Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wahlbeobachter kritisieren unfaire Bedingungen

OSZE wirft Regierungspartei in der Ukraine Machtmissbrauch vor

Freude über den Sieg der Partei der Regionen in Kiew (picture alliance / dpa / Sergey Dolzhenko)
Freude über den Sieg der Partei der Regionen in Kiew (picture alliance / dpa / Sergey Dolzhenko)

Die "Partei der Regionen" von Präsident Viktor Janukowitsch hat offenbar die Parlamentswahl in der Ukraine gewonnen. Wahlbeobachter kritisieren, dass dafür staatliche Mittel zu Wahlkampfzwecken missbraucht wurden.

<p>Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hat den Verlauf der Parlamentswahl in der Ukraine als Rückschritt für die Demokratie bezeichnet. Die Bedingungen im Wahlkampf seien unfair gewesen. So seien staatliche Mittel für Wahlkampfzwecke missbraucht worden, die Parteienfinanzierung sei intransparent und die Berichterstattung der Medien über die verschiedenen Parteien unausgewogen gewesen.<br /><br />Die OSZE-Beobachter kritisierten, dass Oppositionsführerin Julia Timoschenko wegen einer Haftstrafe nicht bei der Abstimmung kandidieren durfte. Dies habe die Auswahl eingeschränkt, betonte OSZE-Sprecherin Walburga Habsburg Douglas am Montag in Kiew. Insgesamt waren 3700 internationale Beobachter in der Ukraine. Im Vorfeld der Wahl hatte die Opposition sich über Benachteiligungen beklagt und auf Unregelmäßigkeiten während der Abstimmung hingewiesen.<br /><br /></p><p><strong>Wahlkommissionen waren nicht repräsentativ zusammengesetzt</strong></p><p>Die deutsche Grünen-Politikerin Viola von Cramon beobachtete die Wahl in der ostukrainischen Stadt Donezk. "Es kam zu den traditionellen Manipulationsmustern, die man aus den Post-Sowjetstaaten kennt", <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="225908" text="erklärte sie im Interview mit dem Deutschlandfunk" alternative_text="erklärte sie im Interview mit dem Deutschlandfunk" />. Die Wahlkommissionen seien beispielsweise nicht repräsentativ zusammengesetzt gewesen. Oppositionelle seien dort kaum vertreten gewesen. Bei der Auszählung seien ungültige Stimmen nachträglich für gültig deklariert worden. Im Vorfeld habe es Einschüchterungsversuche in besonders umkämpften Wahlkreisen gegeben, so von Cramon.<br /><br /></p><p><strong>Regierungspartei offenbar stärkste Kraft</strong></p><p>Nach vorläufigen Ergebnissen wurde die Partei der Regionen von Präsident Viktor Janukowitsch bei der Wahl am Sonntag erneut stärkste Kraft im Parlament. Angaben der Wahlkommission zufolge liegt Janukowitschs Partei mit deutlichem Abstand an der Spitze.<br /><br />"Wir glauben, dass dies ein unstrittiger Sieg der Partei der Regionen ist", sagte Ministerpräsident und Parteichef Mykola Asarow bereits kurz nach Schließung der Wahllokale. Die "Vaterland"-Allianz der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko steht auf dem zweiten Rang. Neben den Kommunisten werden im Parlament auch die neugegründete Udar-Partei des früheren Profiboxers Vitali Klitschko und die nationalistische Svoboda-Bewegung vertreten sein. Bisher wurden laut Agenturberichten gut die Hälfte der abgegebenen Stimmen ausgezählt.<br /><br />Vorläufiger Stand nach Auszählung (gerundet):<br /><ul> <br /><li>Partei der Regionen: 35 %<br /><li>Vaterlandspartei: 22 %<br /><li>Kommunistische Partei: 15 %<br /><li>Udar: 13 %<br /><li>Svoboda: 8 %<br /></ul> <br />Die Wahl ist auch ein Thema der <papaya:link href="/presseschau/" text="Presseschau im Deutschlandfunk" title="" target="_blank" />. "Das Sagen hat auch künftig der umstrittene Präsident Janukowitsch", stellt der "Kölner Stadt-Anzeiger" fest. Zurück bleibe ein gefühlter Triumph der Opposition, die trotz der Inhaftierung ihrer Frontfrau Timoschenko "einen starken Wahlkampf geführt habe".<br /><br /><strong>Mehr auf dradio.de:</strong><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="225913" text="Wahlbeobachter: Kein fairer Wahlprozess in der Ukraine" alternative_text="Wahlbeobachter: Kein fairer Wahlprozess in der Ukraine" /> - Manipulationen können bei der Auszählung passieren, sagt Markus Meckel (SPD)<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="225875" text="Unlautere Wahlwerbung in der Ukraine" alternative_text="Unlautere Wahlwerbung in der Ukraine" /> - Kritik an den Parlamentswahlen<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="225529" text="Annäherung an Europa" alternative_text="Annäherung an Europa" /> - EU will faire Wahlen und ein Ende der politischen Justiz in der Ukraine<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="225527" text="Nationalismus in der Ukraine" alternative_text="Nationalismus in der Ukraine" /> - Rechtspopulistische Partei Swoboda plant den Einzug ins Parlament</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:00 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Mitternachtskrimi

