Aktuell-Archiv des früheren dradio.de-Auftritts / Archiv /

 

Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs

Nelson Mandela wird 95 Jahre

Südafrika feiert Nelson Mandela anlässlich seines 95. Geburtstages (AFP)
Südafrika feiert Nelson Mandela anlässlich seines 95. Geburtstages (AFP)

Die Gratulationen kommen aus aller Welt - als einer der ersten schickte US-Präsident Barack Obama Nelson Mandela seine Glückwünsche. Auch in Südafrika feiern viele Menschen den 95. Geburtstag des Freiheitskämpfers, Friedensnobelpreisträgers und ersten schwarzen Präsidenten ihres Landes.

Zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers finden weltweit Veranstaltungen und Konzerte statt. In New York hält die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Sondersitzung ab. Die UN hatten 2009 den "Mandela Day" als Tag zum Engagement für andere aus der Taufe gehoben.

US-Präsident Obama gratulierte Mandela und erklärte nach Angaben des Weißen Hauses, seine Familie sei tief bewegt vom Besuch auf der ehemaligen Gefangeneninsel Robben Island gewesen, wo Mandela viele Jahr lang inhaftiert war.

Stofftiere vor dem Krankenhaus

Blumen und Genesungswünsche für Nelson Mandela vor dem Krankenhaus in Pretoria (picture alliance / dpa /Kim Ludbrook)Blumen und Genesungswünsche für Nelson Mandela vor dem Krankenhaus (picture alliance / dpa /Kim Ludbrook)Der erste schwarze Präsident Südafrikas liegt seit dem 8. Juni mit einer schweren Lungenentzündung in einem Hospital in Pretoria. Hier werden Tausende Besucher erwartet. Das Krankenhaus ist schon seit Wochen ein Wallfahrtsort, wo Südafrikaner Luftballons, Blumen, Genesungswünsche, Stofftiere und selbstgemalte Bilder hinterlassen.

Die Mandela-Stiftung ruft alle Menschen auf der Welt auf, am 18. Juli wenigstens 67 Minuten für das Gemeinwohl zu arbeiten, weil Mandela 67 Jahre lang für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit gekämpft hat. Seit den frühen Morgenstunden folgten viele Südafrikaner dem Aufruf, gemeinnützige Arbeit zu leisten: Sie kümmern sich um Waisenkinder, renovieren Schulen oder verteilen Essen an die Armen, berichtet Südafrikakorrespondentin Leonie March.

27 Jahre Gefängnis für die Freiheit

Mandela saß 27 Jahre wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem im Gefängnis. Erst 1990, nachdem der weiße Präsident Südafrikas, Frederik de Klerk, das Verbot des Afrikanischen Nationalkongresses (ANC) aufgehoben hatte, wurde er aus der Haft entlassen. Ein Jahr später wurde er ANC-Präsident und leitete Verhandlungen mit der Regierung über die Abschaffung des Apartheid-Systems und die Schaffung einer neuen Verfassung.
Mandela und de Klerk erhielten 1993 gemeinsam den Friedensnobelpreis für ihren gesellschaftspolitischen Kampf um die Demokratisierung Südafrikas.

Im Deutschlandfunk-Interview bezeichnet der Schriftsteller und Afrika-Kenner Hans Christoph Buch Mandela als "Lichtgestalt". Durch seinen konsequenten Verzicht auf Rache habe er Südafrika einen Bürgerkrieg erspart. Dazu habe seine "geniale Idee" beigetragen, Wahrheitskommissionen zur Aufarbeitung der Verbrechen der Apartheid einzurichten.

Erster schwarzer Präsident Südafrikas

Der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela präsentiert den WM-Fußballpokal in Johannesburg. (AP)2010: Der ehemalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela präsentiert den WM-Fußballpokal in Johannesburg (AP)1994 wählten ihn die Südafrikaner zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes. Er blieb fünf Jahre im Amt. 2004 beendete er seine politische Karriere. Sein letzter öffentlicher Auftritt war 2010 während der Fußball-Weltmeisterschaft.

Mandela gilt neben Martin Luther King als wichtigster Vertreter im Kampf gegen die weltweite Unterdrückung der Schwarzen sowie als Wegbereiter des versöhnlichen Übergangs von der Apartheid zu einem demokratischen Südafrika.

