Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

UNO: Vier Millionen Menschen in Syrien brauchen Hilfe

Erneut Tote bei Raketenangriff in Aleppo

Kein Ende in Sicht: Der Bürgerkrieg in Syrien dauert an (picture alliance / dpa/Syrian News Agency Sana / Handou)
Kein Ende in Sicht: Der Bürgerkrieg in Syrien dauert an (picture alliance / dpa/Syrian News Agency Sana / Handou)

Der syrische Bürgerkrieg geht mit unverminderter Härte weiter: Bei einem Raketenangriff der Armee in Aleppo sollen bis zu 20 Menschen getötet worden sein. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Inzwischen benötigen in Syrien mehr als vier Millionen Menschen Hilfe.

Die Nachrichten aus Syrien bleiben erschütternd. Heute meldet die "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" – eine oppositionsnahe Organisation mit Sitz in London – einen Raketenangriff aus der nordsyrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo. Dabei sind den Angaben zufolge mindestens 19 Menschen ums Leben gekommen. Bei der Rakete soll es sich um ein Boden-Boden-Geschoss gehandelt haben, einigen Quellen zufolge vom Typ "Scud".

Diese Raketen soll die Regierung zuletzt vermehrt gegen ihre Gegner eingesetzt haben, vor allem in den Provinzen Aleppo und Deir Ezzor. Reuters zitiert einen Augenzeugen, der davon berichtet, dass die Rakete drei miteinander verbundene Gebäude im Bezirk Jabal Badro zerstört habe. Bis zu 25 Personen werden demnach noch vermisst. Aktuelle Informationen liefert - wie schon oft in den vergangenen Monaten - der Live-Blog des britischen Guardian.

Jeder fünfte Syrer braucht Hilfe

Auch von Seiten der Vereinten Nationen gibt es neue Informationen über den Bürgerkrieg. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR erklärte in Genf, inzwischen benötigten in Syrien vier Millionen Menschen Hilfe. Damit hat sich die Zahl binnen eines Jahres vervierfacht. Insgesamt lebten in Syrien zu Beginn des Bürgerkrieges knapp 21 Millionen Menschen. Seither sollen aber mehr als 800.000 Personen geflüchtet sein, nach UNO-Zahlen allein 250.000 in den vergangenen zwei Monaten.

Korrespondent Rainer Hartmann berichtete im Deutschlandfunk darüber, dass die Vereinten Nationen sich inzwischen "ein schärferes Bild" über die Kriegsverbrecher in Syrien gemacht haben. Eine Liste mit Namen soll dem Menschenrechtsrat der UNO vorliegen. Die UNO-Beauftragte Carla Del Ponte forderte, dass nun der Internationale Strafgerichtshof eingeschaltet wird.

Russland wies dieses Ansinnen bereits zurück. Heute entsandte Moskau zwei Transportflugzeuge in die syrische Hafenstadt Lattakia. Sie sollen Hilfsgüter an Bord haben und auf dem Rückflug mehr als 150 ausreisewillige Russen mitnehmen. Korrespondenten sehen darin einen Hinweis dafür, dass Moskau sich von Syrien distanziert. Bislang gilt Russland – neben dem Iran – als eines der letzten Länder, das Syriens Präsident Assad noch nahesteht.

Freie Syrische Armee stellt der Hisbollah ein Ultimatum

Im Syrien-Krieg hat sich auch das Blog "Enduring America" als Quelle bewährt. "Enduring America" zitiert heute aus einer Erklärung der "Freien Syrischen Armee" FSA. Das ist ein Zusammenschluss von Deserteuren und Regimegegnern. Die FSA fordert die radikal-islamische Hisbollah-Miliz auf, innerhalb von zwei Tagen alle Angriffe auf syrischem Boden zu beenden.

Der Hintergrund: Die Hisbollah ist im benachbarten Libanon beheimatet und steht dem Assad-Regime in Damaskus nahe. Die FSA wirft der Hisbollah schon seit Monaten vor, das Regime mit Kämpfern zu unterstützen. Im Grenzgebiet zum Libanon soll die Hisbollah schon einige syrische Dörfer unter ihre Kontrolle gebracht haben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel reist am Sonntag für zwei Tage in die Türkei. Dabei besucht sie das Bundeswehr-Kontingent in Kahranmanmaras im Süden des Landes. Dort läuft der NATO-Einsatz "Active Fence Turkey", der die Türkei mit Hilfe von Patriot-Luftabwehrraketen vor einem Beschuss aus Syrien schützen soll. 280 deutsche Soldaten sind dafür in der Türkei stationiert worden.

