Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wahlen in Italien

Die Parteien und ihre Kandidaten im Überblick

Die Spitzenkandidaten der wichtigsten italienischen Parteien als Plastikfiguren in einem Geschäft in Neapel (picture alliance / dpa / Ciro Fusco)
Die Spitzenkandidaten der wichtigsten italienischen Parteien als Plastikfiguren in einem Geschäft in Neapel (picture alliance / dpa / Ciro Fusco)

Für das Krisenland Italien und die gesamte Eurozone geht es bei den Wahlen für ein neues Parlament und einen neuen Senat um viel. Entscheidend ist, ob das hoch verschuldete Land eine stabile Regierung bekommt. Die Finanzmärkte und viele ausländische Politiker befürchten die Unregierbarkeit des Landes.

Die Parteien und ihre Kandidaten im Überblick:

Pier Luigi Bersani - Mitte-Links-Partei PD ("Partito Democratico")Pierluigi Bersani (links) und Massimo D'Alema von der italienischen "Partito Democratico" (PD) (AP)Pier Luigi Bersani: Mitte-Links-Partei PD (AP)Bersani gilt als pragmatischer Linker mit wirtschaftlicher Kompetenz. Der Norditaliener wird als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des italienischen Regierungschefs in der Nachfolge von Mario Monti gehandelt.

Wachstumsspritzen, Kampf der Steuerhinterziehung und eine Steuerpolitik für mehr Beschäftigung, Jobs für die jüngere Generation trotz der Rezession - das sind Ziele des pro-europäischen Bersani.

Umfragen sahen die sozialdemokratisch orientierte Partei unter Spitzenkandidat Pier Luigi Bersani zuletzt knapp vorn. Sie steht für eine Fortsetzung der marktfreundlichen Sanierungspolitik des bisherigen Regierungschefs Mario Monti.

Bersani tritt gemeinsam mit der Partei "Sinistra Ecologia Libertà" (SEL, Linke, Ökologie, Freiheit) und weiteren kleinen Parteien aus dem linken Spektrum mit dem Mitte-Links-Bündnis "Italia. Bene comune" ("Italien. Gemeinschaftliches Eigentum") an.

Beppe Grillo - Protestbewegung "Fünf Sterne" ("Movimento 5 Stelle")Der italienische Polit-Komiker Beppe Grillo spricht auf der Piazza San Carlo in Turin. (AP)Beppe Grillo: Protestbewegung „Fünf Sterne“ (AP)Jahrzehnte lang zählte Beppe Grillo zu den beliebtesten Komikern Italiens. Lange Zeit feierte er im Fernsehen und auf der Theaterbühne mit Satiren aus dem politischen Alltag Erfolge. Politische und soziale Kritik, sowie Attacken gegen die Parteien und Banken zählten zu seinen Stärken. Heute macht er als Blogger Politik ohne Parteiprogramm.

Seine Bewegung hat keinen Parteisitz, die Anhänger kommunizieren über Blogs. Grillo verdankt seinen Erfolg ausschließlich dem Internet, wo seine Botschaften verbreitet werden. Während der scheidende Premier Mario Monti, Berlusconi und sein Rivale Pier Luigi Bersani eine Wahlkampagne im Fernsehen geführt haben, setzte Grillo auf neue Medien wie Twitter und Facebook.

Grillos Protestbewegung hatte zuletzt starken Auftrieb verzeichnen können. Letzten Umfragen zufolge kam die Bewegung auf rund 25 Prozent.

Silvio Berlusconi - Mitte-Rechts-Bündnis PdL ("Popolo della Libertà")Begrüßung oder Abschied? Silvio Berlusconi, verurteilter Ex-Ministerpräsident Italiens (picture alliance / dpa / Julien Warnaud)Silvio Berlusconi: Mitte-Rechts-Bündnis PdL (picture alliance / dpa / Julien Warnaud)Mit Spannung wird das Abschneiden des langjährigen Regierungschefs Silvio Berlusconi erwartet. Sein mögliches Comeback bereitet dem europäischen Ausland Sorgen.

Sein jüngstes Wahlversprechen dürfte aber bei vielen Wählern auf Gegenliebe gestoßen sein: Sollte sein Parteienbündnis an die Regierung kommen und er Wirtschaftsminister werden, dann will er als erste Amtshandlung die gerade erst wieder eingeführte Gemeindesteuer auf Immobilien abschaffen. Bereits gezahlte Steuern will Berlusconi zurückerstatten.

