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Unsichere Zeiten für Photovoltaik

Umsteigerland berichtet über die Krise in der Solarbranche

Von Katharina Hamberger

Eine Baustelle für Pohtovoltaik-Anlagen in der Oberpfalz. (Deutschlandradio)
Eine Baustelle für Pohtovoltaik-Anlagen in der Oberpfalz. (Deutschlandradio)

Eine geplante Neuregelung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht eine Kürzung der Solarförderung vor. Davon betroffen wären alle Anlagen, die nach dem 1. April 2012 gebaut worden sind. Das schürt Unsicherheit, nicht nur bei Hausbesitzern, sondern auch bei den Solarfirmen.

Christian Dürr steht vor seinem Haus im oberpfälzischen Ensdorf und schaut stolz nach oben. Dorthin, wo auch alle paar Minuten ein kleiner Aufzug an einem Gerüst hinauffährt. Er bringt große, blaue Platten bis an den untersten Teil des Daches.

"Wir haben schon die zweite Anlage mittlerweile, und wir nutzen einen Großteil vom Strom eben selbst. Den können wir am Betrieb nutzen, mit Melkmaschine und Kühlung. Und wenn man den Strom halt selber produzieren kann, ist man nicht abhängig von den großen Konzernen und deshalb haben wir noch mal eine drauf gemacht, eine Fotovoltaikanlage","

sagt der 32-jährige Landwirt. Sein Einfamilienhaus steht am Rande des kleinen Dorfes.

Die vier Männer, die auf dem Dach die Anlage montieren, können von dort über weite Felder schauen. Die Handwerker gehören alle zur Firma Suntec. Deren Geschäftsführer Wolfgang Meier, 31 Jahre alt, steht unten. Auch er freut sich über die neue Anlage. Sie ist eine der wenigen, die die mittelständische Firma in diesem Jahr sicher baut:

""Also wir haben jetzt ungefähr 70 Kunden, die im Endeffekt sagen, sie wollen das Ganze erstmal abwarten."

Das Ganze – damit meint er eine Neuregelung beim Erneuerbare-Energien-Gesetz. Sie sieht eine Kürzung der Solarförderung vor. Davon betroffen wären alle Anlagen, die nach dem 1. April dieses Jahres gebaut worden sind.

"Also die Kunden, die sind sehr verunsichert, wissen nicht, welche Vergütung bekomme ich jetzt, bekomme ich überhaupt eine Vergütung. Auch die Banken sind verunsichert, wissen gar nicht, können wir das jetzt finanzieren und das sorgt natürlich dafür, dass die Nachfrage gegen null geht."

Das Problem, findet Meier, sei nicht die Kürzung an sich. Man hätte schon viel früher damit anfangen müssen – dafür aber kontinuierlich und vorhersehbar. Das, was die Bundesregierung gerade mit der Förderung macht, nennt der Geschäftsmann, der sich selbst auch als Profiteur der Energiewende sieht, "Harakiri". Er wünscht sich eigentlich nur eins von Schwarz-Gelb:

"Planungssicherheit wär so das Maß der Dinge. Es ist ja so, egal welche Voraussetzungen man hätte, man könnte sich ja drauf einstellen."

Die fehlende Sicherheit, so sagt Meier, schüre Existenzängste – besonders bei seinen Mitarbeitern. Nicht ganz unberechtigt –noch im vergangenen Jahr, hat er insgesamt mit 230 Leuten zusammengearbeitet, inklusiver aller Subunternehmer und Leiharbeiter – heute sind noch die rund 100 festen Mitarbeiter übrig. Bereits von 2010 auf 2011 sei der Gewinn von drei Millionen auf 240.000 eingebrochen.

Trotzdem, denkt er, hat eine Firma wie seine, einen ökonomischen Vorteil gegenüber großen Solarunternehmen:

"Also kleine Firmen, die das Genick einziehen können und einfach die Zeit aussitzen können, die schaffen das, aber die müssen deutlich Stellen abbauen und wirklich schauen, die Kosten so gering wie möglich zu halten."

Nun heißt es aber erstmal warten – auf die Abstimmung im Bundesrat am 11. Mai. Wenn dort eine zwei Drittel-Mehrheit gegen die Kürzung zusammenkommt, wird erst einmal der Vermittlungsausschuss einberufen. Für die Solarfirmen und deren potentielle Kunden heißt das dann: weiterhin keine Planungssicherheit.

Mehr zum Thema:
"Umsteigerland": Auf der Suche nach der Energiewende

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:51 Uhr

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