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Vergessene Geschichten 2011

"Ortszeit" greift alte Schlagzeilen auf

Ein kritischer Rückblick auf 2011 (Stock.XCHNG / Asif Akbar)
Ein kritischer Rückblick auf 2011 (Stock.XCHNG / Asif Akbar)

Wir sind wie Elefanten - und vergessen nichts. Deshalb berichten wir über die wichtigsten Themen dieses Jahres und über wenig beachtete Konsequenzen nach großen Debatten - und wie sie sich unter Ausschluss der großen Öffentlichkeit weiterentwickelt haben.

"Indect" - Hintergründe zu einem umstrittenen Forschungsprojekt

Das von der Europäischen Union mit Milliardensummen finanzierte Forschungsprojekt "Indect" arbeitet an einem Computerprogramm, das selbstständig Überwachungsvideos auswerten kann. Kritiker warnen vor Szenarien, die George Orwells Vision in seinem Roman "1984" noch weit übertreffen, in dem Überwachungskameras automatisch nach kriminellen Verhalten suchen, Flugdrohnen Gesichter scannen und Verdächtige mit Hilfe des Internets automatisch identifiziert werden. In der öffentlichen Wahrnehmung spielt "Indect" bislang keine große Rolle. Tarik Ahmia über das Forschungsprojekt "Indect" und die Auseinandersetzung um die Anti-Terror-Technologie. (MP3-Audio)

Affäre um Jülicher Atomkugeln - Inzwischen Thema eines Untersuchungsausschusses

Wenn Abgeordnete im nordrhein-westfälischen Landtag auf angeblich verschwundene "Atomkugeln" aus Jülich bei Aachen angesprochen werden, dann rollen viele Parlamentarier auch Monate später noch mit den Augen – ganz gleich, ob sie nun zum Regierungs- oder zum Oppositionslager gehören. Jene 2285 Kugeln aus dem Kernforschungszentrum Jülich lösen noch immer Tiraden an gegenseitigen Schuldzuweisungen aus. Dabei lagern jene Kugeln seit Jahrzehnten auf dem Gelände des Forschungszentrums. Bis 1988 wurden sie in dem dort betriebenen Hochtemperatur-Reaktor eingesetzt – heute sind sie strahlender und hochgefährlicher Müll, wie der umweltpolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Hans-Christian Markert, erklärt. Ein Beitrag von unserer Nordrhein-Westfalen-Korrespondentin Barbara Schmidt-Mattern. (MP3-Audio)

Die Preistafel an einer Schweriner Tankstelle zeigt für den neuen Treibstoff E10 die Kosten mit "000" an. (picture alliance / dpa)Die Preistafel an einer Schweriner Tankstelle zeigt für den neuen Treibstoff E10 die Kosten mit "000" an. (picture alliance / dpa)

Abstimmung an der Zapfsäule - Der Flop mit E10 und die Konsequenzen

Im Frühjahr dieses Jahres sorgte die Einführung von E10 für Furore. Der Ottokraftstoff mit einer maximalen Beimischung von 10 Prozent Bioethanol fiel an den Tankstellen durch. Die Verbraucher boykottierten den Sprit mit Biokomponente und erreichten damit die Wiedereinführung ihres gewohnten Superbenzins. Den Tankstellen blieb nichts anderes übrig als ihre Zapfsäulen teilweise wieder umzurüsten. Auch heute noch verharrt der Verbraucher bei seiner ablehnenden Haltung gegenüber E10. Tonia Koch hat sich an Tankstellen umgehört. (MP3-Audio)

Aufarbeitung ungenügend - Der Korruptionsskandal bei der FIFA

Eigentlich sollte sich der Weltfußballverband FIFA, um das Wohl der liebsten Sportart des Deutschen kümmern - den Fußball eben. Aber vor allem das zurückliegende Jahr machte deutlich, dass bei der FIFA offenbar durch und durch korrupte Funktionäre sitzen, denen es vor allem um eines geht: möglichst viel Geld zu scheffeln. Damit sollte jetzt Schluss sein, dies zumindest kündigte FIFA Präsident Sepp Blatter im Juni an. Reformen, Transparenz, Glaubwürdigkeit seine Schlagworte. Was aber ist aus dieser Ankündigung geworden? Geht bei der FIFA jetzt wirklich alles mit rechten Dingen zu? Ein vergessenes Thema und irgendwie auch eine Geschichte des Vergessens, die Tim Brockmeier beleuchtet. (MP3-Audio)

