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Warnstreiks sorgen für Stillstand im Nahverkehr

Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg besonders stark betroffen

Die Gewerkschaft ver.di macht Druck (picture alliance / dpa / Bernd Wüstneck)
Die Gewerkschaft ver.di macht Druck (picture alliance / dpa / Bernd Wüstneck)

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben heute früh den Nahverkehr in den Städten der betroffenen Bundesländer lahmgelegt. In Düsseldorf, Köln, Bonn und in Teilen des Ruhrgebiets blieben die meisten Busse und Bahnen in den Depots. In vielen Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen wird nur ein Notdienst angeboten.

"Die Fahrzeuge stehen still", sagte der Sprecher von ver.di-NRW, Günter Isemeyer. "Köln ist für 24 Stunden zu, da geht keine Straßen- und keine U-Bahn raus." Allein in Nordrhein-Westfalen legten nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft am Morgen mehr als 30.000 Staatsbedienstete die Arbeit nieder. Ausnahmen gab es lediglich in Düsseldorf für einige Fahrten des Schülerverkehrs sowie für den Flughafen-Shuttle. Ähnlich ist die Lage im Nahverkehr laut ver.di in Stuttgart, Esslingen und Karlsruhe. Warnstreiks gibt es auch in Behörden und Kindertagesstätten sowie bei der Müllabfuhr. Der Zugverkehr ist nicht von den Warnstreiks betroffen. In zahlreichen großen Städten sind zudem Kundgebungen geplant. In Dortmund erwartet die Polizei Tausende Demonstranten, die an einem Sternmarsch durch die Innenstadt teilnehmen wollen.

Die auf eine Woche angelegte Warnstreikwelle erfasst auch Sachsen-Anhalt. Dort waren mehr als 2000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes einem Streikaufruf von ver.di gefolgt. Landesweit wurden unter anderem Stadtverwaltungen in Halle, Dessau und Naumburg bestreikt. In Sachsen, Brandenburg und Thüringen waren für Mittwoch ebenfalls Arbeitsniederlegungen geplant. Trotz geschlossener Kindertagesstätten und ausfallender Busse und Bahnen habe die Öffentlichkeit jedoch Verständnis für die Warnstreiks, meint der Soziologe Reinhard Bispinck im Deutschlandfunk.

ver.di fordert mehr Geld

ver.di verlangt für die rund zwei Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr Gehalt pro Monat. Außerdem sollen Auszubildende unbefristet übernommen werden. Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen waren am vergangenen Donnerstag nach einer ersten Verhandlungsrunde ergebnislos vertagt worden. Hintergründe zu der aktuellen Tarifrunde 2012 sind bei ver.di zu finden. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 12. und 13. März angesetzt.

Am Donnerstag erfasst die Streikwelle Bremen, Bayern und Niedersachsen. Nach einer Entscheidung des Arbeitsgerichts Hannover darf morgen der Nahverkehr zur Computermesse Cebit bestreikt werden. Die Richter wiesen einen Antrag der Verkehrsbetriebe auf einstweilige Verfügung zurück. Eine offensichtliche Rechtswidrigkeit sei nicht festzustellen, hieß es zur Begründung. Der Nahverkehr in Bayern bleibt aber von den Maßnahmen ausgenommen.

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:48 Uhr

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