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Waffen "Made in China" boomen

Friedensforschungsinstituts SIPRI untersucht Rüstungsexporte

Chinesische Waffen auf der Luftfahrtmesse in Zhuhai
Chinesische Waffen auf der Luftfahrtmesse in Zhuhai (picture alliance / dpa / EPA / Diego Azubel)

China hat die Rüstungsexporte in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt und Großbritannien von Rang fünf der größten Waffenexporteure der Welt verdrängt. Deutschland hält den dritten Platz - der wichtigste Kunde ist ausgerechnet Griechenland.

Deutschlands Waffenexporte sind in den letzten fünf Jahren um acht Prozent gesunken. Trotzdem verteidigte Deutschland mit einem Marktanteil von sieben Prozent den dritten Platz unter den größten Rüstungsexporteuren der Welt. Das geht aus der jüngsten Untersuchung des schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRIhervor. Wichtigster Abnehmer deutscher Rüstungsgüter war in den letzten fünf Jahren das kriselnde Griechenland, gefolgt von Südkorea und der Türkei.

China hingegen konnte seine Rüstungsverkäufe in andere Länder zwischen 2008 und 2012 gegenüber den fünf Jahren zuvor um 162 Prozent steigern und seinen Weltmarktanteil von zwei auf fünf Prozent mehr als verdoppeln. Damit verdrängt das Land Großbritannien von Platz fünf der größten Rüstungsexporteure.

"Gewaltige Bestellungen aus Pakistan" hätten zum explosionsartigen Anstieg der chinesischen Rüstungsexporte geführt, erklärte SIPRI-Experte Mark Bromley. 55 Prozent der chinesischen Exporte gingen dorthin. Pakistan war in den vergangenen fünf Jahren zusammen mit Südkorea drittgrößter Waffenimporteur der Welt mit einem Anteil von fünf Prozent. Mehr Rüstungsgüter führten nur China selbst mit sechs Prozent sowie Indien mit 12 Prozent.

Waffenhandel weltweit gestiegen - trotz Krise

Die USA dominieren mit 30 Prozent Weltmarktanteil klar die Liste der Waffenexporteure, berichtet unser Korrespondent Tim Krohn. Russland liegt mit 26 Prozent auf Platz zwei, Frankreich kommt auf den vierten Platz. Weltweit stieg der Waffenhandel um 17 Prozent. Während die europäischen Länder im Gefolge von Sparprogrammen 20 Prozent weniger Rüstungsgüter geliefert bekamen, standen asiatische Länder (mit Ozeanien) für einen Rekordanteil von 47 Prozent aller importierten Waffensysteme.

Alt-TextDie größten Exporteure und die größten Importeure

UNO-Konferenz will erstmals weltweite Regeln für Waffenhandel

Das UNO-Hauptquartier am East River in New YorkDas UNO-Hauptquartier am East River in New York (picture alliance / dpa / Sven Hoppe)Die Vereinten Nationen unternehmen seit Montag einen neuen Versuch zur Einigung auf ein globales Waffenhandelsabkommen - was im Juli vergangenen Jahres gescheitert war. Vertreter der 193 UN-Mitgliedsstaaten beraten elf Tage lang in Istanbul über weltweit verbindliche Regeln. Mit einem Kontrollvertrag sollen alle Länder verpflichtet werden zu prüfen, ob mit den gelieferten Waffen Menschenrechtsverletzungen begangen werden könnten. Viele Staaten wollen aber Ausnahmen durchsetzen. Die USA sperren sich unter anderem dagegen, dass der Vertrag auch den Handel mit Munition regelt. China wiederum sieht seine Geschäfte mit leichten Waffen in Gefahr. Mit Waffengeschäften werden jedes Jahr weltweit etwa 80 Milliarden Dollar (62 Milliarden Euro) umgesetzt.

Zum Auftakt sagte UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, der unregulierte Waffenhandel verursache Leid und Elend in vielen Konflikten weltweit. Für das Fehlen von verbindlichen Regeln gebe es keine Erklärung.

Verena Haan von Amnesty International zeigte sich optimistisch. "Wenn man sich vorstellt, dass zu Beginn die Staaten noch nicht einmal gewillt waren, sich an einen Tisch zu setzen, hat sich in diesen neun Jahren eben sehr viel ereignet", erklärte Haan im Deutschlandradio Kultur. Besonders wichtig sei es, dass ein wirksamer Waffenhandelsvertrag eine Menschenrechtsklausel enthalte. "Staaten dürfen keine Waffen in Länder exportieren, bei denen die Gefahr besteht, dass mit diesen Waffen Menschenrechtsverletzungen begangen werden."


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Letzte Änderung: 02.10.2013 14:08 Uhr

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