Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Verheerender Brand in Textilfabrik

110 Tote in Bangladesch

Angehörige suchen nach Überresten der Opfer am Tag nach dem Großbrand (picture alliance / dpa / Abir Abdullah)
Angehörige suchen nach Überresten der Opfer am Tag nach dem Großbrand (picture alliance / dpa / Abir Abdullah)

Über hundert Menschen sind beim Brand einer mehrstöckigen Textilfabrik in Bangladesch ums Leben gekommen. Die Opfer nähten auch für deutsche Bekleidungsfirmen. Sie hatten wegen schlechter Sicherheitsbedingungen keine Chance.

Das Feuer war in der vergangenen Nacht im Erdgeschoss des neunstöckigen Fabrikgebäudes rund 20 Kilometer nordwestlich von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka ausgebrochen. Etwa tausend Arbeiter und Arbeiterinnen nähten zu diesem Zeitpunkt in der Fabrik. Die Flammen hätten dann auf die anderen Etagen übergegriffen, berichteten die örtlichen Behörden. Zwar gab es mehrere Treppenhäuser, doch alle führten ins brennende Erdgeschoss. Andere Notausgänge gab es nicht.

110 Menschen starben, mehr als 200 wurden verletzt. Die Brandursache ist noch unbekannt, nun soll eine Untersuchungskommission Aufklärung bringen.

Produktion für C&A und andere deutsche Unternehmen

Die erst 2009 erbaute Fabrik gehört zur Tuba Group, die laut Unternehmenshomepage unter anderem für C&A, Carrefour und Walmart produziert. Ein C&A-Sprecher sagte in Düsseldorf, die Fabrik sei beauftragt gewesen, 220.000 Sweatshirts herzustellen und von Dezember 2012 bis Februar 2013 an C&A in Brasilien zu liefern. Er erklärte, das Mitgefühl gelte den Opfern des furchtbaren Unglücks und ihren Angehörigen. Auch andere deutsche Firmen wurden laut der Unternehmenshomepage von der Unglücksfirma beliefert. Diese waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

"Kampagne für saubere Kleidung": "häufig keine vernünftigen Notausgänge"

Hinweise für Die Organisation "Kampagne für saubere Kleidung" (CCC) kritisierte die schlechten Arbeits- und Sicherheitsbedingungen in vielen Fabriken des Billiglohnlandes. Diese begünstigen verheerende Unfälle. Zwar kenne er die konkreten Umstände in der nun abgebrannten Fabrik nicht, sagte ein Sprecher in Düsseldorf. Sehr häufig gebe es aber keine vernünftigen Notausgänge, oder diese Ausgänge seien in völlig überfüllten und mit Waren vollgestellten Fabrikhallen versperrt. Auch bei dem Unglück in Bangladesch gebe es hierfür Anzeichen. In Bangladesch, Indien und Pakistan kommt es seit Jahren immer wieder zu ähnlichen Unglücken.

Weitere Informationen auf Deutschlandradio.de:

"Kampagne für Saubere Kleidung" - Eine Näherin aus Bangladesch erzählt

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:02 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 12:10 Uhr Informationen am Mittag

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 12:07 Uhr Studio 9

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

100 Jahre Schlacht von VerdunDas deutsch-französische Verhältnis ist gestörter denn je

Frankreichs Präsident Francois Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel - voneinander abgewandt (imago / Belga)

In der Energie- und Umweltpolitik: nur Gegensätze und Konflikte. Aber auch in der Außenpolitik sucht man vergeblich nach Gemeinsamkeiten. Deutschland und Frankreich sind weit auseinander gerückt, meint der Historiker Klaus Manfrass.

Präsidentschaftskandidat TrumpTweets statt Sicherheitspolitik

Donald Trump bei einer Rede nach den Vorwahlen in Indiana. (picture alliance / dpa / Justin Lane)

Donald Trump hat es geschafft: Nach aktuellen Zählungen wird er der Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Am Rande des G7-Gipfels zeigte sich Präsident Barack Obama besorgt. Er sei mehr an Schlagzeilen und Tweets interessiert, statt an Amerikas Sicherheit zu denken.

TunnelbauAugen zu und durch den Gotthardt

Mineure warten am 7.11.2002 im Gotthard-Basistunnel bei Bodio auf die Inbetriebnahme der 400 Meter langen und 3000 Tonnen schweren Tunnelfr (picture-alliance / dpa/Keystone Karl Mathis)

17 Jahre nach der ersten Sprengung eröffnet die Schweiz am 1. Juni 2016 den Gotthard-Basistunnel als längsten Eisenbahntunnel der Welt. Genau genommen sind es zwei Röhren, die das Sankt-Gotthard-Massiv durchstoßen. Möglich wurde das Mammutprojekt durch den Einsatz einer besonderen Tunnelbohrmaschine.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Hiroshima  Obama gedenkt der Opfer des Atombomben-Abwurfs | mehr

Kulturnachrichten

Deutscher Pavillon auf Architektur-Biennale in Venedig vorgestellt  | mehr

Wissensnachrichten

Ist das Kunst?  Besucher fallen auf Brillen-Streich herein | mehr