Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

UNO: Mehr als zwei Millionen Philippiner obdachlos

Berlin und London erhöhen Soforthilfe für Taifun-Opfer

Unicef: "sehr besorgt um Millionen von Kindern" (picture alliance / dpa / Jay Rommel Labra)
Unicef: "sehr besorgt um Millionen von Kindern" (picture alliance / dpa / Jay Rommel Labra)

Auf den Philippinen hat Taifun Haiyan offenbar weitaus mehr Menschen ins Nichts gestürzt als bisher angenommen. Die Vereinten Nationen rechnen nun mit zwei Millionen Obdachlosen - mehr als doppelt soviel wie bislang geschätzt.

In der Region bewerten Experten die Lage noch schlimmer. Die philippinische Behörde für Katastrophenschutz schätzt die Zahl der Obdachlosen, deren Häuser zerstört oder schwer beschädigt wurden, auf knapp über drei Millionen. 367 000 davon lebten in Notunterkünften, hieß es. In dem südostasiatischen Inselsstaat leben mehr als 96 Millionen Menschen. "Die Reaktion der internationalen Gemeinschaft war nicht überwältigend - gemessen am Ausmaß der Katastrophe, aber bislang war sie sehr großzügig", sagte UNO-Vertreter Jens Laerke in Genf.

Unterdessen erreichen immer mehr Hilfsgüter auch entlegene Katastrophengebiete. Allerdings warteten auch mehr als eine Woche nach dem verheerenden Wirbelsturm in einigen Regionen Tausende Überlebende noch vergeblich auf Hilfe. In der am stärksten beschädigten Stadt Tacloban liefen erste Aufräumarbeiten an. Außerhalb der Stadt soll philippinischen Medienberichten zufolge eine Siedlung mit Unterkünften für Zehntausende Bewohner entstehen, die bei dem Taifun all ihr Hab und Gut verloren haben.

Weiterhin gibt es aber große logistische Probleme. Die Versorgung der Opfer blieb lückenhaft. Verletzte standen in langen Warteschlangen unter sengender Sonne an, um sich ärztlich behandeln zu lassen. Örtliche Behörden berichteten von erheblichen Engpässen bei der Bergung der vielen Leichen, die auf Straßen und unter Trümmern liegen.

Soforthilfe wird aufgestockt

Außenminister Guido Westerwelle am Flughafen von Bamako (dpa / Michael Kappeler)Außenminister Guido Westerwelle, FDP (dpa / Michael Kappeler)Die Bundesregierung stellt weitere zwei Millionen Euro bereit. Damit erhöhe sich die humanitäre Soforthilfe der Bundesregierung für die Philippinen auf 6,5 Millionen Euro, erklärte der Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) nach einer Sitzung des Krisenstabs im Auswärtigen Amt. Das Geld werde deutschen und internationalen Hilfsorganisationen zur Verfügung gestellt. Westerwelle äußerte sich anerkennend über "die großherzige Spendenbereitschaft der Deutschen" für die vom Wirbelsturm betroffenen Menschen.

Großbritannien hatte umgerechnet weitere 36 Millionen Euro an Hilfen für die Taifun-Opfer angekündigt. Damit steigt die britische Hilfe auf insgesamt 63 Millionen Euro. London stellt zudem ein Transportflugzeug bereit, um Helfer an die schwer zugänglichen Orte in der Katastrophenregion zu bringen. Die USA ist mit einem Flugzeugträger, mehr als 80 Flugzeugen für den Transport von Hilfsgütern und Tausenden Helfern im Einsatz.

Der Tropensturm "Haiyan" hatte Ende vergangener Woche breite Schneisen der Verwüstung auf den Philippinen hinterlassen. Nach neuen Angaben der philippinischen Behörden wurden durch den Taifun mindestens 3633 Menschen getötet, mehr als 1170 galten noch als vermisst.



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 16.11.2013 23:10 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 13:35 Uhr Wirtschaft am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 13:30 Uhr Länderreport

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Europäische Zentralbank"Die Ausweitung der Liquidität braucht ein Ende"

Hans Michelbach von der CSU (imago stock&people)

Nach Ansicht des Obmannes der Union im Finanzausschuss, Hans Michelbach, ist EZB-Chef Mario Draghi mit seiner umstrittenen Geldpolitik gescheitert. Die Ausweitung der Liquidität durch den Kauf von Staatsanleihen führe in eine Haftungs- und Schuldenunion, sagte der CSU-Politiker Hans Michelbach im Deutschlandfunk.

Massaker von Babi Jar Der Massenmord begann nicht erst in Auschwitz

Blumen liegen auf Grabsteinen an der Gedenkstätte von Babi Jar, in der Nähe von Kiew (picture alliance / dpa / Andreas Stein)

In der Schlucht von Babi Jar in der Nähe von Kiew begann am 29. September 1941 eine der größten Massenexekutionen des Zweiten Weltkriegs. Einsatzgruppen der SS trieben die jüdischen Einwohner aus der Stadt und erschossen mehr als 30.000 Menschen.

Folgen des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei "Zuckerbrot für Diktaturen"

Afrikanische Flüchtlinge auf Sizilien sind in Wärmedecken eingehüllt. (picture alliance / dpa / Olivier Corsan)

Die EU tue alles, um Asylsuchende von Europa fernzuhalten, ist der Gründer des italienischen Flüchtlingsrates Christopher Hein überzeugt. Dies geschehe nach dem Vorbild des Türkei-Deals. Hein kritisiert, dass dabei auch Gelder an Diktaturen in Afrika fließen.

Morddrohungen gegen Lamya Kaddor"Die Menschen sind vollkommen enthemmt"

Die Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor (picture alliance / dpa/ Oliver Berg)

Die muslimische Autorin und Religionspädagogin Lamya Kaddor hat sich aus Sicherheitsgründen vom Schuldienst beurlauben lassen. Sie sagte im DLF, seit dem Erscheinen ihres Buches über die Integration von Flüchtlingen habe sie Morddrohungen und so viele Hassbriefe wie noch nie erhalten - vor allem aus rechten Kreisen.

Lehren aus der TreuhandanstaltDie blinde Ideologie des Westens

Pressekonferenz der Treuhandanstalt  (picture alliance/dpa/Foto: Thomas Lehmann)

26 Jahre nach der Wiedervereinigung hat die Bundesregierung eine wissenschaftliche Untersuchung der Treuhand in Auftrag gegeben. Dabei ist eins der Ergebnisse schon klar, meint der Wirtschaftsjournalist Klaus Weinert: die Treuhandanstalt folgte einer blinden Ideologie.

GEGEN STAU UND SCHÄDENGanz schön clevere Brücke!

Für Straßenbauer wäre das genial: eine mitdenkende Brücke, die sich meldet, wenn es Probleme gibt. Intelligente Brücken werden gerade getestet. Die könnten schnell und unkompliziert repariert werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Pkw-Maut  EU-Kommission verklagt Deutschland | mehr

Kulturnachrichten

Thomas-Mann-Villa: Gesellschaft für Exilforschung erfreut über Berliner Kaufpläne  | mehr

Wissensnachrichten

Einkommen  Wer an der FH studiert, verdient mehr | mehr