Der 76-jährige Medienzar hatte in einer Aufholjagd seinen Rückstand auf die Mitte-Links-Partei unter Bersani zuletzt auf nur noch fünf Prozentpunkte verringert. Laut den letzten Umfragen lag das mögliche Ergebnis des Mitte-Rechts-Bündnisses zwischen 27 und 29 Prozent. Damit wäre es zweitstärkste Kraft.

Mario Monti - Zentrums-Bewegung ("Scelta civica - Con Monti per l'Italia")Italiens Premier Mario Monti (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)Italiens Premier Mario Monti (picture alliance / dpa / Olivier Hoslet)Der scheidende Regierungschef Mario Monti, der die vorgezogenen Neuwahlen durch seinen Rücktritt im Dezember ausgelöst hatte, dürfte den letzten Umfragen zufolge mit seinem Bündnis der Mitte nur viertstärkste Kraft im neuen Parlament werden. Sollte eine Koalition notwendig sein, könnte das eine stabile Regierungsmehrheit erschweren.

Als Senator auf Lebenszeit darf sich Monti zwar nicht persönlich um ein Abgeordnetenmandat bewerben, kann aber mit der Regierungsbildung beauftragt werden.

Das Bündnis "Bürgerwahl - mit Monti für Italien" umfasst die christlich demokratische "Unione di Centro" (UdC, "Union des Zentrums"), die liberal-konservative "Futuro e Libertà" (FLI, "Zukunft und Freiheit") und "Italia Futura" ("Zukünftiges Italien").

Mehr zum Thema:

Lambsdorff warnt vor einem Comeback Berlusconis - Zweiter Tag der Wahl in Italien: FDP-Abgeordneter hofft auf Fortsetzung der Reformen
Europa blickt gespannt nach Rom - Parlamentswahlen in Italien angelaufen
"Monti hat nicht immer die richtigen Sparansätze gezeigt" - Der italienische Abgeordnete Brugger zur möglichen Rückkehr Silvio Berlusconis
"Berlusconi hat seinen Kredit bei vielen verloren" - Historiker analysiert italienische Parteien vor der Parlamentswahl
"Ungewöhnlich, wie deutlich man sich in die italienische Innenpolitik einmischt" - Politikwissenschaftler hält Warnungen vor Berlusconi für legitim, aber unaufrichtig
Regierung Berlusconi "absolut unwahrscheinlich" - Ehemaliger italienischer Ministerpräsident über die Wahl in Italien

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:07 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Kultur

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandfunk Nova

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

"March for our lives"Das Gesicht des Protests

Emma Gonzalez, Schülerin der Marjory Stoneman Douglas High School und Überlebende des Amoklaufs von Parkland. Beim "March for our Lives" am 24. März wollen sie nach Washington marschieren und schärfere Waffengesetze fordern.  (AFP / Rhona Wise)

Nicht nur Trauer, auch immer mehr Wut bricht sich Bahn: über die laschen Waffengesetze und Politiker, die sich von der Waffenlobby schmieren lassen. "Schämt Euch!", das ist die Botschaft von Emma Gonzalez, die das Massaker mit 17 Toten in Florida überlebt hat. Jetzt ruft sie zum Marsch auf Washington.

Ex-Generalsinspekteur"Die Bundeswehr wird ganz gezielt von der Politik vernachlässigt"

Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. (imago / Jürgen Heinrich)

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, fordert eine Kurskorrektur bei der Ausstattung der Truppe. Für das Material der Bundeswehr müsse deutlich mehr Geld ausgegeben werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen habe völlig falsche Akzente gesetzt, sagte Kujat im Dlf.

SPD-MitgliederentscheidMein Nein zur GroKo

SPD-Anhänger halten am 21.01.2018 ein Schild mit der Aufschrift "#NoGroko" bei einer Demonstration vor dem WCCB beim außerordentlichen SPD-Parteitag in Bonn (Nordrhein-Westfalen). (picture alliance / dpa / Oliver Berg)

Soll die SPD erneut in eine Koalition mit der Union eintreten? Darüber dürfen ab heute die Parteimitglieder entscheiden. Auch Nicol Ljubic darf abstimmen und für ihn ist klar: Eine Neuauflage der GroKo muss verhindert werden.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Urteil  DFL muss sich an Kosten für Polizeieinsätze beteiligen | mehr

Kulturnachrichten

Dritter deutscher Film startet auf der Berlinale  | mehr

 

| mehr