Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wasser in Tokio für Kleinkinder ungeeignet

Japanische Regierung warnt vor erhöhter Strahlung

Die zerstörte Hülle des Reaktors 3 in Fukushima (dpa/Foto:/Video: Tepco)
Die zerstörte Hülle des Reaktors 3 in Fukushima (dpa/Foto:/Video: Tepco)

Die radioaktive Strahlung im Trinkwasser der japanischen Hauptstadt Tokio hat einen gesundheitsgefährdenden Grenzwert überschritten. Nach Empfehlung der Behörden sollen Babys und Kleinkinder kein Trinkwasser mehr zu sich nehmen.

Die Regierung hat außerdem den Verkauf von elf Gemüsesorten aus der Region verboten, bei denen ein erhöhter Strahlenwert gemessen wurde. So bald sei die Gefahr einer radioaktiven Verstrahlung von Lebensmitteln wie Trinkwasser und Gemüse nicht vorüber, sagte Regierungssprecher Edano. Tokio ist rund 250 Kilometer von dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima entfernt.

Inzwischen wächst weltweit die Sorge um die Auswirkungen des Atomunglücks in Fukushima. Lebensmittelbehörden in den USA und Europa prüfen importierte Nahrungsmittel aus Japan auf Radioaktivität. In Deutschland verstärkten Bund und Länder ihre Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor belasteten Lebensmitteln aus Japan. Verbraucherschutzministerin Aigner teilte in Berlin mit, vor allem Fischprodukte würden überprüft.

Strahlung kommt auch nach Deutschland

Experten rechnen damit, dass in einigen Tagen auch in Deutschland strahlende Partikel aus Japan nachgewiesen werden. Die Strahlendosis werde aber so gering sein, dass keine Gefahr für die Gesundheit bestehe. Das erklärten übereinstimmend das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Strahlenschutz.

Reparatur kommt nur langsam voran

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima I müssen die Reparaturarbeiten an den Reaktorblöcken wegen Rauchentwicklung und dem Austreten von Radioaktivität immer wieder unterbrochen werden. Am Mittag erschütterte ein leichtes Erdbeben die Region.

Nachdem dunkler Rauch aus dem Reaktor 3 aufgestiegen war, wurde das gesamte Gelände evakuiert. Wie die Regierung mitteilte, trat vermutlich auch durch ein Leck in Reaktor 2 Radioaktivität aus. Seit gestern hatten sich die Techniker bemüht, die Kühlsysteme wieder in Gang zu setzen, um die überhitzten Brennstäbe abzukühlen.

Das Erdbeben und der anschließende Tsunami könnten zur teuersten Naturkatastrophe aller Zeiten werden. Nach Schätzungen der Regierung erreichen allein die direkten Schäden ein Volumen von umgerechnet rund 220 Milliarden Euro. Nicht erfasst sind bislang die volkswirtschaftlichen Auswirkungen.

"Wir sind in der Liga von Tschernobyl", bewertet der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, die Lage. Die Situation sei keineswegs entschärft. Die in der Umgebung des Kernkraftwerkes gemessene radioaktive Strahlung sei vergleichbar mit der nach der Katastrophe von Tschernobyl.


Links bei dradio.de:

Wieder Rauchwolken über Fukushima - <br> Situation in japanischem AKW bleibt kritisch

Erfolge und Rückschläge in Fukushima - <br> Trinkwasser, Gemüse und Meerwasser belastet

Reaktorkühlung macht Fortschritte - <br> Sinkende Temperaturen in Reaktorblöcken 5 und 6

Kampf gegen die Kernschmelze - <br> Reaktor-Rettung in Fukushima macht Fortschritte - aber keine Entwarnung

Kühlen, kühlen, kühlen - <br> Alte Brennstäbe in Fukushima 1 sind die größte Gefahr

Die ersten Opfer des Atomunfalls - <br> Die IAEA über verletzte, vermisste und verstrahlte Fukushima-Mitarbeiter

Was ist eigentlich - ein Sievert? - <br> Radioaktivität und die Wirkung auf den Organismus

