Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

US-Autor Gore Vidal ist tot

Schriftsteller stirbt mit 86 Jahren

Der US-Schriftsteller Gore Vidal
Der US-Schriftsteller Gore Vidal (picture alliance / dpa / Abaca Alessia Paradisi)

Er war bekannt für seine scharfen politischen Kommentare und sein vielfältiges literarisches Werk: Gore Vidal schrieb Romane, Essays und Drehbücher - und bezog immer wieder Stellung zum Geschehen in den USA. Nun ist der "Störenfried des nationalen Gewissens" im Alter von 86 Jahren gestorben.

<p>Er war ein politischer Kopf, ein ewiger Querulant und das Enfant Terrible der amerikanischen Literatur: Der Schriftsteller und Drehbuchautor Gore Vidal ist tot. Er starb am Dienstagabend im Alter von 86 Jahren in der Nähe von Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung. Das teilte seine Familie mit.<br /><br />Vidal wurde 1925 auf dem amerikanischen Militärstützpunkt Westpoint geboren. Nach seinem Universitätsabschluss arbeitete er zunächst als Maat auf einem Transportschiff, danach als Lektor in New York. Diesen Job gab er jedoch bald zugunsten seiner Arbeit als Schriftsteller auf. Vidal schrieb Sachbücher und Romane, wegen geringer Einnahmen zeitweise auch Detektivgeschichten. Ab 1954 verfasste Vidal außerdem Drehbücher für Film und Fernsehen. Unter anderem war er an dem Skript für den legendären Sandalenfilm "Ben Hur" beteiligt. Auch Broadway-Stücke stammen aus Vidals Feder.<br /><br /></p><p><strong>Immer wieder mischt Vidal sich in die Politik ein</strong></p><p>Ein Welterfolg wurde 1968 der Roman "Myra Breckinridge", in dem Vidal - selbst bekennender Homosexueller - sich mit den Themen Feminismus und Transsexualität in Amerika befasste. Daneben schrieb Vidal eine ganze Reihe historischer Romane, unter anderem über George Washington ("Burr"), Präsident Grant ("1876") und Abraham Lincoln ("Lincoln"). 1995 veröffentlichte Vidal seine von Kritikern hochgelobte Autobiografie "Palimpsest", ein zweiter Teil seiner Memoiren erschien 2006 unter dem Titel "Point to Point Navigation". Neben seiner Arbeit als Schriftsteller betätigte sich Vidal auch als Schauspieler - so etwa in dem Science-Fiction-Film "Gattaca" von 1997. <br /><br />Darüber hinaus mischte sich der streitbare Autor immer wieder in das politische Geschehen seines Heimatlandes ein - wobei seine aktiven Ausflüge in die Politik erfolglos blieben. Politisch stand Vidal der demokratischen Partei nahe. Vidal war "ein weltläufig gebildeter linksliberaler Mann", <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="217148" text="sagt die Literaturwissenschaftlkerin Sigrid Löffler." alternative_text="sagt die Literaturwissenschaftlkerin Sigrid Löffler." /><br /><br />Unter anderem schrieb er Reden für John F. Kennedy, mit dem er entfernt verwandt war. Im Laufe seines Lebens profilierte Vidal sich als Kritiker des politischen Systems in den USA, er veröffentlichte über 200 Essays und war häufig zu Gast in TV-Talkshows. Die "Los Angeles Times" nannte ihn "Störenfried des nationalen Gewissens". Mit Blick auf die amerikanische Sicherheitspolitik nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sprach Vidal von "präventivem Staatsterror".<br /><br />Hören Sie hier einen <papaya:link href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2012/08/01/drk_20120801_1109_bcd00442.mp3" text="Nachruf auf Gore Vidal (mp3-Audio)" title="Nachruf auf Gore Vidal (mp3-Audio)" target="_self" /> von Jan Tussing.<br /><br /><strong>Programmtipp:</strong><br />Die Sendung Fazit um 19 Uhr 07 in Deutschlandradio Kultur befasst sich mit dem Tod des Schriftstellers Gore Vidal.<br /><br />Der US-Autor wurde auch als "Störenfried des nationalen Gewissens" bezeichnet. Was verbinden Sie mit dem Name Gore Vidal? Diskutieren Sie mit uns auf <papaya:link href="http://www.facebook.com/dkultur/posts/348092531936095" text="Facebook" title="Facebook!" target="_self" /><br /><br /></p><p><strong>Mehr zum Thema bei dradio.de:</strong></p><p>"Ein entschiedener Linker"</LI_1286287> - Gore Vidal, das Enfant Terrible der amerikanischen Literatur</p>


Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:56 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 16:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

Gasstreit"Wir haben eine Vertrauensgrundlage geschaffen"

EU-Energiekommissar Günther Oettinger während einer Pressekonferenz am 24. Juni 2014 in der EU-Kommission in Brüssel, Belgien

Nach der Einigung im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland hofft EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) nun auf eine dauerhafte Zusammenarbeit beider Länder. Durch die Vertrauensgrundlage könnten nun womöglich die nachbarschaftlichen Beziehungen neu geordnet werden, sagte er im DLF.

MahlzeitBedenklicher schwarzer Tee

Eine Tasse Ceylon-Tee, zubereitet mit einem Tee-Ei

Die Stiftung Warentest warnt die Verbraucher vor krebserregenden Stoffen in schwarzem Tee. Udo Pollmer ruft zu Gelassenheit auf. Viele der Stoffe kämen nur in unbedenklichen Spuren vor. Aber es wurde auch ein echtes Gift gefunden.

GesichtserkennungWer lacht, zahlt

Ein Comedy-Theater in Barcelona hat Eintrittspreise abgeschafft. Stattdessen zahlen die Zuschauer pro Lacher - abgerechnet wird mit Hilfe von Gesichtserkennungssoftware.

Oskar Lafontaine blickt zurück auf 1989"Damals wurde ich nicht verstanden“

Oskar Lafontaine, Vorsitzender der neuen Bundestagsfraktion "Die Linke" im Bundestag

Oskar Lafontaine fühlt sich von der Geschichte bestätigt. Vor 25 Jahren warnte er vor den Folgen der deutsch-deutschen Währungsunion und galt vielen auch generell als Einheits-Skeptiker. Im DLF sagte Lafontaine nun, er habe 1989/90 Recht gehabt. Darauf komme es an, trotz der Wahlniederlage gegen Helmut Kohl im Dezember 1990.

Brigitte Rieger-JähnerWas macht "ostdeutsche" Kunst aus?

Brigitte Rieger-Jähner, die langjährige Direktorin des Museums Junge Kunst in Frankfurt / Oder

Fast 25 Jahre lang leitete Brigitte Rieger-Jähner das Museum Junge Kunst in Frankfurt an der Oder, und das sehr erfolgreich. Mit ihr sprechen wir über Kunst aus dem Osten Deutschlands, die Aufgaben eines Museums - und ihren prominenten Vater.

Unisex-UnterwäscheFrauen lieben den Eingriff

Weite Jeans und Männerhemden - Frauen lieben den Boyfriend-Look. Das gilt jetzt auch für untendrunten: Frauen tragen da am liebsten Boxershorts - aus der Männerabteilung.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

UNO verzeichnet massiven Zustrom  zum IS | mehr

Kulturnachrichten

Forscher wollen Goethes Gesamtwerk  online stellen | mehr

Wissensnachrichten

Kino  Foto aus Bulgarien macht Karriere in Hollywood | mehr