Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Vormarsch gegen Islamisten in Mali

Armee erobert zwei Städte zurück

Französische Truppen wurden in Mali von Einheimischen begrüßt. (picture alliance / dpa / Yann Foreix)
Französische Truppen wurden in Mali von Einheimischen begrüßt. (picture alliance / dpa / Yann Foreix)

Bei ihrem Vormarsch auf den islamistisch kontrollierten Norden erzielt die regierungstreue malische Armee Fortschritte. Unterstützt durch französische Soldaten nahm sie Konna und Diabali ein - Gebiete, die sie vor einer Woche verloren hatte.

"Hier im Ort sind Soldaten und machen sauber", sagte der Bürgermeister von Diabali der Nachrichtenagentur Reuters. Ein Mitglied des Stadtrates ergänzte: "Diabali ist befreit, die Islamisten sind fort." Am Montag war Diabali in die Hände von Milizen gefallen, die offenbar der Al-Kaida im Maghreb nahestehen. Seit Dienstag hatten französische Einheiten Luftangriffe auf die Stadt geflogen, die rund 400 Kilometer nördlich von Bamako liegt.

Bereits am Freitagvormittag hatte Malis Armee die "vollständige Kontrolle" über eine strategisch wichtige Stadt in einer Nachbarregion zurückgewonnen. Der Ort Konna war eine Woche lang von Islamisten gehalten. Ihr Verlust hatte Frankreich dazu gebracht, selbst in den Konflikt einzugreifen. Derzeit sind über 1400 französische Soldaten in Mali. Paris zufolge könnte das Kontingent auf 2500 Personen aufgestockt werden.

Eingreifarmee formiert sich in der Hauptstadt

In Bamako trafen unterdessen die ersten westafrikanischen Soldaten ein, die Teil einer multinationalen Truppe werden sollen: rund einhundert Soldaten aus Nigeria und Togo. Insgesamt sind 3300 Soldaten für die Eingreiftruppe vorgesehen. Deutschland wird die Mission logistisch unterstützen und hat zwei Transall-Flugzeuge zum Truppentransport Richtung Mali geschickt.

Heute findet in Abidjan in der Elfenbeinküste ein Sondergipfel statt, auf dem über einen Zeitplan für die Eingreiftruppe beraten werden soll. Auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius wird daran teilnehmen. Fabius sagte: "Wir werden mit unseren afrikanischen Freunden schauen, wie wir den Start beschleunigen können."

Die islamistischen Rebellen hatten nach einem Militärputsch im April vergangenen Jahres den Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Das Land ist seither faktisch geteilt. Im Süden amtiert eine Übergangsregierung. Der Westen befürchtet, Mali könne mit der Herrschaft der Rebellen zum Rückzugsraum für Islamisten werden.

Mehr dazu auf dradio.de.

Frankreich unterstützt Mali mit Truppen
- Hollande: Eine Intervention "streng im Rahmen" der UN-Resolutionen
Deutschland schickt Transportflugzeuge nach Mali - Eine Million Euro für humanitäre Hilfe zugesagt

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:04 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 22:05 Uhr Musikszene

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 22:00 Uhr Alte Musik

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 21:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

Designierter SPD-KanzlerkandidatMartin Schulz - ein Mann der klaren Worte

Martin Schulz spricht in ein Mikrofon (dpa/picture alliance/Kay Nietfeld)

Martin Schulz habe das EU-Parlament als sein Präsident sichtbarer gemacht, loben ihn sogar Abgeordnete anderer Parteien. Er sei ein Mann mit Ecken und Kanten. Nach seinem Wechsel von Brüssel nach Berlin soll Schulz die SPD in die Bundestagswahl führen.

US-Protektionismus"Ein Trend, mit dem wir uns beschäftigen müssen"

US-Präsident Donald Trump mit dem Dekret zum Ausstieg aus dem Handelsabkommen TPP (pa/dpa/AP/Vucci)

Trumps Wirtschaftspolitik wird die Globalisierung verlangsamen, prophezeit der Ökonom Michael Burda. Aber sie werde der Weltwirtschaft zunächst einen gewissen Schub verpassen. Auch für die EU könnte sich der US-Protektionismus als vorteilhaft erweisen.

ÜberblickIm Dschungel der Freihandelsabkommen

Es war eine der ersten Amtshandlungen von Donald Trump: Aufkündigung der US-Beteiligung aus TPP. Nicht zu verwechseln mit TTIP. Bei der Gesamtzahl an Freihandelsabkommen, die den globalisierten Handel regeln, kann man auch leicht den Überblick verlieren. Etwa 600 Stück gibt es mittlerweile.

EU-Krise"Keine dieser Aufgaben kann ein Nationalstaat alleine bewältigen"

Der Europa-Abgeordnete Elmar Brok während einer Tagung zum Thema Europa in Tutzing (imago / Oryk Haist)

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament blickt Elmar Brok mit Sorge in die Zukunft der EU. Man habe selten vor so vielen Herausforderungen gestanden. Kein Nationalstaat könne diese Aufgaben noch alleine bewältigen, sagte der CDU-Politiker im Deutschlandfunk.

US-Protektionismus"Ein Trend, mit dem wir uns beschäftigen müssen"

US-Präsident Donald Trump mit dem Dekret zum Ausstieg aus dem Handelsabkommen TPP (pa/dpa/AP/Vucci)

Trumps Wirtschaftspolitik wird die Globalisierung verlangsamen, prophezeit der Ökonom Michael Burda. Aber sie werde der Weltwirtschaft zunächst einen gewissen Schub verpassen. Auch für die EU könnte sich der US-Protektionismus als vorteilhaft erweisen.

Männerbewegung in der katholischer Kirche Auf der Suche nach der verlorenen Männlichkeit

Schulpfarrer Philippe de Maistre befürwortet Geschlechtertrennung im Unterricht und Initiationsrituale für Jungen. (Bettina Kaps)

Eine neue Männerbewegung breitet sich unter französischen Katholiken aus. Ihre These: In Gottesdiensten und in der Seelsorge würden vor allem weibliche Tugenden propagiert, Männlichkeit habe ein negatives Image. Und so gibt es immer mehr Angebote für katholische Männer, ihre Maskulinität zu entdecken.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

SPD-Personalien  Anerkennung und Skepsis nach Gabriels Verzicht | mehr

Kulturnachrichten

Elbphilharmonie: Kritik an verkürzter Arte-Übertragung  | mehr

Wissensnachrichten

Gerüche  Pflanzen reagieren anders auf Exoten | mehr