Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Walter Kempowski gestorben

Internationale Anerkennung für deutschen Schriftsteller

Walter Kempowski ist tot. (AP)
Walter Kempowski ist tot. (AP)

Der Schriftsteller Walter Kempowski ist tot. Er starb in der Nacht zum Freitag im Alter von 78 Jahren in einem Krankenhaus im niedersächsischen Rotenburg/Wümme. Das teilte der Knaus Verlag in München mit.

In der Todesstunde gegen drei Uhr sei seine Familie bei ihm gewesen. Kempowski litt an Darmkrebs.

Kempowski gilt als einer der meistgelesenen deutschen Gegenwartsautoren. Sein Debütroman "Tadellöser & Wolff", in dem Kempowski seine Jugend während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges beschreibt, wurde 1975 verfilmt.

Für sein Werk "Das Echolot" erhielt er auch internationale Anerkennung. Es beleuchtet mit Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Berichten die Zeit des Zweiten Weltkrieges. Weitere bekannte Werke sind "Uns geht’s ja noch gold. Roman einer Familie", "Hundstage" und "Deutsche Chronik".

Bundeskanzlerin Merkel würdigt Kempowski

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte Kempowski als herausragenden Literaten. Merkel habe mit Betroffenheit auf die Nachricht reagiert und der Familie kondoliert, erklärte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg. Kempowski sei einer der markantesten Chronisten und Schriftsteller deutscher Sprache gewesen.

Kempowski wurde 1929 als Sohn eines Reeders in Rostock geboren. In Göttingen studierte er Pädagogik. Ab Mitte der 50er Jahre arbeitete er zunächst als Lehrer in Niedersachsen, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete.
(Nachruf auf Walter Kempowski, Beitrag von Maike Albath im Deutschlandradio Kultur MP3-Audio)

Der Literaturkritiker Denis Scheck bezeichnete Kempowski als einen der "erfolgreichsten Autoren der Nachkriegsgeschichte in Deutschland". Der Schriftsteller sei ein bemerkenswerter Mensch gewesen. "Jemand, der ganz stark die Blessuren, auch Narben trug, die ein Schriftsteller sich wohl einhandelt, wenn er nicht von Beginn an so anerkannt wird, wie er sich das erträumt", sagte Scheck im Deutschlandfunk.
(Text / [url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/10/05/dlf_20071005_1327_35fbbb65.mp3
title="Interview mit Walter Kempowski" target="_self"]MP3-Audio[/url])

Kempowski selbst blickte mit Zufriedenheit auf sein Leben zurück. "Ich bin 78, und es wird Zeit, sich zu verabschieden. Ich hab genug getan, ich war 30 Jahre Pädagoge, habe 40 Bücher geschrieben, das reicht allmählich", sagte Kempowski vor wenigen Monaten im Deutschlandradio Kultur.
(Text / [url=http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2007/05/18/dkultur_200705181909.mp3
title="Interview mit Walter Kempowski" target="_self"]MP3-Audio[/url])


Programmhinweis:
Um den Tod von Walter Kempowski geht es auch und in "Fazit" im Deutschlandradio Kultur (ab 19.07 Uhr).

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:25 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 20:05 Uhr Studio LCB

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 19:05 Uhr Oper

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 19:00 Uhr Club der Republik

Aus unseren drei Programmen

Agenda 2010"Es ist immer wieder gut, Dinge in Frage zu stellen"

BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise nimmt am 25.02.2016 in Berlin im Haus der Wirtschaft an der Veranstaltung "Ankommen in Deutschland", dem Aktionsprogramm der Industrie- und Handelskammern zur Integration von Flüchtlingen teil. (picture alliance / dpa / Kay Nietfeld)

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, hat die Agenda 2010 gelobt und sich zugleich für Änderungen ausgesprochen. Berufe, Arbeitsverträge und Arbeitsorte veränderten sich. Deshalb könne man erwarten, dass die Politik diese Entwicklungen nach vorne gerichtet unterstütze, sagte er im Deutschlandfunk.

Aretha Franklins GeburtstagSoul-Ikone und Bürgerrechtlerin feiert 75.

Aretha Franklin  (picture alliance / dpa / Ron Sachs)

Aretha Franklin sang für Martin Luther King und bei der Amteinführung von Barack Obama, die afroamerikanische Sängerin gilt als eine der erfolgreichsten Musikerinnen überhaupt. Nun ist die Soul-Diva 75 Jahre alt geworden - und denkt über einen Abschied von der Bühne nach.

BuchprojektAuf einen Coffee to go nach Togo

Ein leerer Starbucks-Kaffeebecher (dpa picture alliance / Inga Kjer)

Coffee to go kennen wir alle. Bloß wo kommt eigentlich der echte Kaffee Togo her? Markus Weber wollte es wissen und machte sich auf den Weg. Mit dem Fahrrad nach Togo, durch 26 Länder, 14.000 Kilometer. Daraus entstand sein Buch "Ein Coffee to go in Togo".

KaczynskilandWie polnische Geschichte und Kultur umgedeutet werden

Das Denkmal "Westerplatte" zu Ehren der polnischen Verteidiger in der gleichnamigen Gedenkstätte in Danzig in Polen, aufgenommen am 17.06.2012. (picture alliance / dpa / Jens Wolf)

Mit dem deutschen Beschuss der Westerplatte vor Danzig beginnt am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg. Die Polen wehren sich tapfer und unterliegen. So wird die Geschichte im Museum der Stadt Gdansk erzählt. Und das, findet die neue polnische Regierung, ist viel zu unpatriotisch.

FamilienkonflikteGeschichten vom Loslassen

Eine Frau zerreißt ein Foto ihrer Eltern. (imago/epd )

Wenn sich Familienkonflikte nicht lösen lassen, bleibt noch die Möglichkeit, sich ganz zu trennen. Die "Lange Nacht" porträtiert Menschen, die genau das getan haben.

Sir Elton John wird 70"Musik ist meine Liebe, Shoppen meine Sucht"

Elton John in Brasilien  (picture alliance / dpa / Foto: EPA/Antonio Lacerda)

Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht Elton John auf der Bühne. Er zählt zu den erfolgreichsten Popstars aller Zeiten. Rund 300 Millionen Alben hat der exzentrische Brite verkauft. Doch ans Aufhören denkt Sir Elton John noch lange nicht: Die Show wird weitergehen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Erdogan  Referendum über EU-Mitgliedschaft der Türkei grundsätzlich möglich | mehr

Kulturnachrichten

Anti-Trump-Kunstinstallation erneut abgebrochen  | mehr

 

| mehr