Wie funktionieren Notstromaggregate im Kernkraftwerk? - <br> Fakten zur Stromquelle für Atomkraftwerkkühlung

Kühlwasserstand in Fukushima dramatisch gesunken - <br> In drei Reaktorblöcken droht Kernschmelze

Zweiter Block gelüftet - <br> Notmaßnahmen auch in Block 3 von Fukushima Dai'ichi

Japans Premier: Sind in größter Krise seit dem Zweiten Weltkrieg - <br> Naoto Kan ruft sein Land zur Einheit auf



Mehr bei deutschlandradio.de
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 13:41 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 16:10 Uhr Büchermarkt

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 15:30 Uhr Tonart

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 10:00 Uhr Grünstreifen

Aus unseren drei Programmen

Merkel zur Inneren Sicherheit"Wir schaffen das"

Bundeskanzlerin Angela Merkel vor Journalisten und Kameraleuten in Berlin (AFP/ Tobias Schwarz)

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihr Credo "Wir schaffen das" auch nach den Gewalttaten in München, Würzburg und Ansbach erneuert. Deutschland stehe mit der Integration von Flüchtlingen und der Bekämpfung des internationalen Terrorismus vor einer großen Bewährungsprobe, sagte sie in Berlin. 

Kriminalpsychologie Medien sollten Glorifizierung von Tätern vermeiden

Heute erscheint sie mit Fotos: Die französische Tageszeitung "Le Monde" vom 27. November 2014 ( AFP / MATTHIEU ALEXANDRE)

Die französische Zeitung "Le Monde" will keine Gesichter von Terroristen mehr zeigen. Der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann begrüßt diesen Schritt und mahnt die Medien zu mehr Zurückhaltung.

Funny van Dannen: "Come on""Das Geheimnis des Fußballs ist latente Homosexualität"

Funny van Dannen (Deutschlandradio Kultur)

Einsichten zum Wesen des Fußballs, zu Kindernamen und zu Wolfgang Schäuble präsentiert Funny van Dannen auf seinem neuen Album "Come on", das am Freitag erscheint. Wir sprachen vorab mit dem Liedermacher, der selbst fast Fußballprofi geworden wäre.

AfD-Vorschlag zum Asylstopp für Muslime"Religionsfreiheit ist kein Super-Grundrecht"

AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen (imago / 7aktuell)

Als Reaktion auf die jüngsten Anschläge in Deutschland unterstützt der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen die Forderung seines Parteikollegen Alexander Gauland nach einer Einschränkung des Asylrechts für Muslime. Gegebenenfalls müsse hierfür das Grundrecht auf Religionsfreiheit angepasst werden, sagte der AFD-Vorsitzende Jörg Meuthen im DLF.

Deutsch-Türken meiden Türkei"Ich mache mir Sorgen, dass ich verhaftet werde"

Ein türkisches Reisebüro in Berlin-Schöneberg. (imago/Schöning)

Seit dem Putschversuch in der Türkei führt Präsident Erdogan einen unerbittlichen Kampf gegen seine Gegner. Viele Deutsch-Türken sind verunsichert, ob sie ihren Urlaub problemlos in der Türkei verbringen können. Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft sollten besonders vorsichtig sein.

Neu im Kino: "Seefeuer - Fuocoammare"Warum die Lampedusa-Doku überschätzt wird

Regisseur Gianfranco Rosi bei der Berlinale 2016 (picture alliance / dpa / Michael Kappeler)

Emotional kalt, filmisch beliebig und mitunter langatmig: Bei der Berlinale gewann Gianfranco Rosis Dokumentarfilm über Flüchtlinge in Lampedusa zwar den Goldenen Bären - unser Kritiker hadert trotzdem mit "Seefeuer", der nun in unseren Kinos startet.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

Nach Anschlägen  Merkel bekräftigt "Wir schaffen das" | mehr

Kulturnachrichten

Sibelius bleibt Theaterintendant in Trier  | mehr

Wissensnachrichten

Südseestaat Tonga  Statt Sonnen lieber Skifahren bei Olympia | mehr