Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Verwirrung um Merkels Vorschlag zu Euro-Referendum

Bundesregierung dementiert Meldungen aus Griechenland

Bundeskanzlerin Angela Merkel  (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Griechenland nach Angaben der Regierung in Athen ein Referendum über den Verbleib des Landes in der Eurozone vorgeschlagen haben. Die Bundesregierung bestreitet das.

"Diese Berichte treffen nicht zu", sagte eine Regierungssprecherin am Freitagabend der Nachrichtenagentur dpa. Die Kanzlerin soll den Vorschlag im Gespräch mit Staatspräsident Karolos Papoulias gemacht haben, hatte das Büro des Interims-Ministerpräsidenten Panagiotis Pikrammenos am Freitag mitgeteilt. "Es ist wahr", sagte der Sprecher der griechischen Regierung, Dimitris Tsiodras, der Nachrichtenagentur dpa. Alle griechischen Parteien seien informiert worden. In einer ersten Reaktion hieß es aus Kreisen der Sozialisten, Referenden würden grundsätzlich nicht vom Ausland vorgeschlagen.

Mit der Volksabstimmung solle festgestellt werden, ob die griechischen Bürger den Verbleib ihres Landes in der Euro-Zone wünschen, schlug Merkel der griechischen Regierung zufolge vor. Es sei jedoch "klar", dass die Entscheidung über das Referendum die Kompetenzen des Übergangsregierungschefs Pikrammenos übersteige, heißt es in der Erklärung weiter.

Bei den jüngsten Parlamentswahlen hatten die Parteien, die Sparvereinbarungen der Regierung in Athen mit internationalen Geldgebern ablehnten, starke Stimmenzuwächse verbucht. Die im Parlament vertretenen Parteien konnten sich nicht auf die Bildung einer Koalition verständigen, weshalb Neuwahlen angesetzt wurden.

Eine Volksabstimmung über die EU-Hilfen hatte der damalige griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou bereits im November vergangenen Jahres vorgeschlagen. Das war auf starken Widerspruch unter anderem aus Berlin und Paris gestoßen; Papandreou musste seinen Hut nehmen.

Parlament aufgelöst

Das griechische Parlament ist heute aufgelöst worden. Nun wird auch der Wahlkampf für die Neuwahlen am 17. Juni offiziell beginnen. Zunächst war damit gerechnet worden, dass Papoulias das Parlament noch am Freitag auflöst. Die erst vor zwölf Tagen gewählte Volksversammlung musste zunächst formell ein Präsidium und andere Gremien wählen, um gemäß der Verfassung aufgelöst werden zu können.

EU will Griechenland im Euroraum halten

Meldungen, wonach die EU bereits für den Austritt Griechenlands aus der Eurozone plant, wurden am Freitag von offizieller Seite dementiert. "Wir gehen weiter fest davon aus, dass Griechenland im Euro bleibt", sagte eine Kommissionssprecherin in Brüssel der Nachrichtenagentur dapd. EU-Handelskommissar Karel De Gucht hatte zuvor gesagt: "Die Europäische Zentralbank und die Europäische Kommission arbeiten an Notfallszenarien für den Fall, dass es Griechenland nicht schafft."

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:52 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 01:05 Uhr Deutschlandfunk Radionacht

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Italien vor dem VerfassungsreferendumRenzis Kampf um die Reformen

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi geht über eine Bühne, im Hintergrund stehen die Wand projeziert die Wörter "Si". (imago/Pacific Press Agency)

Über 50 Millionen Italiener werden am 4. Dezember über die größte Reform ihrer Verfassung entscheiden. Sie soll den Gesetzgebungsprozess vereinfachen und das Land reformierbarer machen. Doch das ist umstritten. Für Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi, Befürworter der Reform, hängt viel von dem Ausgang des Referendums ab.

USA"Polizisten sind nicht immun gegen Angst"

Skid Row ist ein Viertel von L.A. - etwa 50 Häuserblöcke im Schatten der glitzernden Wolkenkratzer von Downtown. Hier leben rund 10.000 Obdachlose. Viele von ihnen sind drogenabhängig. Die meisten haben einen afro- oder lateinamerikanischen Hintergrund. Skid Row ist das Revier von Officer Deon Joseph. 

Anne Franks Schicksal als TanzstückHineinversetzen in den Schrecken

Ein Foto von Anne Frank, entstanden um das Jahr 1941. Anne Frank war damals ungefähr 11 Jahre alt. (picture-alliance / dpa / Anne Frank Fonds Basel)

Das Nordharzer Städtebundtheater hat die Schicksale der Mädchen Anne Frank und Lilly Cohn in dem Tanztheaterstück "Ich schweige nicht" szenisch umgesetzt - unter anderem in der Klaussynagoge Halberstadt. Die jungen Tänzer haben das Stück selbst entwickelt.

Nachruf auf Gisela MayVon Mutter Courage zu "Muddi"

Gisela May 1973 im Frankfurter Schauspielhaus (dpa / picture alliance / Manfred Rehm)

Sie spielte Brecht am Berliner Ensemble und sang Brecht in aller Welt: Gisela May war eine der renommiertesten Bühnenkünstlerinnen der DDR. Nach der Wiedervereinigung trat sie in der erfolgreichen Fernsehserie "Adelheid und ihre Mörder" auf. Heute ist Gisela May im Alter von 92 Jahren gestorben.

Neues Nachrichten-Angebot "Niemanden von Informationen ausschließen"

Die Nachrichten-Redaktion des DLF erhält die Auszeichnung "Land der Ideen" für "nachrichtenleicht" (Land der Ideen)

Von heute an sendet der Deutschlandfunk freitags nach den regulären Nachrichten um 20 Uhr in einem Wochenrückblick die wichtigsten Nachrichten in "Einfacher Sprache". Das Angebot richtet sich an Menschen, die den üblichen Sendungen nicht ohne Weiteres folgen können - aus den verschiedensten Gründen.

US-WahlBitte nachzählen

In drei Bundesstaaten der USA muss nach der Präsidentschaftswahl noch einmal ausgezählt werden. Doch das ist gar nicht so einfach, wie es klingt. Weil sich die Wahlverfahren unterscheiden und vom Retro-Wahlcomputer aus den Achtzigern bis zum Feld, das ausgemalt und nicht angekreuzt werden darf, alles dabei ist.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

USA  Obama blockiert chinesische Übernahme von deutschem Chiphersteller Aixtron | mehr

Kulturnachrichten

Schauspielerin und Sängerin Gisela May gestorben  | mehr

Wissensnachrichten

Genetik  Nach der Befruchtung regiert die Eizelle | mehr