Mehr zum Thema:
"Das syrische Volk ist wahrscheinlich das verlassenste Volk der Erde"<br />Interview mit Grünhelme-Gründer Rupert Neudeck
"70.000 Tote in Syrien" - Bericht von Ulrich Leidholdt

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 23:57 Uhr National- und Europahymne

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 23:05 Uhr Fazit

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Auslaufmodell Businessmode Warum man Kompetenz nicht anziehen kann

Eine Frau im Businesskostüm  (Picture Alliance / Patrick Pleul)

Businesslook als Zeichen von Seriosität und Fachkenntnis? Das war einmal. Chefs lösen ihre Krawatten und Bankangestellte sollen sie ganz ablegen - für mehr Kundennähe. Kompetenz vermittelt sich heute nicht durch einen schlecht sitzenden Anzug, sondern durch Wissen und Empathie.

ABBA-Ausstellung "Super Trouper"Strahlende Schweden im dunklen Britannien

Die Mitglieder der schwedischen Popgruppe "Abba" (von links nach rechts): Benny Andersson, Annafrid Lyngstad, Agnetha Fältskog und Björn Ulvaeus beim Grand Prix d'Eurovision de la Chanson 1974 im südenglischen Brighton 

Die schwedische Band ABBA wird im Londoner Southbank Centre mit der Ausstellung "Super Trouper" geehrt. Die zeigt nicht nur Exponate der Band, sondern zeichnet auch ein düsteres Bild Englands in den 1970er-Jahren.

FilmwirtschaftDisneys Deal mit "21st Century Fox"

Das Logo des US-Unterhaltungsriesen Disney auf einem Bildschirm, im Hintergrund das Handelsparkett der New Yorker Börse (AP Photo/Richard Drew)

Der Unterhaltungskonzern Walt Disney steht kurz davor, Teile des Medienunternehmens "21st Century Fox" von Rupert Murdoch zu kaufen. Dies sei eine Reaktion auf die digitale Konkurrenz wie Netflix oder Amazon, erklärt Caspar Busse von der "SZ".

Islamexperte Ahmad Mansour"Antisemiten sind selbstbewusster geworden"

Ahmad Mansour, Psychologe und Programmdirektor der European Foundation for Democracy (Imago / Jens Jeske)

Der Islamexperte Ahmad Mansour fordert ein nationales Konzept für den Umgang mit Antisemitismus. Judenfeinde seien selbstbewusster geworden und hätten weniger Hemmungen sich zu äußern, sagte der Psychologe im Dlf. Den aktuellen Antisemitismus hält er für herkunftübergreifend.

Vor 30 Jahren Warum ein Verkehrsunfall zur Gründung der Hamas führte

Anhänger der Hamas demonstrieren am 14.12.2016 in Gaza-Stadt. (dpa / EPA / Mohammed Saber)

Ein tragischer Verkehrsunfall und Gerüchte waren der Auslöser für die Gründung der Hamas am 14. Dezember 1987. Seitdem kämpft die radikal-islamische Bewegung für das palästinensische Volk und "seine Freiheit, seine Rückkehr und seine Unabhängigkeit im Namen Gottes".

Anke Engelke über "Sowas wie Angst"Gefühle sind stärker als Statistiken

Die Schauspielerin und Autorin Anke Engelke schaut 01.12.2017 in Köln (Nordrhein-Westfalen) nach einem dpa-Gespräch im die Kamera. (zu dpa «Anke Engelke: «Habe mich als Kind schon supergern verkleidet»» vom 03.12.2017) Foto: Henning Kaiser/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

In einer WDR-Dokumentation macht sich die Schauspielerin und Moderatorin Anke Engelke auf die Suche nach der Angst in unserer Gesellschaft. Sie sagt, die Kriminalstatistik könnte einem eigentlich die Angst nehmen, aber bei Vielen seien die Gefühle eben stärker.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

EU-Gipfel  Sanktionen gegen Russland verlängert | mehr

Kulturnachrichten

Wechsel an der Spitze der "New York Times" | mehr

 

| mehr