Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

UNO-Vollversammlung: Debatte über Syrien-Konflikt und Irans Atomprogramm

Diskussion um Ausschreitungen in der arabischen Welt

Der Plenarsaal der UNO-Vollversammlung in New York. (picture alliance / dpa / erica Simone/wostok Press)
Der Plenarsaal der UNO-Vollversammlung in New York. (picture alliance / dpa / erica Simone/wostok Press)

Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hat sich für einen verantwortlichen Umgang mit der Meinungsfreiheit ausgesprochen. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für eine friedliche Koexistenz der Kulturen, sagte Mursi bei einer Konferenz in New York.

Was in einem Land als Scherz aufgenommen werde, könne in einem anderen Land völlig anders verstanden werden. Damit spielte er auf die massiven Ausschreitungen an, die ein anti-islamischer Schmähfilm ausgelöst hatte. Mursi will heute vor der UNO-Vollversammlung das Wort ergreifen. Sein afghanischer Kollege Hamid Karsai verurteilte bei seiner gestrigen Rede vor dem Plenum den Film und appellierte an westliche Politiker und Medien, gegen Islamfeindlichkeit vorzugehen. "Es ist besorgniserregend, dass unsere Welt täglich von Gewalt, Hass und Ungerechtigkeit heimgesucht wird", sagte Karsai.

Obama fordert Sturz von Assad

Das zweite große Thema der Generaldebatte war die Lage in Syrien. US-Präsident Barack Obama verlangte ein Ende des Regimes in Damaskus und betonte, die internationale Gemeinschaft müsse jene unterstützen, die eine andere Vision von Syrien hätten. Es dürfe auf der Welt keinen Platz für einen Diktator wie Staatschef Baschar al-Assad geben, der Kinder foltern und Wohnviertel beschießen lasse.

In vielen Ländern wie Tunesien, Ägypten und Libyen habe das Volk bereits die Gelegenheit zu freien Wahlen gehabt - nun müsse auch das Regime in Syrien zu einem Ende kommen, so Obama. Aber: "Wahre Demokratie und echte Freiheit sind harte Arbeit." Frankreichs Präsident Hollande plädierte dafür, die von den Rebellen eroberten Gebiete unter den Schutz der UNO zu stellen, um die dortigen Flüchtlinge versorgen zu können. Der Emir von Katar, Al Thani, rief die arabischen Staaten zu einer Intervention in Syrien auf.

Drohungen an Ahmadinedschad

Ferner ging es in der Debatte um das iranische Atomprogramm. Obama drohte Präsident Ahmadinedschad mit einem schärferen Vorgehen der Vereinigten Staaten. Die Zeit für eine friedliche Lösung sei nicht unbegrenzt, sagte er vor der UNO-Vollversammlung in New York. Die USA würden alles Nötige tun, um den Iran an einer atomaren Bewaffung zu hindern. Obama ging allerdings nicht auf israelische Forderungen ein, Teheran eine "rote Linie" zu zeigen. Er sagte auch nichts zu den israelischen Drohungen,iranische Atomanlagen militärisch anzugreifen.

Im Laufe des Tages wird Ahmadinedschad selbst in New York sprechen. Es wird seine letzte Rede vor den Vereinten Nationen sein, da seine Amtszeit im nächsten Jahr endet und er nicht wiedergewählt werden darf. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen debattiert bis kommenden Montag über verschiedene Themen der Weltpolitik.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:58 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Proteste in Heidenau"Die Versammlungsfreiheit ist in Sachsen massiv bedroht"

Bild vom Willkommensfest für Flüchtlinge in Heidenau. (Deutschlandradio / Nadine Lindner)

Um das Versammlungsverbot im sächsischen Heidenau gibt es eine juristische Auseinandersetzung. Der Verfassungsrechtler Clemens Arzt übt scharfe Kritik an den Behörden in Sachsen: Die schienen es mit dem Grundgesetz nicht so genau zu nehmen.

Rhetorik in der Flüchtlingsdebatte"Gegenseitiges Diffamieren ist nicht der Weg"

Die Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh in einer Talkshow. (Imago / Müller-Stauffenberg)

Die Schriftstellerin Juli Zeh hat einen sachlichen Ton in der Flüchtlingsdebatte angemahnt. Beschimpfungen wie "Pack" oder "Dunkeldeutschland" würden nur weitere Aggressionen schüren, sagte sie im DLF. Krawallmacher müsse man strafrechtlich verfolgen, sie aber nicht öffentlich diffamieren.

Erlebnisse mit der PolizeiIch hab doch gar nichts angestellt

Fahrzeuge der Polizei und Feuerwehr mit Blaulicht während eines Einsatzes in Magdeburg. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

Wer unschuldig ist, hat nichts zu befürchten. Eigentlich. Außer man gerät doch in Verdacht. Und dann findet man sich eingekesselt in einer Demonstration wieder. Oder im Verhör beim Geheimdienst. Und hofft, dass sich am Ende alles als das herausstellt, was es eigentlich ist: ein großes Missverständnis.

Flüchtlinge"Die Mehrheit der Menschen wird bleiben"

Günter Burkhardt, Geschäftsführer von Pro Asyl, spricht am 21.05.2014 bei einer Pressekonferenz in Berlin zum Thema "Flüchtlinge aus Syrien - woran scheitert eine schnelle Aufnahme?" (picture-alliance / dpa / Christoph Schmidt)

Die nach Deutschland kommenden Flüchtlinge müssten schneller anerkannt werden, sagte Pro-Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt im DLF. Die Mehrheit der Menschen werde ohnehin hier bleiben: "Es gibt gute Gründe, sie aufzunehmen und sie zu schützen."

Die Musikszene von New OrleansZehn Jahre nach Katrina

Eine Jazzkapelle zieht abends durch die Strassen im historischen Viertel French Quarter von New Orleans (picture alliance / dpa / Reinhard Kaufhold)

An den Folgen des Hurrikans Katrina vor zehn Jahren hatte vor allem auch das kulturelle Leben und die so lebhafte Musikszene der Stadt New Orleans zu leiden. Wie steht es um Rhythm and Blues, Gospel und den Jazz der Stadt heute? Ein Besuch.

GroßbritannienStreit über Fracking wird schärfer

Drei Teilnehmer einer Demonstration gegen das Fracking am 23. Juni 2015 in Preston in England. (Imago / ZUMA Press)

Die britische Regierung macht Druck in Sachen Fracking und hat neue Lizenzen für Probebohrungen in England vergeben. Die betroffenen Gemeinden haben vier Monate Zeit, darüber zu entscheiden. Viel zu wenig, meinen Kritiker. 

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Flüchtlinge  Ban Ki Moon verlangt Antwort der Weltgemeinschaft | mehr

Kulturnachrichten

"Hamburger Abendblatt" setzt Flüchtlinge als Reporter ein  | mehr

Wissensnachrichten

Lernen  Vier-Tage-Woche bringt bessere Noten | mehr