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Verkehrsminister Ramsauer nennt Luftraum-Sperrung "alternativlos"

Regierungserklärung zum Krisenmanagement nach Vulkanausbruch

Erste Flugzeuge dürfen wieder starten. (Jan-Martin Altgeld)
Erste Flugzeuge dürfen wieder starten. (Jan-Martin Altgeld)

Peter Ramsauer (CSU) hat im Bundestag seine Krisenarbeit während der Luftraumsperrungen verteidigt. Er habe unmittelbar einen Krisenstab bei der Deutschen Flugsicherung aktiviert - in allen Gremien habe "völlige Einmütigkeit" geherrscht.

Zuvor war die Luftraumsperrung für ganz Deutschland aufgehoben worden.

Die Erklärung Ramsauers begann um 13:00 Uhr. Der CSU-Politiker war wegen seines Krisenmanagements in die Kritik von Fluggesellschaften, Opposition und Pilotenvereinigung Cockpit geraten, wies aber bisher Kritik an den Sondergenehmigungen für Flüge auf Sicht und am Krisenmanagement seines Ministeriums zurück.

"Im Flugverkehr kann die größtmögliche Priorität nur Sicherheit sein", sagte Ramsauer im Bundestag. Mit Blick auf Kritiker seines Krisenkurses sagte der Verkehrsminister: "Dieses Thema eignet sich nicht für parteipolitische Profilierungen".

Wichtig sei es, Vorsorge zu treffen und ein Maßnahmenbündel zu schmieden für den Umgang mit ähnlichen Gefahren. Ramsauer kündigte die Einrichtung eines Meldezentrums mit Meldepflicht für alle Fluggesellschaften an, bei denen ein Verdacht auf Triebwerksschäden durch Vulkanasche bestehe.

Was die Rückholung gestrandeter deutscher Staatsbürger angehe, sei ein regulärer Flugplan bei Sichtflugbedingungen nicht möglich gewesen, ergänzte Ramsauer.

Verkehrsausschussmitglied Uwe Beckmeyer (SPD) warf Ramsauer am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk vor, zu spät auf die Flugverkehrskrise reagiert zu haben. Allein 300.000 Deutsche warteten im Ausland darauf, betreut zu werden.

Service: Flugausfälle - Die Rechte von Pauschalurlaubern bei höherer Gewalt

Die aktuelle Situation sei zwar kritisch für die Luftfahrtbranche, aber Ausfälle seien einzukalkulieren, meint der SPD-Haushaltspolitiker Carsten Schneider.

Passagiere warten in einem Terminal des Pekinger Flughafens auf den Weiterflug. (AP)Passagiere warten in einem Terminal des Pekinger Flughafens auf den Weiterflug. (AP)

EU-Hilfen für Luftfahrtgesellschaften?

Europaweit entspannt sich die Lage langsam. Großbritannien gab seinen Luftraum gestern am späten Abend frei, Polen sollte um sieben Uhr früh folgen. Auch in Frankreich soll heute zum Normalbetrieb übergegangen werden. Der Weltluftfahrtverband IATA gibt an, dass aufgrund der tagelang am Boden gebliebenen Maschinen mehr als fünf Fluggesellschaften vom Bankrott bedroht sind. IATA-Präsident Giovanni Bisignani sagte im italienischen Fernsehen, er werde die EU bitten, Staatshilfen zuzulassen.

Forschung zu Aschewolken-Gefahr läuft auf Hochtouren

Unterdessen sind erste Ergebnisse des Messfluges der Deutschen Luft- und Raumfahrtgesellschaft in der Aschewolke bekannt: Demnach gäbe es beispielweise über Leipzig Aschepartikel in der Luft, über Hamburg dagegen nicht.

Schweizer Klimaforscher bemängelt "Abwesenheit eines verlässlichen Grenzwertes"

Laut Thomas Peter resultieren die Unterschiede in der Bewertung der Messergebnisse einerseits aus der ungleichmäßigen Verteilung der Aschewolke in Europa. Auf der anderen Seite gebe es auchkeinen einheitlichen, verlässlichen Grenzwert.

Am Rheinischen Institut für Umweltforschung wird auch daran gearbeitet, Simulationen der Aschewolkeaus dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull zu produzieren.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:35 Uhr

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