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Von der Konfrontation zum Dialog

Ägypten: Vizepräsident sprach mit Oppositionsvertretern

Ägyptens Vizepräsident Omar Suleiman (v.l.) im Gespräch mit Oppositionsgruppen. (dapd)
Ägyptens Vizepräsident Omar Suleiman (v.l.) im Gespräch mit Oppositionsgruppen. (dapd)

Nach tagelangen Auseinandersetzungen zwischen Regime-Gegnern und Mubarak-Anhängern hat Vizepräsident Omar Suleiman mit Oppositionsvertretern Gespräche über die Zukunft Ägyptens geführt.

An dem Gespräch nahmen auch erstmals Vertreter der offiziell verbotenen Muslimbruderschaft teil. Bislang hatte die islamistische Organisation Gespräche bis zu einem etwaigen Rücktritt Mubaraks abgelehnt. Den fordert die Bruderschaft auch weiterhin.

Nach Angaben eines Regierungssprechers (tagesschau.de) wurde die Gründung eines Komitees beschlossen, das innerhalb eines Monats Veränderungen an der Verfassung ausarbeiten soll. Ferner sei über den seit 1981 geltenden Ausnahmezustand gesprochen worden.

Schon am Samstag hatte es in Ägypten Gespräche zwischen Vertetern unterschiedlicher Protestbewegungen und der Regierung gegeben, berichtete Jürgen Stryjak in Deutschlandradio Kultur. Sie hätten allerdings keine Ergebnisse gebracht.

Auf dem Tahrir-Platz in Kairo schützt das Militär die Regime-Protestler. Nach dem Rücktritt der ägyptischen Führungsriege der Regierungspartei NDP fordern Demonstranten weiterhin den Rücktritt des Präsidenten Hosni Mubarak. Trotz der Ausgangssperre verbrachten viele Menschen die Nacht auf dem Tahrir-Platz. Für Dienstag und Freitag sind erneute Proteste geplant.

Protestler am Tahrir-Paltz in Kairo fordern Präsident Mubaraks Rücktritt. (dapd)Protestler am Tahrir-Paltz in Kairo fordern Präsident Mubaraks Rücktritt. (dapd)

Lage beruhigt sich

Insgesamt sei es in Ägypten mittlerweile ruhig, sagte Amr Hamzawy im Deutschlandfunk. Die Menschen wendeten sich langsam verstärkt der Suche nach einem politischen Kompromiss zu, sagte der Politikwissenschaftler. Neben der Muslimbruderschaft seien weitere politische Kräfte vor Ort, die Verhandlungen aufnehmen könnten. Hamzawy nannte die oppositionelle Wafd-Partei, die Protestler selbst sowie auch die Kommission der Weisen, der auch Hamzawy selbst angehört. Er betonte, dass es nicht um eine Übergangsregierung gehen könne, sondern um einen nationalen Dialog mit dem Regime. "Es kommt nun auf den politischen Willen im Regime an. Das ist noch unklar, was vom Vize-Präsidenten und dem Premierminister kommt", so Hamzawy weiter.

Derweil haben die Banken in Ägypten wieder geöffnet. Lange Schlangen bildeten sich vor den Finanzinstituten, die wegen der anhaltenden Proteste für eine Woche geschlossen worden waren. Nun heben viele Menschen ihre Ersparnisse ab, sagte Jürgen Stryjak.

Teilreisewarnung für Ägypten

Rund eine Millionen Touristen sind bereits aus Ägypten abgereist. Die deutsche Botschaft stellt Konvois zusammen, um deutsche Touristen zum Flughafen zu bringen. Doch nicht alle Deutschen verlassen Ägypten, wie Esther Saoub im Deutschlandfunk berichtet. Das Auswärtige Amt hat eine Teilreisewarnung für Ägypten ausgegeben. Erst wenn Stufe 2b verkündet wird, müssen auch alle Experten das Land verlassen.

Linktipps:

Informationen zu aktuellen Ereignissen in Ägypten erhalten sie in den Deutschlandradio-Nachrichten.

Alle Beiträge auf dradio.de zu den Krisen im Nahen und Mittleren Osten im Überblick: Deutschlandradio • Der arabische Aufstand

Links bei dradio.de:
Führungsriege der ägyptischen Regierungspartei tritt zurück

"Das Militär hat bisher eine positive Rolle gespielt" <br> Verteidigungsminister zu Guttenberg zur Lage in Ägypten

"Wir sollten uns nicht anmaßen, hier eine Entscheidung zu treffen" - Staatsminister im Auswärtigen Amt über deutsche Außenpolitik zwischen Wertekonsens und Realpolitik

Hintergrund: Proteste in Ägypten wirken wie ein Nachbeben - Eine Region im Umbruch

Welche Rechte haben Ägypten-Reisende? - Auswirkungen der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:40 Uhr

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