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Vergessene Geschichten

"Ortszeit" greift alte Schlagzeilen auf

BP pumpt Schlamm in das Öl-Leck der gesunkenen Ölplattform Deep Water Horizon. (AP)
BP pumpt Schlamm in das Öl-Leck der gesunkenen Ölplattform Deep Water Horizon. (AP)

Wir sind wie Elefanten - und vergessen nichts. Deshalb berichten wir über die wichtigsten Themen dieses Jahres - und wie sie sich unter Ausschluss der großen Öffentlichkeit weiterentwickelt haben.

In diesem Jahr wurden so wenige Kriege gezählt wie seit 1993 nicht mehr. Die schlechte Nachricht: Die Welt ist trotzdem nicht friedlicher geworden. Über 30 Kriege und Konflikte zählte die Forschung 2010. Konflikte wie in Tschetschenien, Kaschmir oder Sri Lanka würden kaum noch wahrgenommen, sagt der Konfliktforscher Hans J. Giessmann. Die öffentliche Meinung sei vor allem daran interessiert, Konflikte zu beobachten, die entweder die eigenen Herzen berühren oder an denen auch eigene Bürger beteiligt sind.

Eine Arzthelferin zieht im Gesundheitsamt in Bremen den Impfstoff Pandemrix gegen die Schweinegrippe auf eine Spritze. (AP)Bundesbürger blieben gegenüber Impfstoff skeptisch. (AP)

Schweinegrippe wurde doch nicht zur Pandemie

Vor anderthalb Jahren hatte die Weltgesundheitsorganisation
die Schweinegrippe zur Pandemie erklärt. Im August gab sie Entwarnung, weil die Welt glücklicherweise von einer Pandemie verschont blieb und weil die Bundesbürger dem Impfstoff skeptisch gegenüberstanden. Für die nicht verimpften 28,7 Millionen Dosen wurden 239 Millionen Euro aufgewendet. Die Kosten tragen die Bundesländer. "Wir hielten das Ganze für eine Erfindung", kritisiert Angela Spelsberg, Vorstandsmitglied bei Transparency International Deutschland.Die Ärztin mahnt eine parlamentarische Untersuchung zur Schweinegrippe und Informationen über den Verbleib der Impfdosen an.

Eine explodierende Ölplattform und die Nöte der Fischer

Am 20. April explodierte die Ölplattform "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko und löste eine Ölpest aus. Erst fünf Monate später konnte
die geborstene Pipeline endgültig verschlossen werden. Bis dahin waren fast 800 Millionen Tonnen Öl ins Meer geflossen. Drei Monate nach dem offiziellen Ende der Umweltkatastrophe fragen wir unseren USA-Korrespondent Klaus Remme in Washington: Erinnert sich die Politik noch an ihre Versprechen an die Fischer – oder hat sie sie vergessen? (MP3-Audio)

Opfer der Flutopfer in Pakistan (AP)Opfer der Flutopfer in Pakistan (AP)

Die Situation nach der Flut in Pakistan

Auch in diesem Jahr hat die Natur bewiesen, wie viel Macht sie über den Menschen hat. Während von den Aschewolken der isländische Vulkane nur der europäische Luftverkehr betroffen war, ging fast ein ganzes Land unter. Sabina Matthay über die Situation vier Monate nach der Flut in Pakistan, die fast 2000 Menschenleben forderte und 18 Millionen obdachlos machte. (MP3-Audio)

Wie haben sich die Belgier ohne funktionierende Regierung eingerichtet?

Wo wurde vor 197 Tagen gewählt? Sie haben es vergessen? Wir helfen gerne aus. Denn die Gemengelage in Belgien ist für unsereinen mit so vielen Befindlichkeiten verbunden, dass man sie schon aus Gründen des ökonomisch eingesetzten Hirnschmalzes durchaus vergessen kann. Doris Simon in Brüssel erinnert, woran sich auch die Belgier vor Weihnachten nicht mehr erinnern wollten. (MP3-Audio)

Ein südafrikanischer Fußballfan macht Krach mit der Vuvuzela (vor dem WM-Vorrunden-Spiel Südafrika gegen Uruguay am 16.6.2010). (AP)Südafrikanischer Fußballfan mit Vuvuzela (AP)

Nach der WM in Südafrika - der wirtschaftliche Aufschwung blieb aus

Wie 2006 fand auch in diesem Sommer der Sommer just in den Wochen statt, in denen Fußball gespielt wurde - in Südafrika. Leonie March berichtet, was vom Großereignis Weltmeisterschaft in Durban übrig geblieben ist. (MP3-Audio)

Nach dem Erdsturz in Schmalkalden

Menschen und Häuser wurden in die Tiefe gerissen, als 2009 in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt fast drei Millionen Kubikmeter Erde in einem See ins Rutschen gerieten. In Thüringen kamen die Bewohner von Schmalkalden 2010 mit dem Schrecken davon: Als sich in der Nacht zum 1. November ein 40 Meter großes und 25 Meter tiefes Loch auftat. Wie wurde den Hausbesitzern in der Zwischenzeit geholfen? Blanka Weber hat die Betroffenen besucht, für die noch lange kein Gras über aufgeschüttete Erde gewachsen ist. (MP3-Audio)

Jemen: Eine Entführung und kein Ende

In den meisten Fällen ging es am Ende gut aus: Für Deutsche, die im Jemen unterwegs waren. Aber was nach dem 12. Juni 2009 aus dem sächsischen Ehepaar und ihrem kleinen Sohn wurde - die beiden Töchter kamen inzwischen frei -, das wissen wohl nur ihre Entführer. Grund für unsere Landeskorrespondentin Alexandra Gerlach, den Faden dieser Geschichte wieder aufzunehmen. (MP3-Audio)

Das missratene Geschäft mit dem Nürburgring

In Rheinland-Pfalz wird im März gewählt. Kein Wunder, dass die SPD von Kurt Beck sie gerne vergessen würde: die Nürburgring-Affäre. Wir wollen dieses merkwürdige Geschäft, dass es bereits zur Vorlage für einen Krimi brachte, nicht dem Vergessen anheim geben. Ludger Fittkau über eine Affäre, die den Test im Windkanal nicht bestanden hat. (MP3-Audio)

Ein Kran hebt in Bremen Autowracks in einen Schredder. (AP)Ein Kran hebt in Bremen Autowracks in einen Schredder. (AP)

"Wutbürger" und "Abwrackprämie"

Was 2010 der "Wutbürger", das war im vergangenen Jahr die "Abwrackprämie": das Wort des Jahres. Der Auto-Industrie geht es inzwischen wieder prima. Kein Wunder, denn bis zum August fuhren Millionen ausrangierte Wagen bei den Schrotthändlern vor. Svenja Pelzel hat über die "Wutbürger" die "Abwrackprämie" nicht vergessen – und sich auf den Weg zum Schafott gemacht. (MP3-Audio)

Wie Medien vergessen

Wie Medien 2010 Themen machten – und warum einige auch schnell wieder verschwanden, erklärt uns Wolfgang Donsbach, geschäftsführender Direktor des Instituts für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden. (MP3-Audio)

Auf in ein neues Jahrzehnt! - Das war 2010 auf dradio.de

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:39 Uhr

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Ein Mann schaut sich in Bremen im Paula Modersohn-Becker Museum das Bild "Reclining Nude" aus dem Jahr 1952 von William Copley an. Das Bild hängt in der Ausstellung "Schlaf - Eine produktive Zeitverschwendung" (dpa / Carmen Jaspersen)

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