Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Verbraucherminister beschließen Zehn-Punkte-Plan

Nationaler Aktionsplan gegen Lebensmittelbetrug

Hessens Verbraucherministerin Lucia Puttrich (CDU) und ihre Bundeskollegin Ilse Aigner (CSU) (dpa / Wolfgang Kumm)
Hessens Verbraucherministerin Lucia Puttrich (CDU) und ihre Bundeskollegin Ilse Aigner (CSU) (dpa / Wolfgang Kumm)

Die Verbraucherminister der Länder und des Bundes wollen strenger gegen Etikettenschwindel vorgehen. Lebensmittelhändler sollen Verdachtsfälle melden. Und auf Fleischprodukten soll die Herkunft der Zutaten klarer angeben werden. Der Plan im Detail:

1. Kurzfristige nationale Umsetzung des EU-Aktionsplans
Dabei werden Fleischprodukte auf Beimischung von nicht deklariertem Pferdefleisch untersucht. Zudem wird Pferdefleisch gezielt auf Rückstände von Arzneimitteln untersucht, die nicht für die Lebensmittelproduktion zugelassen sind.

2. Aufstellung eines erweiterten Untersuchungsprogramms "Deutschland plus"
In Deutschland werden Fleischprodukte auch auf andere nicht deklarierte Fleischzutaten untersucht. Das Programm soll bis Ende Februar stehen.

3. Überprüfung der Eigenkontrollsysteme
Die Systeme der Unternehmen werden im Hinblick auf Täuschung und Irreführung bei Lebensmitteln überprüft.

4. Überprüfung der Informationspflichten von Unternehmen gegenüber den Behörden

5. Bereitstellung aktueller Verbraucherinformationen über Internet und Hotline
Die Bundesländer stellen Informationen über gefundenes Pferdefleisch in Produkten auf einer eigenen Internetseite zusammen, die sie ständig aktualisieren wollen. Informationen gibt es auch bei der bereits bestehenden Hotline der "Verbraucherlotsen".

6. Weiterentwicklung der rechtlichen Rahmenbedingungen zur Verbraucherinformation
Bund und Länder wollen die vorhandenen rechtlichen Regelungen im Sinne des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und des Täuschungsschutzes optimieren.

7. Frühwarnsystem "Materieller Anreize zur Verbrauchertäuschung"
Es soll geprüft werden, wie wissenschaftlich basiert ein Frühwarnsystem entwickelt werden kann, das Anreize zur Verbrauchertäuschung erkennt. Damit könne Lebensmittel-Schwindel frühzeitig entdeckt werden.

8. Überprüfung der Sanktionsmöglichkeiten
Täuschung bei Lebensmitteln soll härter bestraft werden.

9. Europaweite Herkunftskennzeichnung auch für verarbeitete Lebensmittel
Deutschland unterstützt die nun beschleunigte Überprüfung der EU, ob eine Herkunftskennzeichnung auch für verarbeitete Lebensmittel mit Fleisch sinnvoll und machbar ist.

10. Stärkung regionaler Kreisläufe auf dem deutschen Lebensmittelmarkt
Bund und Länder wollen ein klare Kennzeichnung für regionale Waren etablieren, um für mehr Transparenz zu sorgen.

Den ausführlichen Nationalen Aktionsplan gibt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.


Mehr zum Thema:

Aktionsplan gegen den Pferdefleischskandal - Bund und Länder wollen gegen Betrug härter vorgehen
Aigner verspricht "schnellstmögliche Aufklärung" im Pferdefleischskandal - Verbraucherschutzministerin legt nationalen Aktionsplan vor
Verbraucherinformationsgesetz "hat seinen Namen nicht verdient" - SPD-Verbraucherpolitikerin kritisiert Umgang mit Pferdefleischskandal
"Wir haben eigentlich verlernt, richtig hinzuschmecken" - Kulturwissenschaftler: Menschen denken zu viel über ihre Nahrung nach
Pferd im Rindfleisch soll Betrüger teuer zu stehen kommen - Minister wollen Etikettenschwindler strenger bestrafen
Pferdefleisch-Skandal in Deutschland - Welche Produkte und Händler sind betroffen? (tagesschau.de)
Kommentar: "Das ist schlicht eine Schweinerei" - der Skandal um Fertiggerichte mit Pferdefleisch



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:06 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 05:05 Uhr Studio 9

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

CSU und Grüne in Sondierungsgesprächen"Da wird es ordentlich krachen"

Der CSU-Politiker Peter Ramsauer (Imago)

Nach Ansicht des CSU-Politikers Peter Ramsauer gibt es zu wenig geistigen Überbau zwischen den Grünen und den Unions-Parteien. Bei der Fülle von Streitthemen sei deshalb längst nicht sicher, ob eine Jamaika-Koalition erfolgreich zu Ende verhandelt werden könne, sagte Ramsauer im Dlf.

Soziale NetzwerkeLiebe kann man nicht kaufen, Follower schon

Ein Mann schlägt die Werbetrommel. (imago / Ikon Images)

Wer in Sozialen Netzwerken aktiv ist, sammelt Follower wie Pilze. Manchmal erwischt man ein giftiges Exemplar, schreibt die Schriftstellerin Julya Rabinowich in ihren Überlegungen zum Verhältnis zwischen "Führendem" und "Folgendem".

Rundfunkstaatsvertrag"An der Grundstruktur sollte man nicht rütteln"

Bundesratspräsidentin Dreyer und Bundespräsident Steinmeier bei der zentralen Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz. (dpa / Boris Roessler)

In der Debatte über Reformen und Einsparungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hätten die Intendanten umfangreiche Veränderungen vorgeschlagen, um den Beitrag möglichst lange zu stabilisieren, sagte Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, im Dlf. Von den Möglichkeiten im Online-Bereich dürften die Öffentlich-Rechtlichen aber nicht ausgenommen werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Jamaika-Sondierung  FDP und Grüne treffen sich | mehr

Kulturnachrichten

Gord Downie von The Tragically Hip gestorben | mehr

 

| mehr