Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Vertraute Assads in Damaskus getötet

UN-Sicherheitsrat verschiebt Abstimmung über Syrien-Resolution

Offenbar ums Leben gekommen: Syriens Verteidigungsminister Radschha
Offenbar ums Leben gekommen: Syriens Verteidigungsminister Radschha (picture alliance / dpa / Sana / Handout)

Das syrische Staatsfernsehen spricht von einer Tat von "Terroristen": Bei einem Anschlag auf Kabinettsmitglieder und hochrangige Militärs sind in Damaskus mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen, mehrere wurden schwer verletzt.

Unter den Todesopfern ist neben Verteidigungsminister Daoud Radschha auch sein Stellvertreter Assef Schawkat, ein Schwager von Präsident Bashar al-Assad. Er war mit Assads älterer Schwester Buschra verheiratet. Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar wurde den Fernsehberichten zufolge verletzt.

Der Attentäter sprengte sich offenbar am Sitz der syrischen Sicherheitskräfte in der Hauptstadt in die Luft. Sowohl die islamische Rebellengruppe Liwa al-Islam als auch die Aufständischen der Freien Syrischen Armee bekannten sich zu dem Anschlag. "Das ist der Vulkan, von dem wir gesprochen haben," sagte ein Sprecher der Freien Syrischen Armee. "Wir haben gerade erst begonnen."

In Damaskus ist es am vierten Tag in Folge zu heftigen Kämpfen zwischen bewaffneter Opposition und Regierungstruppen gekommen. Dabei versuchte die syrische Armee offenbar mit allen Mitteln, verlorene Stadtviertel zurückzuerobern, berichtete Jens Wiening im Deutschlandfunk.

Die Gefechte in der syrischen Hauptstadt werden heftigerDie Lage in Damaskus spitzt sich zu (picture alliance / dpa / Shaam Mews Network/Handout)

UN-Sicherheitsrat verschiebt Abstimmung über Syrien-Resolution

Nach den Anschlägen hat der UN-Sicherheitsrat die geplante Abstimmung über eine Syrien-Resolution verschoben. Angesichts der sich weiter verschärfenden Lage hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Sicherheitsrat kurz vor seiner Sitzung in New York aufgefordert, sich schnell auf eine Syrien-Resolution zu einigen. Alle Staaten müssten nun darauf hinarbeiten, "dass die Verletzung der Menschenrechte dort ein Ende hat".

Der Weltsicherheitsrat wollte sich am Mittwochabend erneut mit einer entsprechenden Resolution beschäftigen, die bisher von Russland und China blockiert wird. Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte erneut die ablehnende Haltung seiner Regierung gegen einen Resolutionsentwurf, der die "revolutionäre Bewegung" in Syrien begünstige. Umstritten ist unter anderem die Forderung der USA und Europas, dem Assad-Regime mit Sanktionen zu drohen.

Der Sondergesandte Kofi Annan hatte sich in Moskau vergeblich um ein Einlenken des Kremls bemüht. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon traf am Mittwoch in Peking mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao zusammen, um über die Haltung Chinas in der Syrienfrage zu sprechen, wie Ruth Kirchner berichtet. Offiziell war Ban allerdings für einen China-Afrika-Gipfel nach Peking gereist.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

Menschenrechtler: Assad lässt systematisch Gefangene foltern - Human Rights Watch über die Lage in Syrien
"Protest auf die brutalst mögliche Art unterdrücken" - Wissenschaftler über die Meldungen über Massaker in Syrien
"Dieser Krieg wird sehr lange werden, sehr blutig sein" - Michael Lüders sieht Friedenspläne in Syrien zum Scheitern verurteilt
Warum der Westen Assad nicht das Handwerk legt - Eine militärische Intervention in Syrien ist unwahrscheinlich

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:55 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Fazit

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Neue Musik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr DRadio Wissen

Aus unseren drei Programmen

KundenspionageUS-Geschäfte sammeln Käuferdaten

Passanten tragen in der Münchner Innenstadt ihre Einkäufe.

Im Internethandel lassen sich Kundenwege leicht nachvollziehen. Aber auch im Geschäft kann das Mobiltelefon geortet werden. Kurz darauf blinkt bereits Werbung oder ein Gutschein auf dem Display. Klingt nach "Big Brother" - ist in den USA aber schon Realität.

Archäologie und NationalgefühlAphrodite in Gaza

Ein Tag am Strand von Gaza, Juni 2009

Ägypter, Babylonier, Perser und Griechen - sie waren alle haben im heutigen Gazastreifen ihre Spuren hinterlassen. Darum ist das Gebiet eines der archäologisch reichsten Orte des Nahen Ostens. Ein noch junges Museum am Strand könnte auch dem Friedensprozess dienen.

Irak"Wir brauchen alles außer Truppen"

Dableiben oder Fliehen? Kämpfen? Und wenn ja: Wie? Drei Jahre herrscht bereits Bürgerkrieg in Syrien - und immer noch ist kein Ende absehbar. 140.000 Tote, neun Millionen Flüchtlinge - das ist die abstrakte Bilanz in den Nachrichten. Aber der Krieg ist auch immer persönlich.

Irak-Krise"Keine Waffen in Krisengebiete"

Der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Ralf Stegner

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Kämpfe im Nordirak hat der SPD-Vize Ralf Stegner vor einer vorschnellen Entscheidung zugunsten von Waffenhilfe gewarnt. Er sei gegen deutsche Waffenlieferungen in Krisengebiete und Diktaturen. Deutschland solle sich auf humanitäre Hilfe konzentrieren, sagte er im Deutschlandfunk.

UmweltpolitikHendricks: Keine zusätzlichen Vorschriften für die Industrie

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat sich für ein stärkeres Bewusstsein bei der Schonung von Ressourcen ausgesprochen. Bei der Entwicklung neuer Technologien müssten immer auch die Auswirkungen berücksichtigt werden.

OstukraineFlucht aus der Heimat

Juni 2014: Ausreisende

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben seit Beginn dieses Jahres mehr als 300.000 Menschen den Osten der Ukraine verlassen. In Donezk oder Lugansk, wo prorussische Separatisten "Volksrepubliken" ausgerufen haben, ist es zurzeit so gefährlich, dass die Leute Angst um ihr Leben haben.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Deutschland  will Kurden mit Waffen beliefern | mehr

Kulturnachrichten

Staatliche Auszeichnung:  Imre Kertesz nimmt Orden der ungarischen Regierung an | mehr

Wissensnachrichten

Medizin  Zwei Milliarden Euro Einsparpotential bei Medikamenten | mehr