Mehr zum Thema auf dradio.de:

''Ich war Mandelas Zellennachbar..." - Südafrikanische Apardheid-Opfer fordern Reparationen

"Er war schon damals eine Ikone" - Afrika-Kenner Grill gratuliert Nelson Mandela zum 90. Geburtstag

 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:14 Uhr

Beitrag hören

 
 
Dradio Audio
Kein Audio aktiv
 
 
 
 
 

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Jetzt Im Radio

Deutschlandfunk

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Nachrichten

Deutschlandradio Kultur

MP3 | Ogg

seit 07:00 Uhr Nachrichten

DRadio Wissen

MP3 | Ogg

seit 06:30 Uhr Hielscher oder Haase

Aus unseren drei Programmen

Ex-EU-Kommissar Franz Fischler (ÖVP)"Nicht alle, die Hofer wählen, sind Rechtspopulisten"

Franz Fischler, ehemaliger EU-Agrarkommissar, während einer Pressekonferenz in Brüssel 2015 (dpa / picture alliance / Julien Warnand)

Der frühere EU-Landwirtschaftskommissar Franz Fischler hat die etablierten Parteien in Österreich aufgefordert, die Frustration der Bürger ernstzunehmen. Andernfalls könne es bei der kommenden Parlamentswahl schwierig werden, sagte Fischler im DLF.

Der TriggerknüppelLiteratur gefährdet eventuell Ihre Gesundheit!

Die Frau stapelt Bücher in zwei Fenstern; ihr Kopf ist durch ein letztes verbliebenes Loch zwischen den Büchern zu sehen. (dpa / Arne Dedert)

An die Schreckensbilder auf Zigarettenpackungen, die vor den Folgen des Rauchens warnen, haben wir uns gewöhnt. In den USA wird nun auch der Tatsache Rechnung getragen, dass Literatur und Kunst seelische Erschütterung hervorrufen kann. Warnungen davor scheinen unausweichlich.

ROLLKRAGENPULLOVERWarum der Rolli rockt

Es ist kalt, aber es gibt gute Nachrichten: Der Rollkragenpullover feiert ein Comeback. Wir können uns also schön warm einpacken - und sehen dabei auch noch gut aus!

Präsidentenwahl in Österreich"Ausländische Medien trugen zur Niederlage Hofers bei"

Die österreichische Journalistin Alexandra Föderl-Schmid (picture alliance / dpa / Erwin Elsner)

Nach Ansicht der Chefredakteurin der österreichischen Tageszeitung "Der Standard", Alexandra Föderl-Schmid, hat die Berichterstattung ausländischer Medien zur Niederlage des Rechtspopulisten Norbert Hofer bei der Präsidentschaftswahl beigetragen. Diese habe vielen Österreichern gezeigt, "welch verheerendes internationales Signal" dessen Sieg wäre.

Laura Garavini Renzis Parteifreundin nennt Rücktrittsankündigung "Akt der Ehrlichkeit"

Porträtfoto der italienischen Abgeordneten der Demokratischen Partei, Laura Garavini, aufgenommen am 28.08.2013 (dpa picture alliance / Fredrik von Erichsen)

Nach dem Verfassungsreferendum in Italien hat Regierungschef Matteo Renzi seinen Rücktritt angekündigt. Die sozialdemokratische italienische Abgeordnete Laura Garavini nannte das Votum der Bürger im DLF eine "bittere Niederlage". Renzi habe allerdings mit der geplanten Reform keinen Fehler gemacht.

Demokratie in der digitalen Welt"Das Internet ist eine Fähigkeit"

Ein junge Frau sitzt in einem Internetcafe. (picture-alliance/ dpa)

Die Populisten scheinen das Netz zu beherrschen. Manche sehen deshalb in der Digitalisierung einen Mechanismus, der der Demokratie schadet. Das Gegenteil sei der Fall, sagt die US-Soziologin Saskia Sassen. Wir müssten es nur in die Hand nehmen.

 

Nachrichten

 
 

Nachrichten

CDU-Parteitag  Merkel stellt sich zur Wiederwahl | mehr

Kulturnachrichten

Turner-Preis 2016 geht an Helen Marten  | mehr

Wissensnachrichten

Wahrnehmung  Schimpansen erkennen sich am Hintern | mehr