. "Wir glauben, dass jeder Einsatz von Chemiewaffen in Syrien wahrscheinlich vom Assad-Regime ausging", heißt es in dem Brief aus dem Weißen Haus.<br /><br /></p><p><strong>Israelische Armee spricht von "Beweisen"</strong></p><p>Die israelische Armee hatte bereits am Dienstag <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253187" text="von Beweisen für einen Einsatz von Chemiewaffen" alternative_text="von Beweisen für einen Einsatz von Chemiewaffen" /> durch die syrischen Regierungstruppen gesprochen. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel und Außenminister John Kerry hatten diese Darstellung zunächst angezweifelt. Präsident Barack Obama hatte Assad mit weitreichenden Konsequenzen im Falle eines Chemiewaffeneinsatzes gedroht.<br /><br />"Verdacht ist eine Sache, Beweise sind etwas anderes", hatte Hagel zuletzt stets betont. Der syrische Informationsminister Omran al-Sobhi bekräftigte in Moskau die offizielle Haltung der Regierung in Damaskus, wonach sie Chemiewaffen nicht einsetzen würde. Bei den Gesprächen in der russischen Hauptstadt ging es vor allem um humanitäre Hilfen,<a class="link_audio_beitrag" href=" http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/04/25/drk_20130425_0713_978b605e.mp3" title="Bericht von Gesinde Dornblueth im Deutschlandradio Kultur (MP3-Audio)"> über die Gesine Dornblueth im Deutschlandradio Kultur berichtet. </a><br /><br />Unterdessen griff die syrische Luftwaffe nach Angaben von Aktivisten Rebellenstellungen nahe der Hauptstadt Damaskus an. Wie die den Aufständischen nahe stehende Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London mitteilte, nahmen Flugzeuge außerdem Dörfer in mehreren syrischen Provinzen unter Beschuss. Nach Angaben der Beobachtungsstelle kamen allein am Mittwoch in Syrien mindestens 138 Menschen ums Leben. <br /><br /><strong>Mehr auf dradio.de:</strong><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253174" text="Offenbar weiteres Massaker in Syrien" alternative_text="Offenbar weiteres Massaker in Syrien" /> -<br> Mindestens 80 Menschen bei Militäraktion getötet <br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253093" text="Syrien weist UNO-Inspekteure ab" alternative_text="Syrien weist UNO-Inspekteure ab" />- <br> Assad-Regime will offenbar doch keine Überprüfung von Chemiewaffen-Einsatz</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:10 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Kritik an Macrons Reformvorschlägen"Beteiligungsrechte der Parlamente werden überhaupt nicht beachtet"

Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Macron nach dem EU-Gipfel in Brüssel am 23. März 2018 (AP via dpa/Geert Vanden Wijngaert)

Der CDU-Haushaltspolitiker Eckhardt Rehberg sieht die EU-Reformvorschläge des französischen Präsidenten Emmanuel Macron kritisch. Er sei für europäische Solidarität, "aber bitte mit Regeln und mit Bedingungen", sagte Rehberg im Dlf. Die Beteiligungsrechte des Deutschen Bundestages dürften nicht verkleinert werden.

Politische MetaphorikDer Frühling ist ein Revolutionär

Blühendes Rapsfeld vor einer Kastanienallee (imago/nordpool/Tumm)

Der Frühling ist politischer als wir annehmen, verfügt er doch über eine außergewöhnlich metaphorische Kraft. Der Frühling lehre die Despoten das Fürchten, meint der Philosoph Wolfram Eilenberger. Denn noch keine "Koalition aus Herbst und Winter" habe je das Knospen unterdrücken können.

Taboris "Mein Kampf" am Theater Konstanz"Ich hoffe, die ganze Geschichte deeskaliert"

Inszenierung von Taboris "Mein Kampf" am Theater Konstanz (Theater Konstanz / Ilja Mess)

Das Theater Konstanz hat Besuchern Freikarten angeboten, wenn sie während der Vorstellung ein Hakenkreuz tragen. Wer möchte, kann einen Davidstern tragen. Intendant Christoph Nix sagte im Dlf, es handele sich um ein "sehr wagemutiges und leicht missverständliches soziales Experimet in der Frage, wie korrumpierbar sind die Menschen".

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Syrien  OPCW-Experten können noch nicht ermitteln | mehr

Kulturnachrichten

Plattenfirma kündigt Kampagne gegen Antisemitismus an | mehr

 

| mehr