Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

US-Senat ratifiziert START-Abkommen

Obama erreicht außenpolitisches Ziel

Das Abkommen ist ein wichtiger außenpolitischer Erfolg für US-Präsident Barack Obama (AP)
Das Abkommen ist ein wichtiger außenpolitischer Erfolg für US-Präsident Barack Obama (AP)

Der US-Senat hat den neuen START-Abrüstungsvertrag mit Russland mit 71 zu 26 Stimmen gebilligt. Die notwendige Zweidrittelmehrheit kam zustande, da zusätzlich zu den demokratischen Senatoren auch 13 Republikaner für das Abkommen stimmten.

Der START-Vertrag (Strategic Arms Reduction Treaty) sieht eine Reduzierung der einsatzbereiten US-amerikanischen und russischen Atomsprengköpfe um 30 Prozent auf jeweils maximal 1550 vor. Die Zahl der Trägersysteme soll auf jeweils 700 begrenzt werden. Zusätzlich soll ein System zur gegenseitigen Überwachung des Waffenarsenals eingerichtet werden.

Der bis 2020 angelegte Pakt löst ein Abkommen von 1991 ab, das Ende 2009 auslief. Neben der formalen Abzeichnung durch US-Präsident Barack Obama muss das russische Parlament abstimmen, bevor der Vertrag in Kraft treten kann.

Das Bild zeigt eine russische Interkontinentalrakete Topol bei einer Militärparade auf dem Roten Platz vor dem Kreml in Moskau (AP)Beidseitige Abrüstung beschlossen: Eine russische Interkontinentalrakete Topol bei einer Militärparade auf dem Roten Platz vor dem Kreml in Moskau (AP)

Internationale Zustimmung

Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte Obama zur erfolgreichen Ratifizierung des Abrüstungsvertrages. Sie bezeichnete das Abkommen als einen wichtigen Meilenstein einer wirklichen Partnerschaft mit Russland und drückte ihre Hoffnung aus, dass weitere Abrüstungsschritte folgen.

Auch Polen unterstützt die Ratifizierung des START-Vertrags. Für Polen ist das Abkommen ein Thema von höchster Bedeutung. Warschau werde dabei helfen, die Beziehungen zwischen Washington und Moskau zu verbessern, versprach der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski.

Der ehemalige US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, fordert anlässlich der Ratifizierung des Abrüstungsabkommens, Russland die Perspektive für einen NATO-Beitritt zu bieten. Eine atomwaffenfreie Welt sei nicht nur Wunschdenken, sagte Kornblum im Deutschlandradio Kultur. Das Ziel zu erreichen sei aber schwierig. Durch das Start-Abkommen entstehe Druck auf die anderen Atommächte, ebenfalls abzurüsten.

Christian Hacke, lange Jahre Professor für internationale Politik an der Universität von Bonn, hält das Abkommen beider Mächte für ein "schönes Weihnachtsgeschenk", aber nicht für revolutionär. Die Reduktion sei der Miniaturisierung der Atomwaffen und der Modernisierung der konventionellen Waffen geschuldet, sagte Hacke im Deutschlandfunk.

Thomas Jäger, Professor für Internationale Politik an der Universität in Köln, sieht das den Vertrag als Basis, auf der aufgebaut werden kann. US-Präsident Obama kalkuliere dennoch in absehbarer Zukunft mit Nuklearwaffen in seiner Sicherheitsstrategie. Für die nächsten zehn Jahre werden in den USA 85 Milliarden Dollar für die Modernisierung der Nuklearwaffen ausgegeben, sagte Jäger im Deutschlandfunk

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Kammermusik

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 04:05 Uhr Tonart

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Reich werdenDie erste Million ist die schwerste!

US-Dollar-Scheine (picture alliance / dpa / Xie Zhengyi)

Geld regiert die Welt - im Fall von Donald Trumps Kabinett mit mehreren Milliardären und Multimillionären scheint das buchstäblich zuzutreffen. Doch wie wird man eigentlich reich und sind wir auf dem Weg zu einer globalen Oligarchie?

Manchester-Attentat"Die Zerstörung der Popkultur ist ein Mittel zum Zweck"

Notfallhelfer helfen Verletzten nach dem Attentat auf die Manchester Arena am 22. Mai 2017 (imago stock&people/Zumba Press)

Dass sich der Selbstmordattentäter in Manchester ausgerechnet auf dem Konzert der Sängerin Ariana Grande in die Luft sprengte, sei eher zufällig, sagte der Islamexperte Bamdad Esmaili im DLF. Die Terroristen wollten möglichst viele junge Leute treffen. 

Musik und SpiritualitätDas ästhetische Grauen des Sakropop

Schwester Teresa bei den Proben zu ihrem Musical "Bergpredigt". (picture alliance / dpa / Stefan Kiefer)

Neben Diskussionsrunden und Messen wird es auf dem 36. Deutschen Evangelischen Kirchentag viele Konzerte christlicher Bands geben. Doch deren Musik ist nicht nur ästhetisch fragwürdig, ihr fehlt auch jegliche Spiritualität, findet Wiglaf Droste.

Attac-Aktivist Christian Felber"Wir sind nicht gezwungen, uns egoistisch zu verhalten"

Politikwissenschaftler, Buchautor, Publizist und Mitbegründer der Attac Christian Felber, aufgenommen bei der Eröffnung der oberösterreichischen Kulturvermerke 2015 im Stadttheater in Gmunden (imago/Rudolf Gigler)

Die Spielregeln unserer Wirtschaft belohnen Kapitalismus, Maßlosigkeit und Gier, kritisiert der Attac-Aktivist und Autor Christian Felber. Er hat Vorschläge für eine Umverteilung von Reichtum und Macht: Alle wirtschaftliche Tätigkeit sollte auf das Gemeinwohl ausgerichtet werden.

Haftanstalt Silivri in der Türkei"Wie ein Konzentrationslager des 21. Jahrhunderts"

70 Kilometer außerhalb von Istanbul liegt Gefängnis und Gericht von Silivri. (imago/Le Pictorium)

Die Haftanstalt in der türkischen Stadt Silivri kann bis zu 13.000 Gefangene aufnehmen. Can Dündar, Ex-Chefredakteur der Zeitung "Cumhuriyet", war dort und beschreibt das Gefängnis als Internierungslager für Erdogan-Gegner, Oppositionelle sprechen von einem Konzentrationslager. "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel sitzt immer noch dort ein.

36. Evangelischer KirchentagChristentreffen der Superlative

Vorbereitungen zum Kirchentag: ein Kreuz auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor in Berlin (epd-bild/JensxSchlueter)

100.000 erwartete Dauergäste, 2.500 Veranstaltungen und Ex-US-Präsident Barack Obama als Ehrengast: Der 36. Evangelische Kirchentag in Berlin, Wittenberg und neun weiteren deutschen Städten hat im Reformationsjahr einiges zu bieten. Mit 23 Millionen Euro ist er aber auch der bisher teuerste. Das sorgt für Kritik - nicht nur bei Atheisten.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Islam  Schäuble sieht Chance durch muslimische Zuwanderung | mehr

Kulturnachrichten

Art Berlin zeigt auch Kunst des 20. Jahrhunderts  | mehr

 

| mehr