Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Ver.di-Chef Bsirske: öffentlicher Dienst "nicht zu Schnäppchenpreisen"

Nach dem Tarifabschluss fordert der Deutsche Städte- und Gemeindebund eine Entlastung der Kommunen

Ver.di-Chef Frank Bsirske (AP)
Ver.di-Chef Frank Bsirske (AP)

Ver.di-Chef Bsirkse hat den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst gegen Kritik aus den Kommunen verteidigt. Gute Erziehung, gute Pflege und ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr seien "auf Dauer nicht zu Schnäppchenpreisen" zu bekommen.

Statt die gestiegenen Lohnkosten zu kritisieren, solle eher über eine Änderung des Steuersystems nachgedacht werden, sagte Bsirske im Deutschlandfunk. Deutschland sei eine "Niedrigsteuer-Republik", die vor allem Besserverdiener und reiche Erben begünstige. "Gute Leute, gute Arbeit, gutes Geld", resümierte Bsirske die anstehenden Lohnsteigerungen aus Gewerkschaftssicht. Einkommenssteigerungen leisteten außerdem einen Beitrag zur "Stärkung des Binnenmarktes".

Der abgeschlossene Tarifvertrag sieht eine schrittweise Anhebung der Einkommen vor - 4,9 Prozent mehr Gehalt sollen die rund zwei Millionen Beschäftigen im öffentlichen Dienst nach 10 Monaten erhalten, 5,9 Prozent nach 18 Monaten und 6,3 Prozent nach zwei Jahren.

Entgegen der Forderungen von ver.di sieht der Tarifabschluss keinen Sockelbetrag für die unteren Gehaltsgruppen vor - die Gewerkschaft hatte eine Einkommenserhöhung von mindestens 200 Euro pro Monat gefordert. Diese "ausgeprägte soziale Komponente" sei "gegen den kategorischen Widerstand der Arbeitgeberschaft nicht machbar" gewesen, bedauerte Bsirske.

Deutsche Städte- und Gemeindebund: Höhere Belastungen für die Bürger

Für die öffentlichen Arbeitgeber bedeutet der Abschluss in jedem Fall deutlich höhere Ausgaben. Allein 2012 sollen es zwei Milliarden, im kommenden Jahr vier Milliarden sein. Viele Kommunen ständen jetzt unter Druck, Personal abzubauen und öffentliche Leistungen zu privatisieren, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Er kündigte Belastungen für die Bürger an: Städte und Gemeinden würden "nach Möglichkeiten suchen, ihre Einnahmen durch höhere Beiträge, Gebühren oder Steuern zu verbessern".

Landsberg forderte die Bundesregierung auf, den Kommunen Sozialleistungen abzunehmen. Die Eingliederungshilfen für Behinderte, die die Kommunen pro Jahr fast 14 Milliarden Euro kosteten, seien keine kommunale Aufgabe.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:50 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Freispiel

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Landtagswahl im SaarlandJubel bei der CDU, SPD reagiert enttäuscht

Anhänger der CDU jubeln am 26.03.2017 in Saarbrücken (Saarland) nach der Landtagswahl. (picture alliance/dpa - Oliver Dietze)

Bei der Landtagswahl im Saarland hat sich die CDU mit Gewinnen als stärkste Kraft behauptet, die SPD konnte nicht vom "Schulz-Effekt" profitieren. Der SPD-Kanzlerkandidat zeigte sich enttäuscht. Jubel gab es dagegen in der Union: Kanzleramtschef Peter Altmaier sprach von einem großartigen Vertrauensbeweis.

Leipziger Buchmesse 2017"Ohne Meinungsfreiheit gäbe es diese Branche nicht"

Besucher gehen am 23.03.2017 über eine Treppe mit den Schriftzug "Für das Wort und die Freiheit" auf der Buchmesse in Leipzig.  (dpa / Jan Woitas)

In Leipzig geht heute die Buchmesse zu Ende, der wichtigste Frühjahrstreff der Branche. Knapp 2500 Aussteller aus 43 Ländern präsentierten ihre Neuheiten – ein neuer Rekord für Leipzig. Der rege Besucheransturm sorgte zeitweilig für ein Verkehrschaos rund um das Messegelände.

Das perfekte Buch für den Moment… wenn du dein Deo vergessen hast

Damien verabscheut die Menschen. Sie sind nicht sauber, riechen nicht gut und essen schlechtes Zeug. Er hat sich zurückgezogen. Erst entdeckt erst seine Liebe zu Stinktieren, dann zu einer "Fischfrau". "Skunk" von Justin Courter ist das perfekte Buch für den Moment, wenn du dein Deo vergessen hast.

Buch über das männliche GeschlechtsteilDer Penis-Versteher

Detail des Gipsabgusses einer antiken Skulptur, die auf dem Campus der Friedrich-Schiller-Universität Jena aufgestellt ist (Foto vom 23.11.2010). Foto: Jan-Peter Kasper/FSU | Verwendung weltweit (dpa picture-aliance / Jan-Peter Kasper)

Kein Ratgeber für mehr Standfestigkeit, sondern eine unterhaltsame und kenntnisreiche Annäherung ans männliche Geschlechtsteil: Gerhard Staguhns "Der Penis-Komplex" ist ein erzählendes Sachbuch für Männer und Frauen – und ein Plädoyer dafür, die eigene Sexualität zu erforschen.

Humanitäre Katastrophe in Afrika"20 Millionen Menschen sind akut vom Hungertod bedroht"

Jean Ziegler bei der lit.Cologne 2017. (imago - APress)

Der Soziologe Jean Ziegler fordert mehr Mittel für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Durch weniger Beitragszahlungen und Börsenspekulationen auf Grundnahrungsmittel könne die Organisation vom Hunger bedrohte Menschen in Afrika nicht ausreichend mit Hilfsmitteln versorgen, sagte er im Deutschlandfunk.

Agenda 2010"Es ist immer wieder gut, Dinge in Frage zu stellen"

BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise nimmt am 25.02.2016 in Berlin im Haus der Wirtschaft an der Veranstaltung "Ankommen in Deutschland", dem Aktionsprogramm der Industrie- und Handelskammern zur Integration von Flüchtlingen teil. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat die Agenda 2010 gelobt und sich zugleich für Änderungen ausgesprochen. Berufe, Arbeitsverträge und Arbeitsorte veränderten sich. Deshalb könne man erwarten, dass die Politik diese Entwicklungen nach vorne gerichtet unterstütze, sagte er im Deutschlandfunk.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Vorläufiges amtliches Endergebnis  CDU ist klarer Sieger bei Saarland-Wahl | mehr

Kulturnachrichten

Lincke-Ring für Wolfgang Niedecken  | mehr

 

| mehr