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US-Republikaner machen Romney zum Präsidentschaftskandidaten

Scharfe Töne gegen Präsident Barack Obama beim Parteitag

Mitt Romney und seine Ehefrau Ann beim Parteikonvent der Republikaner in Tampa/USA
Mitt Romney und seine Ehefrau Ann beim Parteikonvent der Republikaner in Tampa/USA (picture alliance / dpa / Tannen Maury)

Der US-Amerikaner Mitt Romney ist nun auch offiziell der Herausforderer von Präsident Barack Obama. Die Republikaner wählten den ehemaligen Gouverneur von Massachusetts zum Präsidentschaftskandidaten und schossen sich auf Obamas Wirtschaftspolitik ein.

Eine große Mehrheit der 2286 Delegierten stimmte auf dem Parteikonvent in Tampa in Florida gestern Abend für den 65-jährigen Romney, der morgen bei seiner mit Spannung erwarteten Rede die Nominierung annehmen soll. Der Repräsentantenhaus-Abgeordnete Paul Ryan wurde zum Vizepräsidentschaftskandidaten gewählt.

"Wir können das besser"

In scharfen Tönen kritisierten zahlreiche Parteivertreter die Politik des amtierenden, demokratischen Präsidenten Barack Obama. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, John Boehner, warf ihm vor, nicht genug Arbeitsplätze zu schaffen und nichts gegen das ausufernde Staatsdefizit zu tun. "Wir können das besser. Wir können das sogar viel besser. Es fängt damit an, den Politiker rauszuschmeißen, der es einfach nicht kapiert - und einen Präsidenten zu wählen, der den Durchblick hat." Es sei an der Zeit, echte Anführer ins Weiße Haus zu schicken, sagte Chris Christie, umstrittener Gouverneur von New Jersey. Auch Obamas Projekt einer Krankenversicherung für alle Bürger wurde erneut als "Amoklauf einer Regierung" gegeißelt.

Die Republikaner verabschiedeten zudem ein Wahlprogramm, in dem sie den Führungsanspruch der USA in der Welt unterstreichen. Ausdrücklich bekräftigt wird auch das Recht auf das Tragen von Waffen.

Auftakt zur Charmeoffensive

Marily Monroe lässt grüßen: Ann Romney nach ihrer Rede auf dem ParteitagMarilyn Monroe lässt grüßen: Ann Romney auf der Bühne des Parteikonvents (picture alliance / dpa / Justin Lane)Auch Romneys Ehefrau Ann ergriff das Wort. In einer emotionalen Rede lobte sie die Tatkraft Romneys, der keiner Herausforderung aus dem Wege gehe - so habe er etwa die Olympischen Winterspiele nach Salt Lake City geholt und ihr in ihrem Kampf gegen Multiple Sklerose und Brustkrebs zur Seite gestanden. "Zu jedem Zeitpunkt seines Lebens hat dieser Mann, den ich bei einem Tanz an der High School kennengelernt habe, anderen Menschen auf die Beine geholfen." Mitt Romney dankte seiner Frau mit einem Kuss für die Rede.

Der Auftritt von Ann und Mitt Romney gilt als Auftakt zu einer Charmeoffensive (mp3), mit der die Republikaner die Beliebtheitswerte des Kandidaten nach oben treiben wollen. Der Multimillionär Romney, ehemals Manager einer Investmentfirma, gilt vielen Amerikanern als prinzipien- und rücksichtsloser Geschäftsmann.

Isaac tobt zum Jahrestag von Katrina

Der Parteikonvent der Republikaner in Tampa war wegen einer Sturmwarnung um einen Tag verschoben worden. Wegen des Hurricanes Isaac wurden einige Küstenstriche Floridas evakuiert. Isaac gilt allerdings als deutlich schwächer als der Hurricane Katrina, der heute vor sieben Jahren New Orleans verwüstete und überschwemmte. Der damalige, republikanische US-Präsident George W. Bush handelte sich seinerzeit für sein schwaches Katastrophenmanagement scharfe Kritik ein.

Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:

Zum Parteitag der Republikaner: Blick in die US-Seele - Interview mit Professor Bernd Stöver, Uni Potsdam, Buchautor (mp3)

US-Politologe: Romney fehlt Anziehungskraft bei konservativen Republikanern - Jackson Janes prophezeit dem Präsidentschaftsbewerber einen schwierigen Vorwahlkampf (Interview)

Mallory: Kein überzeugender Sieg für Romney - Direktor des Aspen-Instituts rechnet mit wachsendem Druck auf die Kandidaten (Interview)

Politologe sieht Obama gegen Romney als klaren Sieger - Winand Gellner von der Universität Passau glaubt an eine zweite Amtszeit des US-Präsidenten

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:57 Uhr

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