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US-Außenminister unterstreicht Bündnis mit Südkorea

Kerry trifft südkoreanischen Außenminister Yun Byung Se

Von Marcus Pindur

US-Außenminister John Kerry  (picture alliance / dpa / Shawn Thew)
US-Außenminister John Kerry (picture alliance / dpa / Shawn Thew)

US-Außenminister John Kerry hat angesichts der Drohungen aus Nordkorea betont, dass sein Land bereit sei, sich und seinen Verbündeten Südkorea zu verteidigen. Nach einem Gespräch mit seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung erklärte er, die nordkoreanische Kriegsrhetorik sei provokativ und gefährlich.

Vor fast 60 Jahren, kurz nach Ende des Korea-Krieges, schlossen die USA und Südkorea einen gegenseitigen Verteidigungsvertrag – seitdem ist die Republik Korea einer der wichtigsten Verbündeten der Vereinigten Staaten in Ostasien. Und, das stellte Außenminister Kerry gleich zu Beginn seines Auftritts mit seinem südkoreanischen Kollegen Yun Byung Sé klar: Die USA seien diesem Bündnis nach wie vor verpflichtet.

"Lassen sie es mich ganz klar sagen: Die Vereinigten Staaten werden sich und unseren Verbündeten, die Republik Korea, schützen und verteidigen."

Eine Versicherung, der Südkorea selten so bedurfte. Der Strom der Drohungen aus Nordkorea reißt nicht ab. Das Regime in Pjöngjang kündigte an, das Nuklearzentrum Yonbyon wieder in Betrieb zu nehmen. Damit könnte Nordkorea nach Ansicht von Experten wieder waffentaugliches Plutonium produzieren. 2007 hatte sich das kommunistische Regime im Rahmen der sogenannten Sechs-Parteien-Gesprächen gegenüber den USA, China, Russland Südkorea und Japan verpflichtet, die Atomanlage abzuschalten. Das sie jetzt wieder eingerichtet werden solle, sei unakzeptabel, so Außenminister Kerry:

"Was Kim Jong Un tut, ist provokativ, gefährlich, verantwortungslos, und die Vereinigten Staaten werden Nordkorea nicht als Nuklearstaat akzeptieren. Und ich wiederhole mich: Die USA werden alles unternehmen, was nötig ist, um unsere Verbündeten Südkorea und Japan zu verteidigen."

Deshalb habe Präsident Obama die Entscheidung getroffen, die Raketenabwehr im westlichen Pazifik zu verstärken. Wie das Pentagon bestätigte, wurde ein zweiter Raketenabwehr-Kreuzer der Aegis-Klasse vor die koreanische Halbinsel verlegt.

Der südkoreanische Außenminister Yun Byung Se sandte ein Signal an China. China habe sich bei der Verabschiedung der Uno-Sicherheitsrats-Resolution 2094 sehr kooperativ gezeigt. Mit dieser Resolution wurde der jüngste Atomversuch Nordkoreas verurteilt und das Land mit neuen Sanktionen belegt. Neue Verhandlungen im Rahmen der Sechs-Parteien-Gespräche seien deshalb nicht ausgeschlossen:

"Die Sechs-Parteien-Gespräche sind immer noch ein sehr nützliches Instrument, um die Denuklearisierung Nordkoreas zu erreichen. Auch wenn das eine sehr schwierige Aufgabe ist, sollten wir die Gespräche wieder aufnehmen und mit Geduld fortführen."

John Kerry erklärte, dazu müsse Nordkorea ernsthaft unter Beweis stellen, dass es sein Nuklearprogramm einstellen wolle. Aber: Die Tür zu Verhandlungen sei nicht geschlossen, so Kerry.

"Sie haben die Wahl, in Verhandlungen über ihre nukleare Entwaffnung einzutreten. Auch China will das erreichen. Und dann kann Nordkorea anfangen, sich auf die Bedürfnisse des nordkoreanischen Volkes zu besinnen. Dabei würden wir Ihnen helfen, wenn sie ihr Verhalten ändern und auf die Forderungen der Vereinten Nationen eingehen."

Wie genau die Vorbedingungen für Verhandlungen aussehen müssten, ließ Kerry offen. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un nannte die nukleare Bewaffnung seines Landes unabdingbar, um die USA abzuschrecken. Nimmt man die Äußerungen des Regimes in Pjöngjang also ernst, dann ist in nächster Zeit nicht mit solchen Verhandlungen zu rechnen.

Dieser Beitrag wurde am 3.4.2013 um 7.13 Uhr im Deutschlandfunk gesendet.

Links auf dradio.de:

Nordkorea hat "keine adäquaten Kapazitäten" für einen Atomschlag - Politologe: Pjöngjangs Drohungen keine ernste Gefahr
CDU-Europapolitiker zu Nordkorea: Atomtest war eine Machtdemonstration - Herbert Reul sieht Rückschlag in der Annäherung zu südkoreanischen Nachbarn
Politologe: Kriegsrhetorik aus Pjöngjang richtet sich vor allem an China und die USA -Hanns Maull hält nordkoreanische Drohungen für Kraftmeierei, um mit den USA ins Gespräch zu kommen
Friedensforscher hält auch Plutoniumgewinnung für möglich- Schell: Nordkoreanischer Reaktor kann nur fünf Megawatt Strom produzieren
Friedrich-Naumann-Stiftung: Kim Jong-Un will seine Position festigen -Lars-André Richter zu Nordkoreas Kriegsrhetorik gegenüber Südkorea

 

Letzte Änderung: 11.10.2013 23:12 Uhr

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