Der Schauspieler Matthias Schweighöfer sichtet im Palmengarten in Frankfurt die zuvor aufgenommenen Szenen. Er dreht hier die romantische Komödie "What a Man", bei er sein Regiedebüt gibt. (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)Der Schauspieler Matthias Schweighöfer (picture alliance / dpa / Frank Rumpenhorst)

Von Kritikern geschätzt, vom Publikum kaum beachtet - Junge deutsche Filme 2011

Wirft man einen Blick auf das deutsche Kino des vergangenen Jahres, lässt sich festhalten: die Zahlen stimmen. Und das haben wir vor allem den Komödien zu verdanken. Til Schweiger ist ein Erfolgsgarant, auch sein Schauspielkollege Matthias Schweighöfer ist jetzt zum ersten Mal hinter die Kamera gegangen, sein Regiedebüt "What a man" war der Überraschungshit 2011. Doch es gibt auch ein deutsches Kino jenseits der Komödie, Filme, die auf Festivals und von der Kritik gefeiert, aber von Zuschauer doch immer wieder übersehen werden. Zu Unrecht, meint Anke Leweke, für die das junge deutsche Kino viel über unsere heutige Zeit zu erzählen hat. (MP3-Audio)

Aussteller auf der Frankfurter Buchmesse 2011 (picture alliance / dpa / Marc Tirl)Aussteller auf der Frankfurter Buchmesse 2011 (picture alliance / dpa / Marc Tirl)

Im Schatten von Schoßgebete und Co - Zu Unrecht kaum beachtete Bücher 2011

Literaturkritikerin Sigrid Löffler stellt zwei Bücher vor, die man nicht auf den Bestsellertischen der Buchhandlungen findet. In "Engel des Vergessens" schildert die Autorin Maja Haderlab eine autobiografische Familiengeschichte aus der Sicht der verfolgten slowenischen Minderheit in Kärnten. Als "eine katastrophal entgleisende Vater-Sohn-Geschichte, die mit einem Selbstmord endet", beschreibt Sigrid Löffler den Roman "Im Schatten des Vaters" des Amerikaners David Vann. Er erzählt darin die Geschichte eines Vaters, der seinen kleinen Sohn mit in die Wildnis Alaskas nimmt, um mit ihm in einer Blockhütte zu leben. (MP3-Audio)

Büsten mit dem Abbild des Dichters Heinrich von Kleist im Frankfurter Kleist-Museum (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)Büsten des Dichters Heinrich von Kleist im (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Was wir 2011 im Feuilleton gern gelesen hätten: Kleists Gedanken

Nein, direkt vermisst haben wir nichts. Die Jahresproduktion der deutschsprachigen Feuilletons war so universell, originell und substantiell wie immer.Allein, im 200. Todesjahr Heinrich von Kleists hätten wir gern eine blätterübergreifende Serie gelesen - Titel: "Wäre Kleist von den Toten auferstanden... Gedanken zur gebrechlichen Einrichtung der Welt." Aktuelles in Kleists Sprache zu kommentieren: Das wäre die Aufgabe der Autoren gewesen, meint Arno Orzessek in der Kulturpresseschau Spezial. (MP3-Audio)

Links bei dradio.de:

Welthungerhilfe erwartet mehr humanitäre Katastrophen in Afrika <br> Regionalkoordinator: EU reagierte mit Verzögerung auf Hungersnot

Verbraucherzentrale kritisiert: Zu wenige Lehren aus Lebensmittelskandalen gezogen <br> Forderung: Novelliertes Verbraucherinformationsgesetz soll nachgebessert werden

Jahresrückblick 2011

Portal Jahresrückblicke 2011

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:46 Uhr

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