Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

"Verschließen wir uns nicht dem Neuen"

Papst Franziskus feiert die Osternacht

Papst Franziskus setzte erneut eigene Akzente (picture alliance / dpa / Osservatore Romano)
Papst Franziskus setzte erneut eigene Akzente (picture alliance / dpa / Osservatore Romano)

Papst Franziskus hat im Vatikan die Liturgie der Osternacht gefeiert. Dabei warnte er vor Tausenden Gläubigen vor Resignation und Skepsis. Aufgefallen war, dass er die Liturgie etwas abkürzte. Zu seinem Segen "Urbi et Orbi" sind derzeit Zehntausende auf dem Petersplatz in Rom.

<p>Tausende Gläubige waren in den Petersdom zur Osternacht gekommen, die an die Auferstehung Christi erinnert. In der Vorhalle von Sankt Peter weihte Papst Franziskus das Osterfeuer und entzündete die Osterkerze, die durch die noch dunkle Basilika bis zum Altar getragen wurde.<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="252968" text="Das neu gewählte Oberhaupt der katholischen Kirche" alternative_text="Das neu gewählte Oberhaupt der katholischen Kirche" /> taufte vier junge Männer aus Albanien, Italien, Russland und den USA und spendete ihnen die Firmung. Jedem von ihnen gab er einen Kuss. Im Unterschied zu den Jahren zuvor hatte Franziskus in seiner ersten Osternacht als Papst die Liturgie insgesamt leicht abgekürzt. <br /><br /></p><p><strong>"Angst vor den Überraschungen Gottes"</strong></p><p>In seiner Predigt warnte der Papst vor Resignation und Skepsis. Die Erzählung aus dem Lukas-Evangelium stand im Mittelpunkt: die Frauen, die das Grab Jesu besuchen wollten und feststellten, dass es leer war. "Brüder und Schwestern, verschließen wir uns nicht dem Neuen, das Gott in unser Leben bringen will. Das Neue macht uns häufig Angst, auch das Neue, was Gott uns bringt", sagte Franziskus. "Oft ziehen wir es vor, unsere Sicherheiten beizubehalten, bei einem Grab stehen zu bleiben im Gedanken an den Verstorbenen. Wir haben Angst vor den Überraschungen Gottes." Aber er überrasche die Menschen immer.<br /><br /></p><p><strong>Aufforderung, sich zu öffnen</strong></p><p>So wie der Papst nach seiner Wahl schon gefordert hatte, dass die Kirche sich öffnen müsse, so forderte er nun jeden Einzelnen auf, sich für Gott, das Neue und für Jesus Christus zu öffnen. "Jesus ist nicht mehr in der Vergangenheit, sondern er lebt in der Gegenwart und ist auf die Zukunft hin ausgerichtet. Er ist das ewige "Heute" Gottes.<br /><br />Heute Vormittag folgt die traditionelle Ostermesse auf dem Petersplatz. Im Anschluss spricht das Oberhaupt der Katholischen Kirche den Segen "Urbi et Orbi" - "Der Stadt und dem Erdkreis". Dazu werden Zehntausende erwartet. Er wird traditionell in mehr als 60 Sprachen erteilt.<br /><br /><div style="margin:0 10px 10px 0; padding: 1em; background-color: #BDCCD6; text-align:left">Programmtipp: Der Deutschlandfunk schaltet gegen 12 Uhr live nach Rom zur Ostermesse.</i></div><br /><br />Den traditionellen Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstag hatte Franziskus nicht, wie sonst üblich, in einer der vatikanischen Basiliken, sondern <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253015" text="in einem römischen Jugendgefängnis gefeiert" alternative_text="in einem römischen Jugendgefängnis gefeiert" />. Nicht zwölf Priestern wusch er dabei die Füße - stellvertretend für die zwölf Apostel - sondern zwölf jugendlichen Häftlingen. Darunter waren auch erstmals zwei Frauen: Eine italienische Katholikin und eine serbische Muslimin. Am Gründonnerstag hatte er seine Kirche streng ermahnt, sich nicht immer nur um sich selbst, sondern um die Armen und Ausgegrenzten der Welt zu kümmern.<br /><br /><em>Mehr zum Thema bei dradio.de:</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="253023" text="Christen erinnern an Kreuzigung Jesu" alternative_text="Christen erinnern an Kreuzigung Jesu" /> - Am Abend Kreuzweg mit Papst Franziskus in Rom<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="252953" text="Vatikan bezeichnet Vorwürfe gegen Papst als &quot;verleumderisch&quot;" alternative_text="Vatikan bezeichnet Vorwürfe gegen Papst als &quot;verleumderisch&quot;" /> - Debatte um die Rolle während argentinischer Militärdiktatur<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="240541" text="&quot;Camminare, edificare, confessare&quot;" alternative_text="&quot;Camminare, edificare, confessare&quot;" /> - Papst Franziskus verspricht geistliche Erneuerung<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="252968" text="Papst Franziskus ist im Amt" alternative_text="Papst Franziskus ist im Amt" /> - Kanzlerin Merkel gratuliert dem neuen Pontifex<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="240439" text="Ein Schlüsselmoment für die katholische Kirche" alternative_text="Ein Schlüsselmoment für die katholische Kirche" /> - Zur Wahl von Papst Franziskus<br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="237267" text="Zum Ende eines Pontifikats" alternative_text="Zum Ende eines Pontifikats" /> - Papst Benedikt XVI. und sein Vermächtnis</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:05 Uhr Hörspiel

