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Weitere 15 Milliarden Euro für Hypo Real Estate

Einigung über neues Rettungspaket

Firmenschild der Hypo-Real-Estate-Bank in Berlin (AP)
Firmenschild der Hypo-Real-Estate-Bank in Berlin (AP)

Bundesregierung und Banken haben sich auf ein neues Rettungspaket für die Hypo Real Estate verständigt. Wie das Finanzministerium in Berlin mitteilte, gewährt die Branche dem Münchner Immobilien-Finanzierer einen weiteren Liquiditätskredit in Höhe von 15 Milliarden Euro.

Das Geld kommt zu den 35 Milliarden aus dem in der vergangenen Woche ausgehandelten ersten Rettungspaket hinzu. Der vom Bund zugesagte Bürgschaftsrahmen von bis zu 35 Milliarden Euro wird den Angaben zufolge nicht erhöht.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hält das neue Sicherungspaket für unvermeidlich. Ein Zusammenbruch hätte wegen der Vernetzung des Unternehmens einen "Flächenbrand" im gesamten Bankenbereich ausgelöst, sagte Steinbrück im Deutschlandfunk. Der SPD-Politiker schloss nicht aus, dass der Finanzrahmen für die Rettung des Konzerns noch einmal erhöht werden müsse.

Die Hypo Real Estate begrüßte die Bereitstellung der zusätzlichen Mittel. "Wir sind für die Unterstützung sehr dankbar", hieß es in einer Erklärung des Vorstandschefs Georg Funke. Politiker von Union und Grünen forderten unterdessen Funkes Rücktritt.

Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Otto Bernhardt, und der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Fritz Kuhn, forderten Funke in der "Bild'-Zeitung zum Rücktritt auf. Bernhardt sagte: "Wer 35 Milliarden Euro sagt und dann sind es 50 Milliarden Euro - der ist kein kompetenter Gesprächspartner mehr."

Auch der FDP-Haushaltspolitiker Otto Fricke sprach sich für eine Ablösung von Georg Funke aus. Gleichwohl sei dies nicht Aufgabe der Politik. Hier seien vielmehr die Kontrollgremien des Unternehmens gefordert. "Das ist dann auch ein Teil der Hygiene, die die Finanzwirtschaft endlich starten muss", betonte Fricke im Deutschlandfunk.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag, Carl-Ludwig Thiele, äußerte Zweifel am Krisenmanagement der Bundesregierung in der aktuellen Finanzkrise. Vor dem Hintergrund des erhöhten Liquiditätsbedarfs des Münchner Finanzkonzerns Hypo Real Estate sagte Thiele im Deutschlandradio Kultur, wenn die Regierung nicht mehr genau den Überblick über den Sachverhalt habe, stimme das "sehr nachdenklich".

Am späten Sonntag hatten sich die Bundesregierung, die Deutsche Bundesbank, die Bundesanstalt für Finanzaufsicht und Spitzenvertreter der deutschen Kredit- und Versicherungswirtschaft auf den neuen Rettungsplan verständigt.

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Letzte Änderung: 02.10.2013 13:31 Uhr

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