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Weitere Asylbewerber sollen in Berlin-Hellersdorf einziehen

Diskussion um Umgang mit Flüchtlingen und rechtsextremen Gruppierungen

Ein Plakat mit dem Slogan "Berlin gegen Nazis" steht am 21.08.2013 an einer Mahnwache vor dem neuen Flüchtlingswohnheim in Berlin-Hellersdorf. (picture alliance / dpa)
Ein Plakat mit dem Slogan "Berlin gegen Nazis" steht am 21.08.2013 an einer Mahnwache vor dem neuen Flüchtlingswohnheim in Berlin-Hellersdorf. (picture alliance / dpa)

Die Lage vor dem Flüchtlingsheim in Berlin-Hellersdorf hat sich etwas entspannt. In den kommenden Wochen soll die Zahl der Flüchtlinge langsam gesteigert werden. Wichtig sei jetzt, dass sich Anwohner und Flüchtlinge aneinander gewöhnten, meint Bundestagsabgeordnete Petra Pau (Die Linke).

<p>In Hellersdorf gibt es seit Wochen Proteste gegen das neue Flüchtlingsheim in einer ehemaligen Schule. Die Ankunft der ersten 42 Flüchtlinge, darunter sieben Kinder, wurde am Montag von der Polizei geschützt. Anhänger der islamfeindlichen Bürgerbewegung "Pro Deutschland" und ihre Gegner hatten vor dem Heim mehrere Tage protestiert.<br /><br />Jetzt sollen in den kommenden Tagen weitere Asylbewerber einziehen, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales mit. Keiner werde jedoch gezwungen, nach Hellersdorf zu ziehen, sagte Sprecherin Silvia Kostner. Flüchtlinge, die wegen der ausländerfeindlichen Stimmung dort nicht wohnen wollten, könnten in der Erstaufnahmestelle bleiben oder in eines der anderen 29 Heime ziehen. <br /><br /></p><p><strong> Pau: Dialog weckt Verständnis </strong></p><p> <papaya:media src="a4e39397e0523734ab9baa20a3ae94ea" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="&quot;Refugees welcome&quot; - &quot;Flüchtlinge willkommen&quot; heißt es auf Schildern der Demonstranten." popup="yes" />Unterdessen setzt Petra Pau, die in Marzahn-Hellersdorf direkt gewählte Bundestagsabgeordnete, auf Dialog. "Es muss jetzt erstmal möglich sein, sich zu begegnen", <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="258749" text="betonte sie im Deutschlandfunk" alternative_text="betonte sie im Deutschlandfunk" />. Viele Anwohner wüssten nicht, welchen Restriktionen Flüchtlinge unterworfen seien und dass sie beispielsweise überhaupt nicht arbeiten dürften: <br /><br />&quot;All diese Dinge wissen viele Bürgerinnen und Bürger nicht, wenn sie es erfahren, dann schlägt die diffuse Angst, die dort herrschte, oftmals nicht nur in Mitleid, sondern auch den Willen zur Hilfe um. Ich denke, das müssen wir jetzt nutzen". &quot;<br /><br />Politiker müssten vor Ort sichtbar sein, <papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="258806" text="meint auch der Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer." alternative_text="meint auch der Konfliktforscher Wilhelm Heitmeyer." /> Die Proteste zeigten ein immer wiederkehrendes Muster der Diskriminierung ganzer Gruppen:<br /><br />&quot;"Das sind Gruppengrenzen, die aufgebaut werden, 'wir' auf der einen Seite und 'die' auf der anderen Seite, und das ist das, was wir in unseren Forschungen 'gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit' nennen. Dass es gar nicht um den einzelnen Afghanen oder um den einzelnen Syrer geht, sondern die Gruppe als Ganzes wird dann in die Abwertung und in die Diskriminierung hineingezogen, und das ist eigentlich das große Problem.&quot;<br /><br />Dieses Problem trete bildungsunabhängig auf und betreffe auch Behinderte oder Obdachlose. <br /><br /></p><p><strong> Pro Asyl gegen Sammelunterkünfte für Flüchtlinge </strong></p><p> <papaya:media src="743d098341633784a3cd79a2d7589055" rspace="5" bspace="5" width="144" height="108" align="left" resize="abs" subtitle="Die Zentralen Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber (Bayern)." popup="yes" />Die Menschenrechtsorganisation "Pro Asyl" lehnt Sammelunterkünfte für Migranten ab. Das Beispiel Berlin-Hellersdorf zeige, dass die Lagerunterbringung rassistischen Vorurteilen Vorschub leiste. Notwendig sei eine Bereitstellung von Wohnungen sowie der Zugang zu Deutsch- und Integrationskursen. Auch müssten die Arbeitsverbote und die Residenzpflicht für Asylsuchende aufgehoben werden.<br /><br />Auch der Berliner Flüchtlingsseelsorger Ludger Hillebrand hat sich zu Wort gemeldet. Er forderte eine gerechte Verteilung von Heimen für Asylbewerber. Einige Berliner Bezirke hätten derzeit Schwierigkeiten, Flüchtlinge unterzubringen. Zugleich warnte der Jesuitenpater davor, wegen Protesten von Anwohnern und Rechtsextremisten "flüchtlingsfreie Zonen" zu akzeptieren.<br /><br />Als Maßnahme, um eine Instrumentalisierung durch rechtsextreme Gruppierungen zu verhindern, begrüßte er den Vorschlag der Berliner Integrationsbeauftragten, Bannmeilen um die Heime auszuweisen. Dann könnten Nazis mit ihren Parolen nicht direkt davor demonstrieren.<br /><br />In Berlin leben zur Zeit rund 6500 Flüchtlinge in Sammelunterkünften. In den kommenden Monaten soll Platz für weitere 1000 Menschen gefunden werden. Ein neues Heim soll im Dezember für rund 220 Flüchtlinge im Stadtteil Pankow öffnen.<br /><br /><div style="margin:0 10px 10px 0; padding: 1em; background-color: #BDCCD6; text-align:left"><b>Programmhinweis: </b>Die Sendung "Kontrovers" beschäftigt sich am Montag, den 26.8. ab 10.10 Uhr mit dem Thema <strong>"Was läuft falsch in der Flüchtlings- und Asylpolitik in Deutschland?"</strong></div><br /><em>Mehr bei dradio.de</em><br /><br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="258703" text="Weitere Demonstrationen um Flüchtlingsheim in Berlin" alternative_text="Weitere Demonstrationen um Flüchtlingsheim in Berlin" /> - CDU-Politiker Bosbach fordert Krisentreffen *<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="258676" text="Inter &quot;Wir werden diese Menschen schützen&quot;" alternative_text="Inter &quot;Wir werden diese Menschen schützen&quot;" /> <br> Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes über Asylbewerber und Demonstrationen in Berlin-Hellersdorf<br /><papaya:addon addon="d53447f5fcd08d70e2f9158d31e5db71" article="258620" text="Asylbewerber unter Polizeischutz" alternative_text="Asylbewerber unter Polizeischutz" /> - Integrationsbeauftragte fordert Demonstrationsverbot vor dem Flüchtlingsheim in Berlin</p>
 

Letzte Änderung: 02.10.2013 14:16 Uhr

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