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Oper

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Der jüdische EruvWas die Schnur an Manhattans Straßenlaternen bedeutet

Straße in Manhattan, durch die Luft gespannt und an einer Laterne befestigt ist ein dünner Nylonfaden. (Kai Clement)

Der Eruv spannt sich in einem Teil Manhattans von Laternenmast zu Laternenmast. Der Nylonfaden ist fast unsichtbar und erleichtert doch das Leben vieler orthodoxer Juden, die hier leben. Korrespondent Kai Clement war bei der wöchentlichen Kontrolle dabei.

Die Krim nach der AnnexionLeben mit Sanktionen

Ein Bogen wird an der Brücke über die Meerenge von Kertsch errichtet. Die Brücke soll einmal 19 Kilometer lang werden und Russland mit der Halbinsel Krim verbinden. (imago / Sergei Malgavko / TASS)

Das Leben auf der Krim dreieinhalb Jahre nach der russischen Annexion: Güter müssen aufgrund der Sanktionen per Flugzeug oder Fähre aus Russland angeliefert werden, was sie teuer macht. Die Tourismussaison war ein Flop. Doch die meisten Menschen sind guter Dinge. Gegen Kritiker wird allerdings mit aller Härte vorgegangen.

Pro Quote Bühne "Das Publikum hat ein Recht auf Qualität und Vielfalt"

Die Schauspieler Marcel Kohler und Lorna Ishema bei einer Fotoprobe zum Theaterstück "Unterwerfung" 2016 im Deutschen Theater in Berlin (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Theater werden zu 80 Prozent von Männern geleitet. Nur bei den Souffleusen, also im Niedriglohnbereich, ist das Verhältnis umgekehrt. Angelika Zacek vom Verein Pro Quote Bühne fordert die Häuser auf, in der nächsten Spielzeit 50 Prozent Regisseurinnen zu engagieren.

Per Molander: "Die Anatomie der Ungleichheit"So entsteht Armut - und setzt sich fort

Vordergrund: Buchcover von Per Molanders "Die Anatomie der Ungleichheit". Hintergrund: Ein Mann kniet auf einem belebten Bürgersteig und bettelt. (Westend Verlag, dpa picture alliance/ Markus C. Hurek)

Je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto ineffizienter ist sie auch. Diese These kann der Mathematiker Per Molander in "Die Anatomie der Ungleichheit" eindrucksvoll belegen. Und hat auch Vorschläge, wie sich der Mangel reduzieren lässt.

Sexismus-Debatte"Wir reden über Sexismus ja schon seit 50 Jahren"

Ein Smartphone mit dem Hashtag "#MeToo" (dpa-Zentralbild)

Kompliment oder sexistische Bemerkung? Der Fall der Staatssekretärin Sawsan Chebli hat eine erneute Sexismus-Debatte in Gang gesetzt. Die Soziologin Sabine Hark sagte im Dlf, noch immer werde nur Männlichkeit mit Kompetenz konnotiert - Weiblichkeit jedoch nicht. Auf diese Zuschreibungen habe auch die Sprache Einfluss.

Kunstauszeichnung in BerlinAgnieszka Polska bekommt Preis der Nationalgalerie

(© Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin / Jan Windszus / Courtesy Zak Branicka Galerie, Berlin and OVERDUIN & CO., LA)

Der Preis der Nationalgalerie 2017 geht an die in Berlin lebende polnische Künstlerin Agnieszka Polska. Unser Kunstkritiker Carsten Probst begrüßt die Entscheidung: Polska habe als einzige der Nominierten einen völlig eigenständigen künstlerischen Stil hervorgebracht.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Katalonien  Hunderttausende protestieren gegen Entscheidung aus Madrid | mehr

Kulturnachrichten

Nina Hoss erhält Braunschweiger Filmpreis | mehr

 

| mehr