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 00:05 Uhr Lange Nacht

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 00:00 Uhr Soundtrack

Aus unseren drei Programmen

SPD-BundesparteitagSehnsucht nach dem Neustart

SPD-Kanzlerkandidat Schulz stellt das Steuerkonzept der SPD auf einer Pressekonferenz am 19. Juni in Berlin vor. (AFP / Odd Andersen )

Agenda 2010 korrigieren, Europa stärken, Renten sichern: Auf dem Parteitag am Sonntag legen die Sozialdemokraten ihr Programm für die Bundestagswahl fest. Die Partei hofft auf ihren Aufschwung - verabschiedet aber ein Wahlprogramm, das notfalls auch zusammen mit der Union umgesetzt werden könnte.

Helge Schneiders neue Tour"Zum Glück gibt es Beethoven, Goethe und DJ Bobo"

Helge Schneider in der Berliner Waldbühne.  (imago/Future Image)

Helge Schneider füllt mit seinem Programm aus swingendem Jazz, absurden Anekdoten und Clownerie regelmäßig Deutschlands Hallen. Seine neue Tour "240 Years of Singende Herrentorte" wurde maßgeblich von Ludwig van Beethoven geprägt.

Street ArtWer ist Banksy und wenn ja, wie viele?

Ein Wandbild des britischen Street-Art Künstlers Banksy ist in Bethlehem (Westjordanland) in einem Raum des "The Walled Off Hotel" zu sehen. (dpa-Bildfunk / AP / Dusan Vranic)

Der britische Street-Art-Künstler Banksy ist nicht nur wegen seiner radikalen, subversiven Kunstaktionen eine Legende. Sondern auch, weil die Welt rätselt, wer sich eigentlich hinter dem anonymen Künstler verbirgt. Jetzt sind neue Spekulationen aufgetaucht.

Brexit-Verhandlungen"Hand ausstrecken haben wir ja dauernd gemacht"

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn (AFP/Matthew Mirabelli)

Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat das britische Versprechen begrüßt, EU-Bürger nach dem Brexit nicht auszuweisen. "Alles andere wäre ja eine Kampfansage an die Europäische Union gewesen", sagte Asselborn im Dlf. Die knallharte europhobe Stimmung wie vor der britischen Parlamentswahl sei verflogen.

Muslimische DistanzierungsritualeGuter Moslem, böser Moslem

Männer beten auf einer Kundgebung gegen Islamophobie und Rassismus in Berlin. (imago / Christian Ditsch)

Ein Zeichen gegen den Terror wollten Muslime setzen, sich vom Extremismus distanzieren. Doch im Streit um das richtige Signal offenbaren die Verbände der muslimischen Community vor allem eins: ihre chronische Selbstbeschäftigung, meint Islamwissenschaftler Fabian Köhler.

SNAPCHATSnapMaps soll Instagram abhängen

Snapchat hat mit Instagram-Stories harte Konkurrenz. Jetzt hat Snap Inc. das Startup Zenly gekauft. Einen Kartendienst.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Brandgefahr in London  Fünf Hochhäuser evakuiert | mehr

Kulturnachrichten

Ist Robert Del Naja doch Banksy?  | mehr

 

| mehr